Körperkunst

Vibrierende Tätowierung informiert über Handy-Anrufe und SMS

Nokia hat Patentantrag für Vibrations-Alarm unter der Haut eingereicht
Von Rita Deutschbein
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Vibrierende Tätowierung informiert über Handy-Anrufe und SMSVibrations-Alarm unter der Haut Derzeit werden wir von Patent-Geschichten ja förmlich zugeschüttet - egal ob es dabei um die immer noch andauernden Streitigkeiten der großen Handy-Hersteller oder um neue Anträge geht. Etwas Abwechslung in all den Rechts-Streitigkeiten bringt nun ein kurioser Patentantrag des finnischen Herstellers Nokia: Die Kollegen von UnwiredView [Link entfernt] haben einen Nokia-Antrag an das U.S. Patent & Trademark Office entdeckt, in denen der Konzern eine Technologie gesichert hat, die per Vibration über ankommende Handy-Nachrichten, Telefonate und den Ladestand des Gerätes informieren können soll. Wirklich spektakulär wäre dies nicht, wenn das Signal dabei nicht von einer Tätowierung in der Haut ausgehen würde.

Nach den Informationen im Patentantrag wird durch die neue Methode quasi ein Vibrations-Alarm unter die Haut gestochen. Auch eine aufklebbare Alternative für die Verweigerer der Haut-Kunst soll es geben. Damit das Smartphone mit dem Tattoo kommunizieren kann, soll die Tinte mit Eisen oder Eisenoxid versetzt sein, wobei die Partikel vor dem Auftragen extrem hohen Temperaturen ausgesetzt werden, die zu einer Entmagnetisierung führen. Die Tätowierung wird wie ein normales Tattoo gestochen, anschließend aber mithilfe eines starken Magneten aktiviert. Erzeugt das Handy bei einem eingehenden Anruf oder sonstigen Meldungen ein Magnetfeld, würde der Besitzer des Tattoo durch die übertragenen Magnetwellen eine fühlbare Benachrichtigung bekommen. Die Signale sollen dabei unterschiedlich programmierbar sein, sodass eine deutliche Intervall-Unterscheidung zwischen Anrufern, SMS oder ähnlichen Benachrichtigungen vorgenommen werden kann - etwa wie ein individueller Klingel- oder Signalton.

Pläne von Nokia unklar

Unklar ist, welche Pläne Nokia mit dem Patent hat. Ob sich Menschen tatsächlich tätowieren lassen, um nie mehr einen Anruf oder eine Nachricht zu verpassen, ist zweifelhaft. Auch ist bislang nicht bekannt, welche Entfernung Tattoo und Handy zueinander haben müssen, um ein fühlbares Signal zu senden, und ob das Tattoo auf ein bestimmtes Gerät kalibriert werden kann, oder am Ende auf jedes Signal inder Nähe reagiert.

Realistischer als eine dauerhafte Tätowierung scheint das Klebe-Pflaster, das den Nutzer via Vibration informiert. Hier wäre die Verwendung bei bestimmten Outdoor-Einsätzen oder ähnlichem denkbar. Auch könnte das Patent abseits vom Mobilfunk, beispielsweise im medizinischem Bereich, zum Einsatz kommen.

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