Netztechnik

Nokia kann dank LTE Verlust reduzieren

Nokia kann nach dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft den Verlust reduzieren. Vor allem das LTE-Geschäft läuft für den Netzwerkausrüster gut.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Zwar wurde die Handy-Sparte an Microsoft verkauft, aber es gibt noch immer einen Nokia-Konzern. Und der hat im vergangenen Quartal seinen Verlust deutlich reduziert. Das Minus im fortgeführten Geschäft schrumpfte von 58 Millionen Euro vor einem Jahr auf zuletzt 28 Millionen Euro, wie Nokia heute mitteilt [Link entfernt] . Der Umsatz ging um 6,7 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro zurück. Den Großteil des Geschäfts bei Nokia macht jetzt der Verkauf von Ausrüstung für Telekommunikations-Netze aus. Das zweite Standbein ist der Kartendienst Here.

Nokias Netzausrüster NSN machen die chinesischen Rivalen Huawei und ZTE zu schaffen. Sie drängen mit günstigeren Preisen in den Markt vor - und die Netzbetreiber achten angesichts des Umsatzdrucks in ihrem Geschäft aufs Geld.

Nokia kann dank gutem LTE-Geschäft Verlust reduzieren.Nokia kann dank gutem LTE-Geschäft Verlust reduzieren. Der Quartalsumsatz bei NSN sank im Jahresvergleich um acht Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. In den meisten Regionen sank der Umsatz, vor allem weil das Dienstleistungsgeschäft zurückging. In China gab es dagegen ein kräftiges Plus von 18 Prozent auf 306 Millionen Euro dank des Aufbaus neuer Netze für den schnellen Funkstandard LTE. Nokia und Wettbewerber wie Ericsson setzen große Hoffnungen auf den LTE-Ausbau sowie die nächste Datenfunkgeneration, die unter dem Kürzel 5G entwickelt wird. Auch Ericsson verzeichnete dank großer LTE-Aufträge aus Asien ein vergleichsweise gutes Quartal.

Beim Kartendienst Here stagnierte der Umsatz mit 232 Millionen Euro. Nach einem schmalen Gewinn von acht Millionen Euro vor einem Jahr gab es diesmal nur eine schwarze Null. Nokia will Here auch mit Zukäufen zu einer breit angelegten Plattform für die Autoindustrie und lokale Dienste ausbauen. Im vergangenen Quartal wurden Here-Lizenzen für 3,3 Millionen Fahrzeuge verkauft.

Nokia hatte seine lange verlustreiche Handy-Sparte für knapp 3,8 Milliarden Euro an Microsoft verkauft. Auch unter dem Dach des Software-Riese verlor der Bereich zuletzt noch 700 Millionen Dollar, rund jeder Zweite der 25 000 übernommenen Nokia-Mitarbeiter soll gehen.

Nokia war lange Zeit überlegener Marktführer im Handy-Segment, hatte jedoch den Trend zu Smartphones mit Touchscreen und intuitiver Bedienung verschlafen. Gerade im wegen höherer Gewinnmargen attraktiven Bereich von Highend-Smartphones verloren die Finnen Marktanteile an Apple, Samsung und Co. Die massive Ausweitung des Billigsegments konnte den Niedergang nicht aufhalten. Mit der Entscheidung, beim Betriebssystem für Highend-Smartphones auf das Microsoft-Betriebssystem Windows Phone zu setzen, tat sich der Konzern ebenfalls keinen Gefallen - während die Marktanteile für Android-Geräte rasant stiegen, dümpelten Windows Phones im niedrigen einstelligen Bereich vor sich hin. Allerdings scheint die Trendwende in Sachen Windows Phones geschafft - Geräte mit dem Microsoft-OS verkaufen sich in der letzten Zeit immer besser. Für Nokia kommt dieser Trend allerdings zu spät, jetzt macht Microsoft das Geschäft mit der Lumia-Reihe.

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