Sprachsteuerung

Nokia MIKA: Digitaler Assistent hilft bei Mobilfunk-Netzausfall

Bislang wurden Smartphones und andere Geräte per Sprache gesteuert, Nokia lässt Netzbetreiber nun ihr Mobilfunknetz über den digitalen Assistenten MIKA administrieren. Und Netz-Ausfälle sollen schon zwei Wochen vorher vorausgesagt werden.
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Viele unserer smarten Geräte werden längst per Spracheingabe gesteuert. Nicht nur Smartphones und Tablets verfügen mittlerweile über einen digitalen Assistenten, sondern auch andere vernetzte Geräte. Nun hat Nokia einen digitalen Assistenten vorgestellt, der es Mobilfunk-Netzbetreibern ermöglichen soll, dass Netz per Spracheingabe zu administrieren.

"Multi-purpose Intuitive Knowledge Assistant" - mit dieser etwas sperrigen Bezeichnung und der Abkürzung MIKA schickt Nokia den digitalen Assistenten in die Mobilfunknetze, ohne explizit zu verraten, ob der Assistent männlich oder weiblich ist. Mika ist in Nokias Heimat Finnland ein beliebter männlicher Vorname, in Asien (insbesondere Japan) wird Mika allerdings als weiblicher Vorname genutzt.

Netzwerk-Administration über digitale Assistentin bei Nokia
Netzwerk-Administration über digitale Assistentin bei Nokia

Selbstlernendes System ist auch unterwegs nutzbar

Nokia hat nach eigenen Angaben in einem Netzwerk-Center die Arbeitsmethoden von Ingenieuren und Technikern untersucht, die ein Mobilfunknetz administrieren. Offenbar ist dabei aufgefallen, dass die Angestellten einen gewissen Teil ihrer Arbeitszeit mit der Suche nach Informationen verschwenden. Bei dieser Informationssuche soll MIKA als digitaler Assistent mit Spracheingabe zukünftig helfen. Laut Nokia können hochqualifizierte Angestellte damit pro Tag bis zu eine Stunde Arbeitszeit sparen und diese dann für kritischere Arbeitsprozesse verwenden. Der Mitarbeiter soll von der Komplexität eines Mobilfunknetzes in keinster Weise abgelenkt werden.

Das interaktive sprachgesteuerte User-Interface soll dabei selbstlernend sein. Nokia MIKA basiert auf der AVA-Plattform. AVA ist eine von Nokia entwickelte cloud-basierte und kognitive Service-Plattform, die mit Hilfe von Sensoren viele Werte eines Netzwerks automatisch erfasst und auswertet. Hier wurde der Gedanke der selbstlernenden Plattform erstmals umgesetzt. Die Überwachung und Steuerung von Mobilfunknetzen soll für die Netzbetreiber dadurch vereinfacht werden. Nokia geht davon aus, dass bis 2025 rund 50 Milliarden vernetzte Geräte und Sensoren weltweit existieren werden.

Ein Teil von AVA ist eine Wissensdatenbank, in der Anleitungen und Erfahrungsberichte aus Mobilfunknetzwerken weltweit abgelegt werden. Und genau darauf soll auch der digitale Assistent MIKA zugreifen, um dem Netzwerk-Operator schnell die gewünschte Problemlösung liefern zu können. Nokia MIKA wird plattformübergreifend über ein Web-Interface und auch über mobile Geräte nutzbar sein, so können die Mitarbeiter von überall auf die Netzwerk-Administration zugreifen.

Eine weitere Technik, die Nokia vorgestellt hat, nennt sich "Predictive Repair". Dieses System soll defekte oder demnächst defekt werdende Komponenten im Netzwerk erkennen und melden, und das bis zu zwei Wochen, bevor tatsächlich ein Schaden eintritt. Die Techniker können dann die Bauteile auswechseln, bevor der eigentliche Schadensfall auftritt. Die Voraussagen sollen laut Nokia hierbei eine Genauigkeit von 95 Prozent haben.

Nokia MIKA wird auf dem MWC in Barcelona zu sehen sein, Predictive Repair können erste Netzbetreiber ab März ausprobieren.

Nokia AVA im Video mit Vorschau auf digitale Assistenten

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