Windows Phone 8

Nokia Lumia 920 im Test: Dicker Brocken mit viel Technik

Das neue Windows Phone aus Finnland polarisiert
Von Steffen Herget

Wie bereits erwähnt hat Nokia dem Lumia 920 eine ziemlich fortschrittliche Kamera spendiert. Zwar beträgt die maximale Auflösung der Bilder "nur" 8 Megapixel, dafür haben die Entwickler von Carl Zeiss, die für die Optik verantwortlich zeichnen, einen echten optischen Bildstabilisator verbaut, der Verwackler in alle Richtungen ausgleicht. Zusammen mit dem im Vergleich zu anderen Handy-Kameras großen Sensor und der Blende von f2.0 sollen bessere Bilder bei schlechtem Licht möglich sein. Der Trick dabei: Längere Belichtungen verwackeln dank des Stabilisators nicht so schnell, zudem ist die große Blende vergleichsweise lichtstark.

Nokia Lumia 920

Kamera-Bauteile in der Übersicht Kamera-Bauteile in der Übersicht
Bild: teltarif.de
Im praktischen Einsatz sieht das auch durchaus ordentlich aus. Die Bilder sind im Schnitt tatsächlich schärfer als mit anderen Handy-Kameras, zudem werden Farben sehr naturgetreu wiedergegeben. Im Test konnte das Lumia 920 auch in einer komplett abgedunkelten Box zumindest noch etwas auf dem Bild wiedergeben, während etwa das iPhone 5 ein komplett schwarzes Ergebnis lieferte. Allerdings ist die Kamera nicht die allerschnellste, verglichen etwa mit dem anderen Windows-Phone-8-Flaggschiff HTC 8X benötigt das Nokia-Handy etwas mehr Zeit zum Fokussieren und Auslösen. Der Bildstabilisator macht sich vor allem bei Video-Aufnahmen sehr positiv bemerkbar, das bekannte Zittern der Hände findet sich fast gar nicht im Video wieder, Schwenks sehen sehr flüssig aus. Hier können andere aktuelle Handys nicht mithalten.

Spezielle Kamera-Apps von Nokia

Testbild mit der Kamera des Nokia Lumia 920 Testbild mit der Kamera des Nokia Lumia 920
Bild: teltarif.de
Die native Kamera-Anwendung von Windows Phone 8 bietet über eine eigene Schaltfläche den Zugriff auf andere Foto-Apps, Microsoft nennt das "Lenses". Für das Nokia Lumia 920 haben die Finnen vier eigene Foto-Apps im Angebot: Smart Shoot, Panorama, Cinemagramm und Kreativstudio. Mit Smart Shoot nimmt das Handy fünf Bilder hintereinander auf. Der Nutzer kann sich dann das beste auswählen. Der eigentlich Clou jedoch: Bei Portraits von Einzelpersonen oder Gruppen erkennt die App die Gesichter der abgebildeten Personen und erlaubt dem Anwender, für jedes Gesicht die beste der fünf Aufnahmen individuell auszuwählen und das ganze dann in einem errechneten Bild zu kombinieren. Das klappt überraschend gut, zumindest so lange sich niemand allzu heftig bewegt.

Panorama ist eine klassische App für Aufnahmen, die aus mehreren Bildern automatisch zusammengesetzt werden. Mit Kreativstudio lassen sich die eigenen Auswahl der Lenses in der Kamera-App Auswahl der Lenses in der Kamera-App
Bild: teltarif.de
Fotos nachträglich bearbeiten. Cinemagramm erzeugt animierte GIF-Dateien, bei dem der Nutzer selbst bearbeiten kann, welcher Bereich animiert ist und welcher nicht. So kann man etwa zwei Personen aufnehmen, die dem Fotograf zuwinken, bei einem aber den Arm feststellen, bei dem anderen bewegt er sich. Eine lustige Spielerei und aktuell ein Trend im Internet, dem man nun auch mit Windows Phone frönen kann.

Fazit: Dicker Klopper mit einer Menge Qualität

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 1,3
  • Bedienung, Handling, Software: 1,5
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 1
  • Basis-Feature des Handys: 1,5
  • Einschätzung des Redakteurs: 1,3
  • Gesamtnote: 1,3
Das Nokia Lumia 920 hat eine Menge zu bieten. LTE auf allen Frequenzen, kabelloses Aufladen, einen optischen Bildstabilisator in der Kamera, einen Polarisations-Filter am Display, nützliche Software, viel internen Speicher, und eine ganze Menge mehr. Eigentlich bringt das neue Handy alles mit, um Nokia zurück auf den richtigen Weg zu führen. Gleichzeitig gibt es aber auch ein paar Dinge, die im stark subjektiven Bereich liegen. Das Lumia 920 ist groß und schwer, zudem teuer, und nutzt mit Windows Phone 8 ein (noch) nicht besonders weit verbreitetes Betriebssystem. Hier spielt der persönliche Geschmack eine große Rolle. Objektive Gründe, vom Nokia-Hoffnungsträger abzuraten, gibt es aber kaum - mehr Technik steckt derzeit in kaum einem Smartphone.
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