Android-Updates

Nokia will Recht auf Updates garantieren

Um gegen die teils übermächtige Konkurrenz zu bestehen, will der einstige Handy-Marktführer Nokia mit einem ganz besonderen Versprechen punkten. Käufer eines Nokia-Smartphones sollen immer Up-to-date sein.
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Schnelle Updates sollen zu Nokias Markenzeichen werdenSchnelle Updates sollen zu Nokias Markenzeichen werden Die verspricht zumindest Per Ekman, seines Zeichens Vice-President Middle East and North Afrika bei HMD Global, in einem Interview mit Gulfnews. Mit dieser Strategie will sich das Unternehmen deutlich von der Konkurrenz abheben und seinen Kunden einen Mehrwert bieten. Die Selbstverpflichtung zu schnellen Updates passt da bestens ins Bild und könnte auf lange Sicht tatsächlich das sprichwörtliche Zünglein an der Waage werden.

Datenblätter

So haben Kunden das Recht, die jeweils aktuellste Android-Version nutzen zu können. Daher werde Nokia keine eigene Oberfläche entwickeln und auf seinen Geräten vorinstallieren, da so etwas der Ansicht des Unternehmens nach einer der größten Gründe sei, dass die Konkurrenz teils Monate für ein größeres Update benötigt. In dem Interview hebt Ekman die Nähe zu Foxconn hervor. Der Auftragsfertiger ist für Entwicklung und Produktion der neuen Nokia-Smartphones verantwortlich. Dadurch könne man schneller Sicherheitspatches für Android implementieren, nachdem diese Google freigegeben hat.

Android ohne unnötigen Ballast

Etliche Hersteller von Android-Smartphones versehen das Betriebssystem mit einer eigenen Oberfläche. Samsung TouchWiz/Grace UX, HUAWEI Emotion UI, LG Optimus UI oder HTC Sense dürften die bekanntesten Vertreter sein. Genau diese Oberflächen und deren Anpassung auf neue Android-Versionen sind dafür verantwortlich, dass die Verteilung eines Android-Updates zum Teil etliche Monate braucht. Darum ist Android 7 Nougat nach mehr als einem halben Jahr zum Beispiel erst auf knapp 5 Prozent aller Geräte (Stand: April 2017) installiert.

Da HMD Global erst zum MWC 2017 die drei Android-Smartphones Nokia 3, Nokia 5 und Nokia 6 zu Preisen zwischen 139 und 299 Euro für den europäischen Markt vorgestellt hat, lässt sich schwer sagen, wie gut das Unternehmen das Vorhaben einhalten kann. Sollte auf lange Sicht die Bereitstellung von Updates auch für mehr als nur drei Geräte klappen, dann könnte Nokia zur Vorzeige-Marke aufsteigen. Bisher wird lediglich BlackBerry diesem Anspruch gerecht und verteilt nahezu zeitgleich zu Google Updates mit den neusten Android-Sicherheitspatches.

Nokia ist nicht gleich Nokia

Auch wenn auf den Nokia-Smartphones das ikonische Logo von früher prangt, ist der finnische Konzern weder an Entwicklung, Produktion noch Vermarktung beteiligt. Stattdessen tritt HMD Global als Lizenznehmer für die Marke Nokia auf und kümmert sich um die Entwicklung neuer Geräte. Produktion und Vermarktung finden hingegen bei Foxconn statt. Der chinesische Konzern ist unter anderem für die Produktion des Apple iPhone 7 bekannt. Nokia tritt lediglich als Berater für seine Partner auf.

So bleibt festzuhalten, dass HMD Global die Aufmerksamkeit definitiv auf seiner Seite hat. Wenn das Unternehmen dieses Versprechen auch einhalten kann, dürfte Nokia wieder an alte Erfogle anknüpfen können. Den Anfang hat HMD Global mit den drei Android-Smartphones auf dem MWC 2017 gelegt, die uns im ersten HandsOn sehr gefallen haben. Für besonders anspruchsvolle Smartphone-Nutzer steht zudem ein Nokia 9 im Raum.

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