Zuschlag

Nokia verkauft Here - für weniger Geld als erwartet

Daimler, BMW und Audi erhielten den Zuschlag für Nokia Here für rund 2,5 Milliarden Euro. Der Verkauf des Karten­dienstes soll noch in diesem Monat abge­schlossen werden. Zu Beginn des Bieter­wett­streits hatten die Finnen auf einen deutlich höheren Verkaufs­preis gehofft.
Von Rita Deutschbein
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Am Anfang sah alles nach einem großen Deal aus. Nokia hat seinen Service Here zum Verkauf angeboten und die Gelegenheit, einen voll ausgebauten Kartendienst zu erwerben, schien für viele Konzerne offenbar interessant. Von einem Bieter-Wettstreit und starkem Interesse wurde gesprochen - der Verkauf nimmt nun jedoch jedoch ein vergleichsweise unspektakuläres Ende. Wie das Manager Magazin berichtet, gibt Nokia seinen Kartendienst Here an die deutschen Autohersteller BMW, Daimler und Audi ab - für eine deutlich geringere Summe als bislang erwartet.

Nokia verkauft Kartendienst Here - für weniger Geld als erwartetNokia Here: Zuschlag geht an deutsche Autobauer Von Anfang an zielte Nokia mit Here speziell auf das Geschäft mit der Autobranche. Angestrebt war Berichten zufolge ein Verkaufspreis von mindestens drei Milliarden Euro, der durch einen offenen Bieterprozess erreicht werden sollte. Die Taktik von Nokia schien zunächst auch aufzugehen: Nicht nur Konzerne aus Europa sondern auch aus China zeigten Interesse an Nokia Here. Zwischenzeitlich wurden Summen um die vier Milliarden Euro ins Gespräch gebracht.

Doch am Ende kam es anders: Nokia erhält nun "nur" rund 2,5 Milliarden Euro für Here. Im Laufe der Verhandlungen haben sich einige Interessenten aus dem Verkaufsgeschäft zurückgezogen. Es blieben die deutschen Autobauer, die am Ende den Zuschlag erhalten haben.

Verkaufsabschluss noch im Juli

Laut dem Bericht stehen die Chancen gut, dass der Verkauf von Nokia Here noch in diesem Monat abgeschlossen wird. Aktuell äußern sich jedoch weder Mercedes noch BMW oder Audi zu dem nahenden Abschluss. Auch eine Stellungnahme von Nokia gibt es bislang nicht.

Bei den Autoherstellern und Internet-Konzernen wie Google herrscht gerade der Trend der selbstfahrenden Autos. Immer wieder werden Prototypen fahrerlos durch die Städte geschickt. Um das automatisierte Fahren weiter voranzubringen, werden entsprechende Systeme und Navigationshilfen benötigt. Nokia Here sowie die neuen hochauflösenden Karten könnten hier als Grundlage für den weiteren Ausbau dienen.

Nokia war einst Weltmarktführer in Sachen Handy. Doch dann folgte der Abstieg. Die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang von Nokia erzählen wir in Bildern.

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