Chronik

Nokia: Tops und Flops des finnischen Handy-Herstellers

So lief es bislang, wie geht es weiter?
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Seit Anfang der 1990er Jahre mischt Nokia im Mobilfunkmarkt mit und ist sowohl bei Handys als auch bei Smartphones Weltmarktführer. Phasen mit Tops und Flops kennt Nokia zu Genüge. Schon oft kamen echte Innovationen aus dem hohen Norden, aber auch buchstäbliche Reinfälle waren dabei. Positive Dinge wie die beliebten Communicator-Smartphones oder das erste Handy mit eingebauter Kamera sind uns ebenso in Erinnerung geblieben wie die gescheiterte N-Gage-Plattform oder das kürzlich verkündete Aus für die Musikflatrate Ovi Music. Chronologisch haben wir uns einige Meilensteine der Konzerngeschichte herausgegriffen.

Top: 1996 der erste Communicator

Nokia: Tops und Flops des finnischen Handy-HerstellersNokia: Tops und Flops Vor fünfzehn Jahren brachte Nokia den Communicator 9000 auf den Markt. Er konnte E-Mails und Faxe empfangen und versenden und mit einem HTML-Browser sogar auf Webseiten zugreifen. Die Software setzte auf ein DOS-Betriebssystem (GEOS) auf. Erst sechs Jahre später erfolgte mit dem Modell 9210 der Wechsel zum Symbian-Betriebssystem (Series 80). Der letzte Communicator auf dieser Basis erschien 2004 (Modell 9500). Seitdem setzt Nokia auf Symbian S60. Als Nachfolger der Serie gilt das Modell Nokia E7, das seit im deutschen Handel erhältlich ist.

Top: 1999/2000 das Massen-Handy Nokia 3210/3310

Ende der 1990er Jahre wurden Handys massentauglich und viele Jugendliche liefen mit einem Nokia 3210 oder dessen Nachfolger Nokia 3310 durch die Gegend. Sowohl Optik als auch Ausstattung des Nokia 3310 waren für die damalige Zeit revolutionär: keine externe Antenne, Bildmitteilungen, T9 zum leichteren Verfassen von SMS. Bis heute ist das 3310 eines der meistverkauften Handys der Welt mit einer Stückzahl von über 125 Millionen Einheiten.

Top: 1999 das WAP-Handy Nokia 7110

Erstmals ins mobile Internet mit Namen WAP ging es 1999 mit dem Nokia 7110. Einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte das Slidergerät durch den Kinofilm Matrix. Zwar kam es verspätet auf den Markt und hatte Probleme mit dem Schiebemechanismus und dem Scrollrad. Dafür wurde es schnell zum Kult.

Top: 2002 der Allrounder Nokia 6310i

Ein wirklicher Allrounder und kaum totzukriegen war das Nokia 6310i. Es bot GPRS und HSCSD zum Datenversand und -Empfang, Bluetooth, Triband und konnte auch gut als Autotelefon genutzt werden. Noch heute gilt es vielen als bestes Nokia-Telefon aller Zeiten und ist als Gebrauchtgerät äußerst begehrt.

Top: 2002 das Kamera-Handy Nokia 7650

Nokia: Tops und Flops des finnischen Handy-HerstellersNokia N-Gage Ericsson hatte vorgelegt und seinen Modellen T39m und T68m eine ansteckbare Kamera spendiert. Das wollte und konnte Nokia nicht auf sich sitzen lassen und baute dem Nokia 7650 ein VGA-Modul ein. Damit war es das erste in Deutschland erhältliche echte Kamera-Handy. Es basierte auf dem Symbian-Betriebssystem und kostete zum Marktstart über 500 Euro ohne Vertrag. Ein Speicherslot fehlte allerdings.

Flop: 2003 die Spieleplattform N-Gage

Am Erfolg mobiler Spielekonsolen wie Nintendos GameBoy wollte Nokia ab 2003 partizipieren und schuf mit dem N-Gage eine Mischung aus Handy und mobiler Konsole. Als Betriebssystem kam auch hier Symbian zum Einsatz. Verantwortlich für den Misserfolg waren verschiedene Probleme: ein zu geringes Spieleangebot, der hohe Preis und der komplizierte Spielewechsel. Dazu musste sogar der Akku entfernt werden. Auch das Telefonieren machte nicht wirklich Spaß: Mikrofon und Lautsprecher befanden sich an der schmalen Seite des Gerätes – und es musst zum Telefonieren mit der Seite ans Ohr gehalten werden. Das prägte die Wendung "Brot am Ohr". Zwar erschien noch ein Nachfolgemodell, das einige Schwächen ausmerzte, im September 2010 wurde N-Gage aber endgültig beerdigt.

Flop: 2003: Wählscheiben-Nokia 3650

Als Nachfolger des Kamera-Handys Nokia 7650 platzierte Nokia ein Jahr später das Nokia 3650 – und ging beim Tastaturdesign neue Wege. Die Tasten waren angeordnet wie bei einer Wählscheibe. Wer es bislang gewohnt war, blind eine SMS zu tippen, musste umlernen. Obwohl das 3650 eine gute Ausstattung mit Speicherslot und Opera-Browser bot, war es wenig erfolgreich und wurde bald vom 3660 abgelöst, dessen einzige Neuerung eine klassische Tastatur war.

Flop: 2003 das UMTS-Handy Nokia 7600

Nokia: Tops und Flops des finnischen Handy-HerstellersNokia 7600 Und noch ein Nokia-Flop aus dem Jahr 2003. UMTS war gerade geboren und alle Hersteller versuchten, ansprechende Geräte herauszubringen. Das erste in Deutschland erhältliche UMTS-Handy war das Nokia 7600. Und wieder setzte der finnische Hersteller auf ein extravagantes Tastaturkonzept. Diesmal waren die Tasten links und rechts neben dem Display angeordnet. Das erlaubte ebenfalls nicht gerade komfortables Tippen. Daher blieb es bei diesem einen Versuch, ein derartiges Konzept zu etablieren. Und UMTS lockte zu dem Zeitpunkt auch noch keinen Hund hinter dem Ofen hervor - das Nokia war für einen Absatzerfolg noch zu früh dran.

Top: 2004 der Klassiker Nokia 6230

Ein Jahr später bewies Nokia dann, dass sich Ausrutscher auch wieder gut machen lassen und brachte das Nokia 6230 und ein Jahr später das etwas angepasste Nokia 6230i auf den Markt. Es wurde damals von Usern und Fachjournalisten sehr gelobt und war 2005 das europaweit am meisten verkaufte Handy. Das Erfolgsgeheimnis: klassisches Design, erweiterbarer Speicher, VGA-Kamera und eine gute Akkulaufzeit.

Top: 2004 der Smartphone-Bolide Nokia 6630

Auch wenn die Gehäuseform an eine Birne erinnerte: Das Nokia 6630 gehört zu den besten Smartphones aus dem Hause Nokia und war eines der ersten Smartphones mit UMTS-Modul. Dank Symbian-S60-Betriebssystem war es in Sachen Software erweiterbar und brachte sogar eine Office-Software zum Lesen und Bearbeiten von Dokumenten von Haus aus mit. Einzig die damals angesagte Frontkamera für Videotelefonie fehlte. Das korrigierte Nokia mit dem Nachfolger Nokia 6680. Videotelefonie auf dem Handy hat sich bislang nicht durchgesetzt.

Auf der zweiten Seite unserer Chronik stellen wir neben markanten Handys auch ganz spezielle Handy-Dienste von Nokia vor.

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