Testbetrieb

Nokia lässt Überwachungs-Drohne am Flughafen fliegen

Drohnen am Flughafen sind tabu? Nicht bei Nokia. Der Netzwerkausrüster testet bald ein System, bei dem Drohnen am Flughafen ohne Verstoß gegen Vorschriften eingesetzt werden können.
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Drohnen für verschiedenste Anwendungen haben in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Auch Privatleute können sich mittlerweile günstige Modelle leisten. Allerdings kommt manch ein Besitzer damit auf dumme Gedanken. Wer seine private Drohne beispielsweise in der Nähe eines Flughafens aufsteigen lässt, muss mit empfindlichen Bußgeldern oder Strafen rechnen.

Nokia darf bald aber genau das tun. Wie der Netzwerkausrüster heute mitteilt, startet Nokia eine Kooperation mit einem Flughafen-Betreiber, um Drohnen in der Nähe eines Flughafens zu testen. Dabei hat Nokia auch mitgeteilt, für was die Drohnen eingesetzt werden sollen.

Geplanter Einsatzzweck für die Drohnen

Eine Drohne von NokiaEine Drohne von Nokia Rund um einen Flughafen gibt es ja meist größere Verkehrsströme, die gelenkt werden müssen. Das betrifft sowohl öffentliche Busse und Taxis als auch den privaten Autoverkehr. Bislang war es in der Umgebung eines Flughafens praktisch tabu, Drohnen für das Verkehrs-Management aufsteigen zu lassen, da Drohnen im Umfeld eines Flughafens den Flugbetrieb beeinträchtigen können.

Zusammen mit dem Enschede Airport Twente in den Niederlanden testet Nokia allerdings demnächst die Nutzung von Drohnen an einem Flughafen. Die militärische Nutzung des Flughafens Twente endete bereits 2007 und für die Nutzung als Regionalflughafen gab es mittlerweile diverse Konzepte. Als Sportflughafen wird er aber nach wie vor genutzt.

Nokia unterzeichnete einen Vertrag über den Aufbau eines derartigen Verkehrsüberwachungssystems mit der Stadtverwaltung von Enschede, der Provinzregierung von Overijssel, mit Unmanned Systems Center B.V. und Area Development Twente. Das von Nokia aufgebaute Verkehrsüberwachungssystem soll für Real-Life-Simulationen sowie für kommerzielle Vorführungen genutzt werden.

Letztendlich soll das System so funktionieren, dass es einerseits den Verkehr in vom Boden aus schlecht einsehbaren Bereichen kontrolliert und dass es andererseits den strengen Sicherheitsvorgaben entspricht, die rund um einen Verkehrsflughafen gelten. Dafür ist auch eine gute Zusammenarbeit mit den zivilen Luftfahrtbehörden wichtig.

Die Drohnen werden ein LTE-Modem sowie ein GPS-Modul und andere Telemetrie-Einrichtungen an Bord haben. Das LTE-Netz rund um den Testflughafen muss so beschaffen sein, dass die erhobenen Daten ohne Verzögerung abgeführt werden können. Für die Mitarbeiter am Boden gibt es dann eine Smartphone-App, mit der sie einerseits die erhobenen Daten auslesen können, andererseits aber auch sehen können, wo die Drohne nicht hinfliegen darf oder zu welchen Zeiten sie nicht aufsteigen darf. Hierzu lassen sich die Vorschriften diverser Länder einspielen. Nokia hofft, dass die Plattform letztendlich dabei mithelfen kann, dass die momentan noch abweichenden Regularien in diversen Ländern aneinander angeglichen oder harmonisiert werden können.

Geplant ist, dass sich Besucher im Rahmen eines Tags der offenen Tür über das System informieren können. Dann soll auch gezeigt werden, wie das System bei der Notfall-Rettung oder bei der Erkennung von Vogelschwärmen an Flughäfen eingesetzt werden kann. Ein weiterer Einsatzzweck, der vorgeführt werden soll, ist die Überwachung landwirtschaftlicher Flächen.

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