Auf die Ohren

Musik satt: Nokia "Comes With Music" im Test

Das Angebot ist groß, hat aber einige Einschränkungen
Von Steffen Herget

Lange hat es gedauert, doch jetzt ist die Musik-Flatrate "Comes With Music" des finnischen Handyherstellers Nokia auch in Deutschland verfügbar. Im Musikportal des Anbieters stehen etwa fünf Millionen Titel zum Download bereit. Wie das Angebot genau funktioniert und wo die Stärken und Schwächen liegen, hat teltarif.de jetzt getestet.

Unbegrenzte Downloads, aber nur beschränkte Wiedergabe

Das Konzept von Comes With Music (CWM) sieht folgendermaßen aus: der Kauf eines der unterstützten Nokia-Handys berechtigt ein volles Jahr lang dazu, ohne weitere Kosten unbegrenzt viele Titel aus dem Music Store von Nokia herunterzuladen. Auch nach dem einen Jahr Laufzeit können die Titel weiter abgespielt werden, bleiben also weiter nutzbar. Der Zugang kann dabei sowohl über das Handy Nokia Comes With Music - Startbildschirm Handy Nokia Comes With Music - Startbildschirm Handy
Bild: teltarif.de
- in diesem Test diente ein Nokia 5800 XpressMusic als Testgerät - als auch über einen Computer erfolgen. Der Kaufpreis für das Handy liegt dabei höher als gewöhnlich, bei dem ebenfalls unterstützen Nokia N95 8GB etwa sind im Onlineshop von Nokia 113 Euro mehr für die CWM-Variante fällig. Auf dem Computer muss die Software "Nokia Music" installiert sein. Außerdem muss der PC, ebenso wie das Handy, für CWM registriert werden.

Die Musikstücke liegen im Format Windows Media Audio (WMA) vor und haben eine Komprimierungsrate von 192 kBit/s. Die heruntergeladenen Dateien sind allerdings mit einem DRM-Schutz versehen. Sie können weder als CD gebrannt werden noch mit einem Gerät abgespielt werden, das nicht für Nokia CWM registriert ist. Am PC ist die Wiedergabe darüber hinaus nur mit der Nokia-Software möglich. Will der Nutzer die Rechte an den heruntergeladenen Stücken komplett erwerben, muss nachträglich der normale Preis im Nokia Music Store gezahlt werden, meist 1 Euro pro Titel oder 10 Euro für ein Album.

Kosten für die Datennutzung müssen einkalkuliert werden

Es fallen für den Kunden im ersten Jahr keine weiteren Kosten für die Musik an, diese sind durch die Mehrkosten des Handys abgedeckt. Für die heruntergeladene Datenmenge muss aber schon bezahlt werden. Im Schnitt sind die Dateien jeweils etwa 5 Megabyte groß. Einen Unterschied zwischen mobilen und stationären Downloads gibt es nicht, demnach fallen bei der intensiven Nutzung auf dem Handy durchaus stattliche Datenmengen an. Soll also CWM vornehmlich auf dem Handy genutzt werden, ist ein entsprechender Datentarif Pflicht, am besten eine Flatrate. Nokia arbeitet in Deutschland mit dem Anbieter mobilcom-debitel zusammen, der die entsprechenden Handys zusammen mit passenden 24-Monats-Verträgen zu subventionierten Endpreisen schon ab 1 Euro anbietet. Die Tarifoption T@ke-Away-Flat etwa bedeutet allerdings wiederum Mehrkosten in Höhe von 9,95 Euro monatlich, zuzüglich zu den Kosten für den Basis-Tarif. Allerdings können die CWM-Handys auch etwa mit Prepaid-Verträgen oder ganz ohne SIM-Karte gekauft werden. Die freie Wahl des Mobilfunktarifs lässt dem Kunden damit zwar einerseits viele Möglichkeiten offen, andererseits ist dies aber auch eine potenzielle Kostenfalle, wenn der falsche Tarif gewählt wird. Der Nokia-Slogan, mit dem Kauf eines Handys "Unbegrenzt viel Musik herunterladen" zu können ist also mit Vorsicht zu genießen.

Sowohl das 5800 XpressMusic als auch die anderen CWM-Handys N95 8GB, N79 und 5630 XpressMusic verfügen jedoch über WLAN-Empfänger. So kann CWM beispielsweise zu Hause über den eigenen DSL-Anschluss genutzt werden und es fallen, sofern eine Flatrate vorhanden ist, keine weiteren Kosten an. Darüber hinaus können die Endgeräte recht einfach synchronisiert werden, so dass die eigentlichen Downloads auch schlicht am PC gemacht und die Lieder dann entsprechend auf das Handy übertragen werden können. Damit geht allerdings der Aspekt der mobilen Musik-Flatrate etwas verloren.

Nokias Musikportal ist gut bestückt

Das Angebot in Nokias Music Store lässt wenig Wünsche offen. Die Datenbank beinhaltet zur Zeit etwa fünf Millionen Titel, Nokia hat Verträge mit den großen Labels Universal Music, Sony BMG, Warner Music und EMI geschlossen, um den Mainstream-Markt möglichst vollständig abzudecken. Aber auch lokale Künstler und Nischenprodukte finden sich in der Datenbank. Einen gewissen Lokalkolorit verleiht Nokia dem Portal mit regionalen Charts wie etwa den Berlin-Empfehlungen der Redaktion für Bewohner der Hauptstadt. Die Aktualität der Titelauswahl ist in jedem Fall erstklassig, so fanden sich beispielsweise die neue Single der norwegischen Popgruppe A-Ha und das neue Album von Rapper Eminem sofort bei Verkaufsstart im Music Store zum Download ein. Auch das neue Album der US-Rocker Green Day wurde zum Verkaufsstart ausgiebig auf den Startseiten des Dienstes beworben. Vor dem Download können die ersten 30 Sekunden der Stücke als Probe angehört werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die Nutzung von Nokia Comes With Music auf Handy und Computer funktioniert und wo die Unterschiede liegen.

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