Prototyp

Nokia 9 Prototyp auf ersten Fotos

Nach längerer Abwesenheit sind wieder Nokia-Smartphones im Markt verfügbar. Nach drei Einsteiger-Geräten der Mittelklasse macht sich HMD Global nun bereit für die Oberklasse mit dem Nokia 9.
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Die französische Website FrAndroid hat die ersten Fotos des Flaggschiff-Smartphones Nokia 9 von HMD Global veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen Prototypen des Android-Smartphones, der zusätzlich in einer dicken und ausladenden Schutzhülle steckt. HMD Global will damit das finale Design noch unter Verschluss halten. Dennoch geben Fotos etliche Details zum kommenden Top-Smartphone mit Nokia-Schriftzug preis.

Unter anderem wird das frühere Gerücht rund um eine Dual-Kamera auf der Rückseite untermauert, die auch in einem ungewollten Leak von HMD Global selbst aufgetaucht war. Die Fotos des Prototypen zeigen zudem, dass die Kamera von einem LED-Blitzlicht und einem Infrarot-gestützten Fokus verstärkt wird.

Nokia 9 Prototyp
Dual-Kamera mit Infrarot-Sensor
Allerdings wird die Kamera keine Auflösung von 22 Megapixel besitzen, wie im Vorfeld spekuliert wurde. Stattdessen kommen zwei 13 Megapixel auflösende Sensoren zum Einsatz. Zu diesen gibt es noch keine näheren Details, ob es zwei Farbsensoren sind, oder ob einer der beiden Sensoren ein Monochrom-Sensor ähnlich der Dual-Kamera im Huawei P10 mit Leica-Technik ist. Eines der Fotos von der Kamera-App lässt die Vermutung zu, da zwischen einem Farb- und einem Mono-Modus unterschieden wird.

Einem ersten Test von FrAndroid zufolge ist die Bildqualität allerdings als sehr schlecht zu bezeichnen. Nicht nur fehlt es den Fotos an Details, sondern auch an einer ordentlichen Belichtung und Kontrast. Außerdem sollen zahlreiche Bildartefakte zu sehen sein. Da kann man nur hoffen, dass die mangelhafte Bildqualität am Prototypenstatus liegt und das Modell für den Verkauf eine bedeutend bessere Kamera-Qualität bietet.

Nokia 9 Prototyp
Ist einer der beiden Sensoren des Nokia 9 ein Monochrom-Sensor?
Unklar ist zudem, ob Technik von Carl Zeiss zum Einsatz kommt oder nicht. Interessant ist, dass auf den Fotos erste Ausblicke auf die Kamera-Software gegeben werden. So unterstützt das Nokia 9 einen Broadcast-Modus für Livestreams, die sich zu YouTube oder Facebook streamen lassen.

Vielsagende Aussparungen

Auch wenn das Gerät selbst so gut wie nicht zu sehen ist, geben die wenigen Aussparungen in der Hülle vielsagende Informationen preis. So wird das Nokia 9 über einen USB Typ-C Anschluss aufgeladen und mit einem PC verbunden. Ob es sich um den schnellen USB-Standard 3.1 handelt lässt sich freilich nicht sagen. Denkbar wäre es bei dem Flaggschiff-Charakter des Nokia 9 aber durchaus und vor allem auch ein Argument für die Zukunft.

Nokia 9 Prototyp
USB Typ-C ist gesichert
Nokia 9 Prototyp
Die 3,5 mm Klinkenbuchse bleibt erhalten
Weiterhin verraten die Fotos, dass HMD Global respektive Foxconn als Entwickler und Produzent des Android-Smartphones an der 3,5-Milimeter-Klinkenbuchse für Kopfhörer festhält. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie dem iPhone 7 oder HTC U11 setzt HMD Global noch nicht auf einen Kopfhöreradapter für die USB-Buchse.

Dafür lässt sich Foxconn bei dem verbauten Speicher nicht lumpen und setzt auf 4 GB RAM sowie 64 GB internen Speicher. Damit sollte das Nokia 9 nicht so schnell an den Rand seiner Leistungsfähigkeit kommen, zumal das Display mit 1440 mal 2560 Pixel auflöst, verteilt auf 5,27 Zoll. Zuletzt wurde davon ausgegangen, dass ein OLED-Display zum Einsatz kommt. Für ein OLED-Panel spricht der Fakt, dass das Nokia 9 laut FrAndroid einen Always-on-Modus mit Akkukapazität, verpasste ANrufe, Benachrichtigungen und Uhrzeit unterstützt. So ein Modus macht nur bei einem OLED-basierenden Display Sinn wegen des Stromverbrauchs.

Unter dem Display befinden sich zwei kapazitive Tasten, in deren Mitte ein Fingerabdrucksensor sitzt. Höchstwahrscheinlich wird dieser auch als Home-Taste fungieren. Ob er auch Gesten zu Steuerung unterstützt bleibt abzuwarten.

Nokia 9 Prototyp
Ob der Fingerabdrucksensor des Nokia 9 auch Gesten unterstützt ist unbekannt

Aktuelle Software ohne Schnörkel

Vorinstalliert ist auf dem Prototypen ein fast topaktuelles Android 7.1.1 Nougat, was für eine gute Update-Versorgung spricht. Immerhin will sich HMD Global als Vorbild in Sachen Aktualisierungen positionieren, da man Kunden das Recht auf aktuelle Software einräumen will. Ob der Vorsatz zu halten ist, werden die kommenden Monate zeigen.

Nokia 9 Prototyp
Speicher, Auflösung und Displaygröße: Das Nokia 9 ist ein Flaggschiff
Die Oberfläche wird HMD Global nahezu unverändert lassen, was auch den aktuellen Google Launcher mit Wischgeste zum Öffnen der App-Übersicht einschließt. Den Informationen von FrAndroid zufolge soll die Oberfläche und App-AUsstattung am ehesten mit einem Google Pixel vergleichen lassen.
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