Handy-Test

Das Nokia 6760 slide im Smartphone-Test

Slider-Handy kostet im freien Handel ab 215 Euro ohne Vertrag
Von Björn Brodersen

Den Bedienkomfort eines Nokia N97 oder auch eines Nokia 5800 XpressMusic bietet das Nokia 6760 slide nicht. Das liegt einerseits an dem kleinen Display mit 6,1 Zentimeter Bildschirmdiagonale und 240 mal 320 Pixel Auflösung, andererseits aber auch an der ungewohnten Anordnung des Bedien-Panels. Wer den aufgeschobenen Slider mit der QWERTZ-Tastatur nach unten hält, muss regelmäßig mit dem rechten Daumen weiter nach oben gehen, um Steuer- oder Shortcut-Tasten zu bedienen.

Nokia 6760 slide

Erfreulich dagegen: Das unter dem grafisch etwas veraltet anmutenden Symbian S60 laufende Nokia 6760 slide reagiert zügig und zuverlässig auf Eingaben. Die vierzeilige QWERTZ-Tastatur des Nokia 6760 slide zeichnet sich durch eine gute Raumaufteilung und klare Druckpunkte der Zeichentasten aus.

Begrenzter Multimedia-Spaß

Nokia 6760 slide Nokia 6760 slide
Foto: teltarif.de
Begrenzten Spaß bereiten die Multimedia-Funktionen dem Nutzer: Die Kamera kann bei 3,2 Megapixel-Auflösung und ohne Autofokus, Blitzlicht oder erweiterte Foto-Funktionen keine Fotos mit großartiger Qualität schießen. Die Bildqualität genügt allerdings, um die Schnappschüsse auf Flickr oder über ein Ovi-Account Freunden und Bekannten zu zeigen, und die Kamera löst schnell aus. Videos nimmt das Smartphone mit einer Auflösung von 240 mal 320 Pixel bei 15 Bildern pro Sekunde auf. Der Musikplayer und das UKW-Radio bieten in Sachen Klangqualität Durchschnittskost, allerdings passen an den 2,5-Millimeter-Klinkenanschluss nicht die im freien Handel gekauften Standard-Kopfhörer - zumindest nicht ohne Adapter. Per Bluetooth (A2DP) wird auch Stereo-Klang aufs Drahtlos-Headset übertragen.

Zur Ablage von Fotos, Musiktiteln und anderen Daten stehen auf dem fest verbauten Speicher nur 120 MB zur Verfügung. Der Nokia 6760 slide bietet jedoch einen Steckplatz für microSD-Karten mit bis zu 8 GB Speicherkapazität. Eine 2 GB große Speicherkarte liegt im Lieferumfang bei.

Die Sprechzeit für das Quadband-Handy (GSM-Netze um 850, 900, 1 800 und 1 900 MHz) gibt Nokia mit bis zu fünf Stunden im GSM-Betrieb oder bis zu vier Stunden im UMTS-Betrieb an. Für die Stromversorgung sorgt ein 1 500 mAh starker Li-Ion-Akku, bei normaler Nutzung muss man den Akku alle zwei bis drei Tage neu aufladen. Im Test des 15,6 Millimeter flachen und 124 Gramm schweren Sliders erlebten wir eine angenehme Gesprächsqualität, Stimmen der Gesprächspartner kommen vergleichsweise natürlich an. Fürs Anpassen der Klingeltonlautstärke an verschiedene Umgebungsszenarien stehen einstellbare Profile zur Auswahl, außerdem gibt es einen Flug- bzw. Offline-Modus.

Das Urteil

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Social-Networking- und Messaging-Fans finden in dem Nokia 6760 slide ein vergleichsweise üppig ausgestattetes Smartphone zu einem moderaten Verkaufpreis. Weniger geeignet ist der kompakte Plastik-Slider für das mobile Surfen auf Internetseiten oder für Multimedia-Anwendungen dazu ist allein der Bildschirm schon zu klein. Wünschenswert für die Zielgruppe dieses Handys wäre WLAN-Unterstützung gewesen, um beispielsweise unterwegs kostenlos aufs Internet zugreifen zu können.
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