Ausprobiert

Neue Nokias mit Android 7 Nougat überzeugen im Hands-On

Konnten uns die neuen Nokia-Smartphones mit Android 7 Nougat überzeugen? Ja! Aber ob es aber auch potenziell für den Smartphone-Olymp reichen könnte, lesen Sie im Hands-On.
Vom Mobile World Congress in Barcelona berichtet
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Auf dem Mobile World Congress hat Nokia zusammen mit HMD Global drei neue Android-Smartphones und das Feature-Phone Nokia 3310 in einer 2017er-Version präsentiert. Wir konnten uns vor Ort selbst einen ersten Eindruck von den neuen Geräten machen: Während der Hersteller mit dem Nokia 3 ein Einsteigergerät im Portfolio hat, stellen das Nokia 5 bzw. 6 eine bessere Ausstattung bereit.

Datenblätter

Egal für welches Gerät sich der Nutzer entscheidet: Als Betriebs­system ist Android 7 Nougat in der Stock-Version vorinstalliert. Nokia bzw. der Lizenznehmer HMD Global selbst verwendet dafür die Marketingbezeichnung "Pure Android". Auf Bloatware-Apps verzichtet der Hersteller. Wie uns ein Mitarbeiter des Unternehmens erklärte, sollen die Smartphones bereits eine Woche nach der Verfügbarkeit der monatlichen Android-Sicherheitsupdates einen Security-Patch erhalten. Alle Modelle sind mit LTE ausgestattet und werden auch in einer Dual-SIM-Variante erscheinen. Bemerkenswert: Ein Aufpreis soll für Dual-SIM nicht verlangt werden. Nokia 3: Handy wird voraussichtlich für unter 150 Euro auf den Markt kommenNokia 3: Handy wird voraussichtlich für unter 150 Euro auf den Markt kommen

Nokia 3: Das Einsteigermodell für unter 150 Euro

Zum Preis von unter 150 Euro wird HMD das Nokia 3 auf den Markt bringen. Eine konkrete Preisempfehlung für den deutschen Markt steht allerdings noch aus. Das Nokia 3 verfügt über ein 5 Zoll großes Display mit HD-Auflösung. In unserem Hands-On-Test hinterließ der Bildschirm einen guten Eindruck. Bei der Verarbeitung des Handys muss der Nutzer keine Abstriche machen. Das Gehäuse macht einen stabilen Eindruck und die seitlichen Hardware-Buttons zur Ansteuerung von Standby und der Lautstärke lassen sich leicht­gängig bedienen. Für die Verwendung von Standard-Apps sollte die Performance der integrierten MediTek-6737-CPU ausreichen, zudem sind 2 GB RAM an Bord. Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 2650 mAh. Für die Preisklasse nicht ungewöhnlich verbaut HMD beim Nokia 3 eine Kamera mit 8-Megapixel-Sensor.

Nokia 5: Mehr Leistung und größeres Display

Bei den neuen Nokia-Handys kommen leuchtstarke Displays zum EinsatzBei den neuen Nokia-Handys kommen leuchtstarke Displays zum Einsatz Während das Einsteigersegment mit dem Nokia 3 bedient wird, soll das Nokia 5 Nutzer ansprechen, die eine bessere Performance haben wollen - die magische Preisgrenze von 200 Euro will HMD allerdings nicht überschreiten. Anstelle einer MediaTek-CPU kommt beim Nokia 5 ein Snapdragon 430 zum Einsatz. Weiterhin sind 2 GB RAM an Bord. Ein leicht größeres Display (5,2 statt 5 Zoll) gehört ebenfalls zum Ausstattungsmerkmal des Nokia 5. Im Hands-On hinterließ das Gerät einen wertigen Eindruck und wurde dem Qualitätsanspruch an knapp 200 Euro teures Gerät mehr als gerecht. Bilder entstehen mit der 13-Megapixel-Hauptkamera. Auffällig ist im Vergleich zum Nokia 3 das veränderte Design der Buttons unterhalb des Displays. Der einfache Grund: Beim Nokia 5 und beim Nokia 6 ist ein Fingerabdrucksensor in den Home-Button eingelassen. Im Hands-On haben wir uns selbst davon einen Eindruck gemacht und die Ersteinrichtung erfolgreich durchgeführt. Es muss sich allerdings noch zeigen, wie sich die Funktion im Alltagstest schlägt. Für eine lange Laufzeit soll der fest verbaute 3000-mAh-Akku sorgen.

Nokia 6: Zwei Varianten und Edel-Look

Rückseite des Nokia 6 in SpezialausführungRückseite des Nokia 6 in Spezialausführung Während das Nokia 6 in China bereits erhältlich ist, müssen sich Europäer noch bis zum 2. Quartal gedulden, bis das aktuell leistungsstärkste Smartphone der Finnen seinen Weg nach Europa findet. Doch lohnt sich das Warten? Unser erster Eindruck fällt durchaus positiv auf. Wie schon bei den günstigeren Modellen Nokia 3 und 5 stimmt auch bei dem Quasi-Flaggschiff die Verarbeitung. Und mehr noch: In der ebenfalls angekündigten Special-Edition kommt das Gerät mit einem Highclass-Finish. Anstelle der eher unscheinbaren matten Gehäuserückseite verfügt die Spezialausgabe über eine glänzend schwarze Lackoberfläche. Sicherlich kein zwingendes Designelement, dennoch verleiht es dem Nokia 6 ein etwas mehr Flaggschiff-Attitüde.

Rein von den Specs ist das Gerät allerdings noch weit vom Highend-Segment entfernt. So müssen sich Nutzer mit einem Snapdragon 430 und 3 GB RAM begnügen. Mit einem Full-HD-Display übertrifft der 5,5-Zöller in Sachen Auflösung seine kleinen Geschwister deutlich. Um eine gute Performance unter Android 7 Nougat müssen sich Nutzer wohl nicht sorgen. Allerdings fehlt es noch an Praxiserfahrungen um die Leistung abschließend beurteilen zu können. Als Hauptkamera ist eine Knipse mit 16 Megapixel an Bord, der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 3000 mAh.

Nokia-Smartphones von HMD: Gelungenes Comeback?

Clean Android bei neuen Nokia-SmartphonesClean Android bei neuen Nokia-Smartphones Noch ist es zu früh, um darüber zu urteilen, ob Nokia mit dem auf dem MWC vorgestellten Geräte-Lineup ein Comeback im Smartphone-Markt gelungen ist. Gerade die Versprechungen im Bezug auf regelmäßige Sicherheitsupdates wenige Tage nach Google-Veröffentlichung und die zeitnahe Bereitstellung neuer Android-Versionen lässt sich erst bewerten, sobald die neuen Modelle einige Zeit auf dem Markt sind. Rein von der Verarbeitung her knüpfen Nokia 3, 5 und 6 in guter Tradition an die hohe Qualität der indirekten Vorgänger an. Damit ist zumindest die (Hardware-)Basis gelegt, auf der die Software dann aufbauen kann.

In einer weiteren Meldung haben wir über die Ankündigung der Nokia-Smartphones berichtet und dabei auch beleuchtet, wie sich die Neuauflage des Nokia 3310 in das Portfolio einreiht. Ein Hands-On des Nokia 3310 folgt.

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