Handy mit sicherem OS

NitroPhone 1: "Sicherstes Android-Handy" mit GrapheneOS

Ein Pixel 4a mit einem beson­ders sicheren Betriebs­system in Form des GrapheneOS klingt nach einem guten Gespann, der Kosten­faktor schreckt aller­dings ab.

„Das sicherste Android auf dem Planeten“, verspricht das Unter­nehmen NitroKey für das von ihm ange­botene NitroPhone 1. Bei diesem Smart­phone handelt es sich um ein Google Pixel 4a, welches mit dem stark modi­fizierten Android-Betriebs­system GrapheneOS ausge­stattet wurde. Die Soft­ware wird sogar vom Enthül­lungs­jour­nalisten Edward Snowden favo­risiert. In Kombi­nation mit dem Sicher­heits­chip Titan M gibt es unter anderem eine Sandbox für Apps, Schutz vor Tracking, eine Fire­wall und einen veri­fizierten Boot­vor­gang. Das Plus an Sicher­heit hat aber seinen Preis, und der liegt bei 630 Euro.

NitroPhone 1 verspricht hohen Daten­schutz

Das NitroPhone 1 alias Pixel 4a Das NitroPhone 1 alias Pixel 4a
NitroKey

Google Pixel 4a

Der Berliner Konzern NitroKey hat sich der digi­talen Sicher­heit verschrieben und offe­riert mit dem NitroPhone 1 ein beson­ders abge­schot­tetes Smart­phone. Bei diesem Mobil­gerät handelt es sich um einen alten Bekannten, nämlich dem im August 2020 veröf­fent­lichten Google Pixel 4a. An der Hard­ware wurde nichts verän­dert, die einzige Abwei­chung stellt das vorin­stal­lierte Betriebs­system GrapheneOS dar. Edward Snowden würde laut NitroKey das von Daniel Micays modi­fizierte Android bei einer Smart­phone-Konfi­gura­tion verwenden. Aller­dings nicht, ohne ergän­zend die Mikro­fone auszu­löten.

Passend zu Snow­dens Tipp bietet das Unter­nehmen an, die Mikro­fone vor dem Erwerb zu entfernen. Anschlie­ßend ließen sich Tele­fonate nur noch über ein Headset tätigen. Wer vor neugie­rigen Blicken geschützt sein möchte, kann zum Preis von 12 Euro eine Blick­schutz­folie für das NitroPhone 1 dazu bestellen. Neben den eingangs erwähnten Sicher­heits­funk­tionen wartet GrapheneOS mit Beson­der­heiten wie gehär­teten Stock-Apps, einem abge­sicherten Browser und der Abwe­sen­heit von Google-Apps auf. Der auto­mati­sche Kill Switch fährt das Handy bei Inak­tivität über einen bestimmten Zeit­raum herunter. Ferner gibt es einen Schutz gegen Over-the-Air-Exploits.

Doppelter Preis für eine Soft­ware-Instal­lation?

Wem die Privat­sphäre beson­ders wichtig ist, für den dürfte GrapheneOS tatsäch­lich eine Über­legung wert sein. Aller­dings können Sie das quellof­fene Betriebs­system auch über diese Webseite beziehen und selbst auf einem Pixel 3 (XL), Pixel 3a (XL), Pixel 4 (XL), Pixel 4a (5G) oder Pixel 5 instal­lieren. Das Pixel 4a ist bereits ab 319 Euro erhält­lich, womit es 311 Euro güns­tiger als das NitroPhone 1 ist. Mit einem regu­lären Kauf des Google-Handys und einer manu­ellen Instal­lation von GrapheneOS würden Sie also viel Geld sparen. Hierbei sollten entspre­chende Kennt­nisse vorhanden sein. Die Prozedur geschieht auf eigene Gefahr.

Wenn es ein High-End-Modell von Google sein soll: das Pixel 6 erscheint wohl im Oktober.

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