Digitalradio

DAB+: Niedersachsen vor Ausschreibung für privaten Mux

Nach dem Start eines landes­weiten Multi­plex in Nord­rhein-West­falen steht nun auch Nieder­sachsen vor der Einfüh­rung von DAB+ für den Privat­funk. Es wäre eine Kehrt­wende um 180 Grad.

Auch die bislang hart­näckigsten Gegner und Kritiker des Digi­tal­radios DAB+ wollen nun selbst beim Digi­tal­radio mitmi­schen: Nach dem Start in Nord­rhein-West­falen steht nun auch Nieder­sachsen vor der Einfüh­rung eines landes­weiten DAB+-Netzes für den Privat­funk.

Wie der Geschäfts­führer des Privat­sen­ders ffn, Harald Gehrung, in einem Video-Inter­view gegen­über dem Bran­chen­portal "Radio­szene" erklärt, sei die Novelle des Landes­medi­enge­setzes in den letzten Zügen. "Nach meinem Kennt­nis­stand wird Ende dieses oder Anfang des kommenden Jahres dieses Gesetz im Landtag verab­schiedet, sodass ich davon ausgehe, dass im ersten oder zweiten Quartal 2022 eine Ausschrei­bung statt­finden kann."

Meinung zum Digi­tal­radio geän­dert

radio ffn bald auch in Niedersachsen auf DAB+? radio ffn bald auch in Niedersachsen auf DAB+?
Screenshot: Michael Fuhr
Das über­rascht, denn noch 2019 sollte die Landesregie­rung Nieder­sach­sens DAB+ bundes­weit zu Fall bringen. Dabei wurde sie vom Landtag aufge­fordert, sich bei Bund und Ländern für ein Ende des digital-terres­trischen Radios DAB+ einzu­setzen. Der einstim­mige Beschluss des Land­tags, dessen Urheber wahr­schein­lich neben der FDP-Frak­tion im Landtag die privaten UKW-Veran­stalter waren, sorgte für viel Kritik und schei­terte letzt­lich am Wider­stand aus anderen Bundes­län­dern.

Auch der Privat­sender ffn sah wie die Konkur­renten DAB+ lange kritisch, habe aber inzwi­schen die Haltung geän­dert, so Gehrung. "Der Haupt­punkt, warum wir und andere zu DAB+ inzwi­schen eine andere Einstel­lung haben, ist sicher­lich der, dass es heute kein neues Auto mehr gibt, was kein DAB+-Modul hat". Das habe die ganze Sache "wesent­lich beschleu­nigt".

radio ffn ist mit dem Haupt­pro­gramm bereits in Hamburg und Bremen über DAB+ zu hören sowie mit dem Webradio-Ableger Radio Boller­wagen in Nord­rhein-West­falen. Nieder­sachsen ist neben Meck­len­burg-Vorpom­mern aktuell das letzte Land, in dem regio­nale UKW-Veran­stalter noch nicht Simul­cast über DAB+ empfangbar sind.

In Sachsen erfolgte jetzt die Ausschrei­bung für regio­nale und einen landes­weiten Mux, im Saar­land steht ein privater Multi­plex noch in diesem Jahr in den Start­löchern und auch in Thüringen gibt es seit der vergan­genen Woche regio­nales Privat­radio über DAB+.

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