Ende einer Ära

Niederländer schaffen Telefonbuch nach 137 Jahren ab

Das gedruckte Telefonbuch ist dank Online-Suchmöglichkeit ein Auslaufmodell. In den Niederlanden zieht man nun die Reißleine - das Buch verschwindet.
Von mit Material von dpa
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Niederländisches Telefonbuch: Bald nur noch onlineNiederländisches Telefonbuch: Bald nur noch online Nach knapp 140 Jahren schaffen die Niederlande das Telefonbuch auf Papier ab. Der Herausgeber kündigte heute im niederländischen Radio das Ende einer Ära an.

Das Internet mache das Buch überflüssig. "Es ist das einzige Buch in den Niederlanden, in dem praktisch jeder einmal gestanden hat", sagte Herausgeber Erik Wiechers dem Radio. Die übergroße Mehrheit der Niederländer suche Telefonnummern in der Online-Ausgabe des "Telefoongids", teilte der Verlag mit.

Der Verlag DTG wird die Herausgabe von gedruckten Telefonbüchern mit einer Sonderedition stilvoll abschließen. Die Telefonauskunft unter der Nummer 1819 bleibt als Alternative zur Online-Suche allerdings bestehen.

Verlag konzentriert sich auf Online-Marketing

Nur eine kleine Gruppe alter Leute in ländlichen Gebieten schaue tatsächlich noch ins Buch. Man wolle Schulungen anbieten, damit sie Nummern künftig online finden. Die Daten sind seit 1996 auch online verfügbar.

In der ersten Ausgabe 1881 standen 49 Adressen. In den 1980er Jahren waren fast sieben Millionen Exemplare gedruckt worden. Das Telefonbuch wird ab Februar zum letzten Mal in den Haushalten verteilt.

DTG konzentriert sich nach eigenen Angaben nun voll und ganz auf die Betreuung kleiner Unternehmen und hilft diesen, besser online auffindbar zu sein. Der Verlag bringt seine 85 000 Kunden auf Websites wie Google, Facebook, uren.nl und auf Standort- und Navigationsdienste wie TomTom und Apple Maps. Außerdem bietet der Verlag ein Kundenbewertungsprogramm und SEO-Google-Adwords-Kampagnen.

Die in Deutschland verfügbaren Dienste präsentieren wir auf unserer Ratgeberseite zur klassischen Telefonauskunft und alternativen Diensten.

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