Kostenfalle

Doch keine Flat: Das ist in Flatrates nicht enthalten

Der Begriff Flatrate suggeriert eine unbegrenzte Nutzung von Telefonie, SMS und mobilem Internet - doch häufig lauert im Kleingedruckten die Kostenfalle. Wir haben zu­sammen­ge­tragen, was in Flatrates nicht eingeschlossen ist und manchmal sogar extra berechnet wird.
AAA
Teilen (2)

Seit Ende der 1990er-Jahre assoziieren Internet- und Telefonkunden den Begriff Flatrate mit Tarifen, bei denen zum Pauschalpreis alles inklusive ist, ohne dass eine zeit- oder volumenbasierte Abrechnung stattfindet. Sogar Gerichte mussten sich schon mit der Definition einer Flatrate befassen.

Obwohl im Festnetz, Mobilfunk und Internet heutzutage Flatrates die Regel sind und auch exzessiv beworben werden, stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, dass doch nicht alles inklusive ist, was der Kunde vielleicht erwartet hat. Der Verbraucher bemerkt dies oft erst, wenn es bereits zu spät ist - also wenn der Vertrag abgeschlossen wurde und die ersten Rechnungen eintrudeln.

In unserem Übersichtsartikel haben wir einmal exemplarische Beispiele von Flatrates und Pauschaltarifen herausgegriffen, bei denen - entgegen der landläufigen Meinung - doch wieder zusätzliche Kosten entstehen können.

Konferenznummern und Datendienste mit Festnetzvorwahl

Doch keine Flat: Das ist in Flatrates nicht enthaltenDoch keine Flat: Das ist in Flatrates nicht enthalten Telefonkonferenzdienste und Datendienste für Privat- und Geschäftskunden werben oft damit, dass sie für ihre Einwahl keine Sonderrufnummern, sondern deutsche Festnetznummern verwenden. Wer eine Festnetz- oder Allnet-Flat hat denkt sich: Feine Sache - ich bezahle nichts extra. Doch mit der nächsten Rechnung kommt gegebenenfalls das böse Erwachen.

Denn viele Provider publizieren mit ihren Leistungsbeschreibungen Listen derartiger Einwahlnummern, die im monatlichen Flatrate-Kontingent nicht enthalten sind. Als Beispiel: 1&1 hat diese Sperrlisten hier veröffentlicht. Wichtig dabei zu wissen ist, dass diese Listen regelmäßig aktualisiert und um weitere Nummern ergänzt werden. Wer also einen Vertrag bei einem Provider abschließt in der Annahme "mein Konferenzdienst steht nicht auf der Liste und wird auch nicht berechnet" muss damit rechnen, dass die Nummer einige Wochen später dann doch separat abgerechnet wird. Auch die Telekom hat eine Liste von Online-Diensten und Rufnummern [Link entfernt] , die zur Übermittlung von Daten genutzt werden, veröffentlicht.

Das grundsätzliche Problem besteht darin, dass dieses Phänomen bei der Bewerbung von Flatrates beziehungsweise bei Vertragsabschluss meist nicht kommuniziert wird - viele Telefon-Nutzer erfahren davon oft erst, nachdem der Vertrag bereits läuft und/oder erste Posten auf der Rechnung auftauchen.

Rufnummerngassen 032 und 0700

Die Rufnummerngassen mit der 032 und der 0700 wurden extra geschaltet, um bundesweite Rufnummern anbieten zu können, die unabhängig von einem Ortsnetz - beispielsweise per VoIP - realisiert werden. Das Problem dabei ist, dass viele Telefonkunden, die das nicht wissen, eine Rufnummer - beispielsweise mit der Vorwahl 03212 - gedanklich als Festnetznummer wahrnehmen.

Schaut man in die Preislisten der Provider, wird aber klar, dass die Rufnummerngasse 0700 nie in Flatrates enthalten ist, sondern immer extra abgerechnet wird. Bei der 032 gibt es einige Festnetzanbieter, bei denen Telefonate zur 032 in Flatrates eingeschlossen sind. Beim Großteil der Mobilfunkprovider ist das aber nicht der Fall. Wer derartige Nummern anruft, sollte also vorher in die Preisliste seines Providers schauen. Beispielhaft für andere Provider nennen wir hier einmal Base, der Provider erläutert das Phänomen 032 den Kunden gegenüber immerhin ausführlich.

Auf der folgenden Seite widmen wir uns Tarifen, die zwar als Flat betitelt sind, aber nur ein begrenztes Freikontingent enthalten. Außerdem beleuchten wir die Einschränkungen bei mobilen Datenflats und SMS-Quasi-Flats, die doch nicht unlimitiert sind.

1 2 3 vorletzte
Teilen (2)

Mehr zum Thema Flatrate