Konferenz

Dafür brauchen wir den LTE-Nachfolger 5G

Warum muss die Industrie mit 5G überhaupt einen Nachfolger für LTE entwickeln? Branchengrößen wie die Telekom, Ericsson, Huawei und andere diskutieren dies momentan auf der NGMN-Konferenz in Frankfurt. Telekom-CTO Bruno Jacobfeuerborn verabschiedete sich dort.
Von der NGMN-Konferenz in Frankfurt berichtet
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NGMN-Konferenz in FrankfurtNGMN-Konferenz in Frankfurt Warum brauchen wir überhaupt einen neuen Mobilfunkstandard 5G? Ist LTE nicht genug? Und was erwarten die Nutzer von einem leistungsfähigen Mobilfunknetz? Diese Frage diskutieren die wichtigsten Branchengrößen momentan auf der NGMN-Konferenz in Frankfurt. NGMN steht hierbei für "Next Generation Mobile Network".

Die einleitende Keynote hielt Bruno Jacobfeuerborn, der sich nicht nur als CTO von der Telekom verabschiedet, sondern auch als Chairman der NGMN Alliance. Letztendlich geht es laut Jacobfeuerborn nicht nur darum, dem Nutzer ein besseres Netz zu bieten, sondern die Vernetzung von Industriezweigen zu fördern.

Vernetzte Welt für zukünftige Generationen der Normalfall

Jacobfeuerborn sieht insbesondere den Energiesektor sowie andere Industriezweige als Profiteure eines neuen Mobilfunkstandards. Diverse Geschäftsmodelle seinen nur über einen neuen Mobilfunkstandard wie 5G realisierbar. Über 5G seien ganz neue Dienste für die Nutzer möglich.

Bruno Jacobfeuerborn verabschiedet sichBruno Jacobfeuerborn verabschiedet sich als Chairman der NGMN Alliance Interessant war, dass Jacobfeuerborn 5G nicht als Revolution sieht, sondern als Weiterentwicklung bisheriger Standards. Ein Beispiel dafür sei die Versuchsstrecke für selbstfahrende Autos auf der A9 bei Ingolstadt. Jacobfeuerborn sprach aber auch davon, dass es für die "Digital Natives", also etwa die ab 1980 geborenen Menschen, ganz normal sei, digitale Technik um sich zu haben. Sie würden die Technik als Teil des normalen Lebensumfelds betrachten. Und für zukünftige Generationen werde eine komplett vernetzte Welt zum regulären Lebensumfeld gehören.

In der Zukunft seien VR-Brillen und vernetzte Roboter zuhause der Normalfall. Und alle Techniken, die wir momentan nutzen, seien vor rund zwanzig Jahren einmal standardisiert worden. Darum sei es wichtig, dass dieser Entwicklungsprozess weiter vorangeht.

Noch nicht alle Standards sind festgelegt

Ulf Ewaldsson von Ericsson auf der NGMN-KonferenzUlf Ewaldsson von Ericsson auf der NGMN-Konferenz Ulf Ewaldssson von Ericsson betonte, es sei für die Branche niemals schwierig gewesen, Bandbreite zur Verfügung zu stellen, sondern damit Geld zu verdienen. Bis 2021 werde der Netzwerkverkehr im Internet rasant steigen. Ewaldsson sprach davon, es müsse eine weltweite Netzwerkarchitektur für 5G geschaffen werden, die ohne technische Barrieren funktioniert.

Laut Ewaldsson hat die technische Entwicklung in den vergangenen Monaten gute Fortschritte gemacht. Herausforderungen gebe es aber noch bei der Kontrolle und Wartung der neuen Netze. In diesem Bereich sei es noch schwierig, gemeinsame Standards zu finden. Ewaldsson sieht offene Standards hier als die Lösung.

In Zukunft werde es überall Sensoren geben, die per 5G untereinander vernetzt sind. Auch Fahrzeuge, die Infrastruktur und das Gesundheitswesen werden laut Ewaldsson zukünftig total vernetzt sein. 5G werde den Vorteil bieten, geringere Latenzzeiten als bisherige Mobilfunkstandards zu bieten, was für die Übertragung von Echtzeitdaten notwendig ist.

Ewaldsson will hierbei insbesondere mit der Auto-Industrie und natürlich weiterhin mit den Netzbetreibern konstruktiv zusammenarbeiten. Ericsson werde dazu in der Zukunft vermehrt "Liebesbriefe" an andere Marktteilnehmer verschicken - eine verschmitzte Anspielung auf das in der Vergangenheit nicht immer ganz einfache Verhältnis zwischen Netzwerkausrüstern und Netzbetreibern.

Auf der NGMN-Konferenz sind auch Auto-Hersteller vertreten, die die Entwicklung von Diensten über 5G vorantreiben: BMW fordert spezielle Mobilfunk-Frequenz für den Notruf.

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