NG.fast

Swisscom und Huawei erreichen bis zu 5 GBit/s über Kupferkabel

Swisscom und Huawei Schweiz erproben die Übertragungstechnik NG.fast und erreichen aktuell bis zu 5 GBit/s im Download. Die Technik eignet sich gut für den Einsatz bei FTTB.
Von Andre Reinhardt
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Potenzielles Einsatzgebiet von NG.fast
Potenzielles Einsatzgebiet von NG.fast
Der Netzbetreiber Swisscom und Huawei Schweiz haben bei ihren aktuellen Tests mit dem Festnetz-Übertragungsverfahren NG.fast erfolgversprechende Labor­er­geb­nisse erzielt. Maximal 5 GBit/s in der Spitze zeigen das große Potential der Breit­band­technologie auf. Im Herbst 2016 führte Swisscom den Vorgänger G.fast ein, der regional aktuell bereits etwa 70 000 Haushalte und Geschäfte mit bis zu einem halben Gigabit pro Sekunde versorgt.

Bis Ende 2021 möchte das Schweizer Telekommunikationsunternehmen einen nahezu flächendeckenden Ausbau umsetzen, anschließend stellt NG.fast eine attraktive Option zur Optimierung der Infrastruktur dar.

Swisscom erzielt große Fortschritte bei NG.fast

Das rekursive Akronym "fast" bei G.fast steht für "fast access to subscribers terminals", beschreibt also einen schnellen Zugang zu den Endkundengeräten. Im Mai 2017 führte der Münchner Netzbetreiber M-net erstmals in Deutschland diese Übertragungstechnologie ein. Die Forschung geht in der Schweiz bereits einen Schritt weiter, denn dort testen Swisscom und die Schweizer Niederlassung Huaweis seit August die Weiterentwicklung NG.fast. Wie das ICT-Unternehmen nun in einer Pressemitteilung verkündet, werden große Fortschritte erzielt.

Als eines der weltweit ersten Telekommunikationsunternehmen untersucht Swisscom in seinem Labor Multiline NG.fast. Die Übertragung erfolgt über zwei Vectoring-Leitungen. Sofern die richtigen Voraussetzungen gegeben sind, sind mit NG.fast zwischen 1 GBit/s und 5 GBit/s beim Empfangen von Daten möglich. Die Distanz des Kupferkabels darf eine Grenze von 100 Meter ab dem Glasfaser-Kupfer-Übergabepunkt nicht überschreiten, was durch die hohe Frequenz von 500 MHz bedingt ist. NG.fast bietet sich deshalb vor allem bei der Netzarchitektur FTTB (Glasfaser bis zum Gebäude) an.

Swisscom und Huawei über NG.fast

Heinz Herren, CTO und CIO bei Swisscom, ist begeistert von den Forschungsergebnissen und dem Wandel der Bandbreiten innerhalb des letzten Jahrzehnts: "Vor zehn Jahren hat jeder Ingenieur noch ungläubig mit dem Kopf geschüttelt, wenn man über Bandbreiten im Gigabit-Bereich auf Kupferkabeln in Kombination mit Glasfaser gesprochen hat".

Auch Huawei Schweiz, vertreten durch den CEO Haijun Xiao, ist positiv gestimmt: "Die Partnerschaft mit Swisscom erlaubt es uns, neuste Technologien kontinuierlich zu verbessern und auf die Bedürfnisse von Telekommunikationsunternehmen auszurichten. So sorgen wir für eine noch besser vernetzte Schweiz.", teilt die Führungskraft des Netzwerkausrüsters mit. Ob NG.fast bei Swisscom zum Einsatz käme, sei zwar noch nicht entschieden, die Chancen stünden laut dem ICT-Konzern jedoch gut.

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