Erfahrungen

Nexus 5 im Test: Googles Angriff auf die Klassen-Besten

Schwächen bei Kamera und Freisprecheinrichtung
Von Hans-Georg Kluge

Frühere Nexus-Smartphones hatten bestenfalls eine Schnapp­schuss-taugliche Kamera. Mit dem Nexus 5 soll sich das ändern. Der 8-Megapixel-Sensor verfügt über eine zusätzliche Bild­stabilisierung, die recht ordentlich funktioniert. Sie hält das Bild auf dem Display sehr ruhig - auch dann noch, wenn wir bewusst stärker zittern als sonst. Für den digitalen Zoom ist dies umso wichtiger - hier wirkt sich jede kleine Bewegung negativ auf die Bildschärfe aus. Die Qualität der gezoomten Bilder hält allerdings nicht mit einer optischen Vergrößerung des Bild­ausschnitts mit.

Google Nexus 5

Ein Bär auf einer Brücke mit HDR+ Ein Bär auf einer Brücke mit HDR+
Bild: teltarif.de
Im Standard-Modus gefallen uns die Farben aber nicht so sehr. Sie wirken hier recht kraftlos. Aktivieren wir hingegen die HDR+-Funktion, kommen Farben gut zur Geltung - allerdings gibt es nun keine Möglichkeit mehr, den Blitz oder den digitalen Zoom zu verwenden. Schwer­wiegende Kom­primierungs­artefakte können wir nicht finden.

Die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera sind sonst allerdings sehr beschränkt. Es gibt keine Möglichkeit, die Auflösung oder gar das Seiten­verhältnis der aufge­nommenen Bilder zu verändern. Mit Photosphere lassen sich Rundum-Panoramen erstellen - die Funktion erfordert jedoch sehr viel Geduld. Die einfache Panorama­funktion erstellt ein Bild einer 180-Grad-Ansicht.

Einschätzung zum Preis-Leistungsverhältnis und Alternativen

Das gleiche Motiv ohne HDR+ Das gleiche Motiv ohne HDR+
Bild: teltarif.de
In unserem Vergleich mit anderen High-End-Smartphones zeigte sich bereits: Das Nexus 5 liefert Spitzen-Hardware zum Mini-Preis. Lediglich das LG G2 kann noch mithalten - aber nur mit kleinerem internen Speicher. Für Spieler kommt ein Smartphone aus der HTC-One-Serie in Betracht - die eingebauten Laut­sprecher sind bei HTC deutlich besser. Wer ein größeres Display möchte, findet im Samsung Galaxy Note 3 eine leistungs­starke Alter­native. Von der Leistung her schwächer, aber mit mehr Software-Features versehen, ist das Samsung Galaxy S4.

Ein üblicher Nachteil der Nexus-Reihe setzt sich auch mit dem Nexus 5 fort: Spannende Beigaben finden wir nicht. Weder gibt es spezielle Energie­spar-Optionen, noch finden wir Sensoren, die zum Beispiel verhindern, dass sich das Display abschaltet, wenn der Nutzer darauf blickt. Auch Design-Experimente wie rückwärtig angebrachte Tasten suchen wir auf dem Nexus 5 vergeblich.

Fazit: Spitzen-Smartphone mit Schwächen im Detail

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 1,3
  • Bedienung, Handling, Software: 1,5
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 1,3
  • Basis-Feature des Handys: 1,3
  • Einschätzung des Redakteurs: 1,3
  • Gesamtnote: 1,3
Das Nexus 5 zeigt im Test kaum Schwächen. So ist die Leistung des Smartphones überragend. Auch die Haptik überzeugt und es liegt sehr gut in der Hand. Zu bemängeln ist einerseits die Kamera. Diese macht zwar bessere Bilder als diejenige des Vorgängers, aber an die Spitzenreiter kommt sie nicht heran. Der eingebaute Mono-Lautsprecher kann ebenfalls nicht ganz überzeugen. Diese Schwächen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um eines der besten Android-Smartphones handelt, das wir bislang in unserer Redaktion hatten.
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