Smart Speaker

Neuer Amazon Echo Show mit Dreh-Display wird ausgeliefert

Amazons neuer Echo-Laut­spre­cher dreht sein Display immer zum Menschen hin. Das öffnet neue Wege für Inter­aktion mit der Maschine. Manchmal geht das aber noch ein wenig schief.
Von dpa /

Der Amazon Echo Show 10 der 3. Generation Der Amazon Echo Show 10 der 3. Generation
Bild: Amazon
Dieser Bild­schirm dreht sich. Wo immer man sich im Raum befindet, da zeigt das Display hin. Mit dem neuen Echo Show 10 hat Amazon das über Jahre unver­änderte Prinzip seiner vernetzten Laut­spre­cher mit Display ange­packt. Kameras, Mikro­fone, Soft­ware und ein Motor arbeiten nun zusammen - damit der Blick immer auf das Display fällt.

Amazon betont, dass die Maschine dabei nicht zu viel sieht und keine Daten das Gerät verlassen.

Mit der neuen Funk­tion kommt auch ein verän­dertes Design: Bisher kam der Echo Show in verschie­denen Größen als kompakter Keil, jetzt rotiert das Display um seine Achse auf einer Basis in Zylinder-Form. In ihr stecken unter anderem die Laut­spre­cher und der Motor. Die beiden Hoch­töner schwenken mit dem Display mit. Der Amazon Echo Show 10 der 3. Gene­ration kann hier bei Amazon erworben werden. Der Amazon Echo Show 10 der 3. Generation Der Amazon Echo Show 10 der 3. Generation
Bild: Amazon

Wie viel Drehen ist zu viel Drehen?

Bei der Einrich­tung kann man fest­legen, wie weit sich der zehn Zoll große Bild­schirm bewegen soll: Nur ein wenig, wenn das Gerät an einer Wand aufge­stellt wird, etwas mehr in einer Ecke - oder in voller 360-Grad-Rota­tion. Das ist zum Beispiel dann prak­tisch, wenn das Gerät auf einer Küchen­insel steht.

Im Ruhe­zustand steht der Echo Show 10 still. Spricht man Alexa an, dreht sich das Display zu einem hin. Und dann schwenkt der Bild­schirm mit - egal, ob man sich Infor­mationen von Alexa anzeigen lässt, zum Kochen einem Rezept folgen muss, sich ein Video anschaut oder in einer Video­kon­ferenz ist.

Die Bewe­gung wirkt lautlos, da Amazon sich für einen bürs­ten­freien Motor entschieden hat. Bei Video­kon­ferenzen nutzt die Kamera digi­talen Zoom, um Nutzer promi­nenter ins Bild zu bringen.

Kontu­rener­ken­nung statt Voll­sicht - sagt Amazon

Die Posi­tion ermit­telt der neue Echo Show 10 durch ein Zusam­men­spiel von Mikro­fonen und der Kamera am Rand des Bild­schirms. Dabei war Amazon nach eigenen Angaben ausdrück­lich darauf bedacht, nicht zu viele Infor­mationen zu sammeln.

Die Soft­ware ist darauf trai­niert, ledig­lich Konturen eines Menschen zu erkennen, aber keine Details. Die gesamte Rechen­arbeit dafür werde ausschließ­lich auf dem Gerät selbst erle­digt, sagt Nedim Fresko, der bei Amazon für Alexa-Geräte zuständig ist. Die Kamera kann mit einer Schiebe-Klappe abge­deckt werden.

Die zurück­gestufte Bild­erken­nung hat zur Folge, dass der Echo Show nicht zwischen einzelnen Nutzern unter­scheidet. "Wir machen keine Gesichts­erken­nung oder ähnli­ches", sagt Fresko. In einem Haus­halt mit mehreren Personen kann das seine Tücken haben: Verlässt man das Blick­feld des Geräts, dreht es sich, bis die Kamera auf den nächsten Menschen trifft, egal wer es ist.

Eine Heraus­for­derung sei auch gewesen, die rich­tige Balance bei der Justie­rung des Blick­win­kels zu finden, sagt Fresko. Am Anfang der Entwick­lung habe man den Echo Show schon bei der kleinsten Bewe­gung nach­zucken lassen. Jetzt wartet das Gerät auf größere Verän­derungen.

Ist es eine Hand oder bewegt sich da was?

Das Blick­feld der Kamera ist in drei Zonen aufge­teilt. Bleibt man in der Mitte, steht der Bild­schirm still. Verla­gert man sich in einen der Rand­bereiche, schwenkt er nach kurzer Warte­zeit mit. Trifft das Display auf ein Hindernis, fragt das Gerät, ob es die Bewe­gungs­spanne entspre­chend einschränken soll.

Die Knöpfe zur Einstel­lung der Laut­stärke und der Aus-Schalter für das Mikrofon befinden sich an der Ober­kante des Bild­schirms. Benutzt man sie, verdeckt manchmal die Hand die Kamera - und dann kann es passieren, dass man mit dem Echo Show unge­wollt Verste­cken spielt.

Denn die Soft­ware merkt, dass der Mensch nicht mehr im Blick­feld ist und sucht nach ihm. Amazon habe die Soft­ware bereits darauf trai­niert, eine Hand­bewe­gung vor der Kamera zu erkennen, das funk­tio­niere jedoch noch nicht immer, räumt Fresko ein.

Über die Alexa-App kann der Echo Show 10 auch genutzt werden, um von anderswo ins Zimmer rein­zuschauen. Bei dieser Live-Über­tra­gung bleibt es aber auch: Weder kann man Aufnahmen machen, noch hat das Gerät auto­mati­sierte Funk­tionen von Sicher­heits­kameras.

Der erste seiner Art - aber für wie lange?

Bei allen Einschrän­kungen schlägt der Echo Show ein neues Kapitel in der Inter­aktion zwischen dem vernetzten Zuhause und seinen Bewoh­nern auf: Ein Gerät, das seine Kamera nutzt, um auf Hand­lungen des Menschen zu reagieren.

Und es könnte nicht das einzige seiner Art bleiben - dem Finanz­dienst Bloom­berg zufolge arbei­tete auch Apple an einem ähnli­chen Konzept mit einem iPad-Tablet auf einem mecha­nischen Arm. Und dann gibt es noch seit einiger Zeit Speku­lationen über Amazons Pläne für einen Haus­halts-Roboter.

Bis es soweit ist, gibt es den Echo Show 10 (3. Gene­ration) in den Farben Anthrazit und Weiß. Das Verfolger-Display kostet 249,99 Euro. Der Verkauf erfolgt aktuell nur nach Deutsch­land und Öster­reich.

Smart Speaker sind vernetzte Laut­spre­cher, die über Sprach­befehle gesteuert werden. Pioniere der Technik sind Amazon und Google, aber auch Apple, Micro­soft und Samsung sind aktiv. Beim Daten­schutz gibt es große Bedenken.

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