Roadmap

Smart-Chips: Qualcomms Snapdragon wird schneller

Neue Chips mit höherem Takt und Doppelkern kommen

Es ist noch nicht lange her, dass Smartphone-Chips so leistungsfähig geworden sind, dass damit nicht nur Handys, sondern auch die von der Industrie als "Smartbooks" bezeichneten kleinen Laptops betrieben werden können, da kündigen die Hersteller bereits künftige Chipgenerationen mit gesteigerter Leistung an. Als erstes wollen wir hier die Roadmap von Qualcomm vorstellen.

Qualcomms Snapdragon-Chip mit bis zu 1 GHz Taktfrequenz war bereits einer der Stars der CES 2010. So ist er die CPU der Wahl im Mini-Laptop Lenovo Skylight, das noch im Frühjahr auf den Markt kommen soll. Der Snapdragon-Chip ist besonders stromsparend, verlangt aber nach einem alternativen Betriebssystem wie Windows Mobile, Android, ChromeOS oder ein anderes Linux-Derivat, nicht jedoch Windows 7 und dessen Vorgänger.

Der erste Streich: Höherer Takt

Snapdragon-Tablet Design-Studie eines möglichen Snapdragon-Tablets
mit Hilfstastatur...
Foto: teltarif.de
Erster Schritt ist das Update vom Snapdragon-Chip QSD8650 auf den QSD8650A. Dabei soll die Taktfrequenz von 1,0 auf 1,2 bzw. 1,3 GHz gesteigert werden (im Interview und im Pressematerial werden unterschiedliche Werte genannt). Da die Verringerung der Strukturgröße auf 45 nm die Effizienz der Logik-Gatter erhöht, soll diese Steigerung die Leistungsaufnahme etwa unverändert lassen. Der Energiebedarf für eine konkrete Aufgabe wird in der Regel sinken.

Weitere Maßnahmen zur Leistungssteigerung sind aus der PC-Technik gut bekannt, etwa die Umstellung auf DDR-RAM ("double data rate"-Hauptspeicher). Erste Testmuster des QSD8650A sollen bereits Ende des Monats ausgeliefert werden, die Verfügbarkeit von Stückzahlen ist für das Frühjahr geplant. Da Prozessortakt und Speicheranbindung gleichermaßen verbessert werden, ist zu hoffen, dass die höhere Performance auch beim Nutzer ankommt, Software also tatsächlich im Verhältnis der Taktfrequenuzen schneller ausgeführt wird.

Der zweite Streich: Doppelkern und noch höherer Takt

Snapdragon-Tablet ...die in einen Rahmen auf der Rückseite des
Geräts eingelegt wird...
Foto: teltarif.de
In der zweiten Jahreshälfte will Qualcomm bereits Testmuster vom Nachfolger QSD8672 ausliefern können. Diese bieten zum einen eine noch höhere Taktfrequenz von 1,5 GHz zum anderen die Integration von zwei Kernen auf einem Chip. Intels Atom bietet zwar einen etwas höheren Takt, aber nur einen echten Kern. Die Möglichkeit bei einigen Atoms, auf einem Kern per Hyperthreading zwei Aufgaben gleichzeitig bearbeiten zu lassen, bringt wesentlich weniger Leistungssteigerung als ein echter Zweikern.

Neben dem Prozessor sind auf den Snapdragon-Chips weitere Einheiten integriert, die wichige Aufgaben übernehmen. Hierzu gehören ein UMTS-Modem, Aufnahme (Encoding) und Wiedergabe (Decoding) von Videostreams 3D-Grafik. So ist der QSD8650A bereits "HD ready" (720p), der QSD8672 soll Streams gar in Full HD (1080p) aufnehmen und wiedergeben können. Die 3D-Grafikleistung verdreifacht sich beim QSD8672 im Vergleich zum Vorgänger QSD8650A auf 80 Millionen Dreiecke und 500 Millionen Pixel pro Sekunde. Snapdragon-Tablet ...wenn man sie nicht braucht.
Foto: teltarif.de

Die maximale Stromaufnahme (genannt TDP, "thermal design power") steigt beim QSD8672 aufgrund der zusätzlichen Einheiten im Vergleich zum Vorgänger. Der Stromverbrauch zur Erledigung einer konkreten Aufgabe soll hingegen sinken. Wächst die Aufgabe mit den Möglichkeiten dees Prozessors mit - etwa die Ausführung eines 3D-Spiels mit höherer Auflösung und/oder mehr Elementen -, nimmt der Stromverbrauch aber zu.

Im Vergleich immer noch geringer Verbrauch

Dennoch: Im Vergleich zum Atom soll die Leistungsaufnahme mit dem Snapdragon ausgestatteter Smartbooks immer noch gering sein. Ist die Software zudem so angepasst, dass die spezialisierten Einheiten, insbesondere für 3D-Grafik und Videoen- und -decodierung, optimal ausgenutzt werden, kann sogar höhere Performance erreicht werden. So haben viele Atom-basierte Netbooks, die Video-Operationen vor allem auf der CPU rechnen, Probleme mit der Wiedergabe von HD-Material. An eine Echtzeit-Aufnahme in HD ist bei diesen erst recht nicht zu denken.

Weitere Meldungen zur CES 2010