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Handy-Nutzung: Ladelösungen jenseits der Steckdose

GSMA sieht große Marktchancen für netzunabhängige Ladelösungen
Von Marie-Anne Winter
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Ein heute veröffentlichter Bericht [Link entfernt] der GSMA mit dem Titel "Lademöglichkeiten" (Charging Choices) hat gezeigt, dass sich Mobilfunkbetreibern in Schwellenländern mit netzunabhängigen Ladelösungen wie z. B. Solartelefonen oder externen Solarladegeräten interessante Geschäftsmöglichkeiten (geschätztes Volumen: 2,3 Milliarden Dollar) bieten.

Das "Green Power for Mobile" (GPM) Programm der GSMA, das die Studie in Auftrag gegeben hatte, schätzt, dass es 485 Millionen Handynutzer gibt, die keinen Zugang zum Stromnetz haben - ein Faktor, der sich erheblich auf die Nutzungsmöglichkeiten auswirkt. Der Bericht zeigt eine Reihe von verfügbaren Lademöglichkeiten auf, die bei effektiver Umsetzung die Service-Verfügbarkeit ausweiten und die Einnahmen pro Nutzer um 10 bis 14 Prozent steigern könnten.

David Taverner, GPM Programme Manager, GSMA: "Wir freuen uns sehr darüber, dass Anbieter Menschen in Gegenden ohne Netzanschluss Lösungen zum Aufladen ihrer Mobiltelefone anbieten können. Dies verbessert nicht nur die Lebensqualität und den Zugang zu Informationen, sondern kann auch als einzigartige und bedeutsame Chance zur Förderung wirtschaftlichen Wachstums dienen." Ladeshop in Kibera, KeniaLadeshop in Kibera, Kenia

Die zur Berechnung der Marktgröße für netzunabhängige Ladelösungen verwendeten Zahlen seien eher niedrig angesetzt, so dass der tatsächliche Nutzen für Mobilfunkanbieter die geschätzten 2,3 Milliarden Dollar noch übersteigen könnte. Dieser vorläufige Marktüberblick sei nur der Anfang dessen, was GSMA für einen wichtigen Wachstumsbereich der Branche in den kommenden Jahren hält.

Windsor Holden, Principal Analyst, Juniper Research: "Mobilnetze werden zunehmend in ländlichen Gegenden von Schwellenländern eingesetzt, in denen Verbraucher bestenfalls begrenzten und unzuverlässigen oder in vielen Fällen keinerlei Zugang zum Netz haben." Und weiter: "Juniper Research hat festgestellt, dass die Nutzung größtenteils davon abhängt, ob Verbraucher ihr Handy mittels alternativer Methoden laden können. Vor allem solarbetriebene Ladegeräte könnten hier zum Schlüssel für einen zuverlässigen Zugang zu mobilen Services in diesen Märkten werden."

Interesse ist vorhanden

Laut der vorliegenden Studie besteht ein großes Interesse an netzunabhängigen Lösungen. 60 Prozent der befragten Mobilfunkanbieter verfügen bereits über netzunabhängige Lademöglichkeiten oder untersuchen entsprechende Initiativen. Zurzeit besteht aber nur ein begrenztes Verständnis des gesamten Ausmaßes der Optionen und der damit zusammenhängenden sozialen und wirtschaftlichen Vorteile.

Pioneers Digicel und Safaricom haben bereits belegt, dass Kunde, Umwelt und Mobilfunkanbieter gleichermaßen von netzunabhängigen Ladelösungen profitieren können. Charging Choices' ist eine erste Untersuchung alternativer Ladeoptionen und prüft die unterschiedlichen zurzeit auf dem Markt erhältlichen Lösungen.

Als Teil des GPM-Programms hat der Development Fund die Studie über einen Zeitraum von drei Monaten von Juni bis August 2009 durchgeführt. Die Studie beinhaltete umfassende Sekundärforschungen zur Bestimmung aufkommender Anbieter, ihrer Produkte sowie anderer einschlägiger Akteure sowie Dutzende Gespräche und Befragungen von Mobilfunkbetreibern und -anbietern in 50 Ländern in ganz Afrika, Asien und Lateinamerika.

Der GSMA Development Fund rief sein GPM-Programm im September 2008 ins Leben, um die Mobilfunknutzung über bestehende Stromnetze hinaus auszuweiten. Dabei werden zwei Ziele verfolgt: Die systematische Reduzierung des Dieselverbrauchs durch Mobilfunkbetreiber durch die Förderung erneuerbarer Energietechnologien und energieeffizientere Basisstationen und die Entfernung von Hindernissen bei der Ladung von Handys in Regionen ohne Stromnetzzugang.

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