Funkversorgung

Netztest: Deutsche Netze im inter­nationalen Vergleich

Chip hat nach Telekom, Vodafone und Telefónica auch die Mobilfunknetze in Österreich und der Schweiz getestet. Wir berichten über die Netzqualität im internationalen Vergleich.
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Im November vergangenen Jahres hatte die Fachzeitschrift Chip zusammen mit Net Check die Qualität der deutschen Mobilfunknetze untersucht. Jetzt wurden auch in Österreich und der Schweiz vergleichbare Netztests durchgeführt. Dabei wurden die Teststrecken nach Chip-Angaben so ausgewählt, dass sie dem Alltag möglichst vieler Mobilfunkkunden entsprechen.

In der Vergangenheit hinterließen die deutschen Mobilfunknetze im internationalen Vergleich nicht den besten Eindruck. Auch jetzt haben die Netze aus der Schweiz die Nase vorne. Doch die deutschen Anbieter holen auf, wie ein Blick auf die Gesamtwertung zeigt. So erreicht neben der Swisscom (95,3 Punkte) und Sunrise (94,1 Punkte) mit der Deutschen Telekom 91,3 Punkte) zumindest ein deutscher Betreiber die Note "sehr gut". Auch der österreichische Mobilfunk-Marktführer A1 kommt mit 90,8 Punkten auf die gleiche Gesamtnote.

Vodafone (88,0 Punkte), Drei.at (87,6 Punkte), Salt (86,8 Punkte) und T-Mobile Austria (85,4 Punkte) liegen recht dicht beieinander und haben jeweils die Gesamtnote "gut" erhalten. Telefónica Deutschland war mit 66,7 Punkten deutlich abgeschlagen und kam als einziger Netzbetreiber in der "DACH-Region" nur auf die Gesamtnote "befriedigend".

Telekom machte größten Sprung nach vorne

Netztest internationalNetztest international Chip hat ferner untersucht, welche Anbieter ihr Netz im Vergleich zum Vorjahr in welcher Form verbessert haben. Hier kommt die Deutsche Telekom mit 19,1 Punkten sogar auf den ersten Platz, dicht gefolgt von Vodafone mit 17,0 Punkten. Mit Salt (8,9 Punkten) liegt auf Rang drei mit deutlichem Abstand ein Netz aus der Schweiz, Telefónica Deutschland nimmt mit 6,8 Punkten den vierten Rang ein.

Einen besonders guten Eindruck hinterließen die deutschen Netze, wenn es um technische Neuerungen geht. VoLTE ist bei Telekom, Vodafone und Telefónica Standard, wird bei Salt in der Schweiz und Drei in Österreich aber derzeit noch nicht angeboten. Der bessere Sprachcodec EVS wird von Telekom und Vodafone bereits angeboten, Telefónica soll im zweiten Quartal 2018 folgen. In der Schweiz ist der Standard bei Swisscom und Sunrise verfügbar, in Österreich nur bei A1.

Swisscom-Kunden surfen am schnellsten

Nicht zuletzt wurden auch die durchschnittlichen Download-Geschwindigkeiten bei der mobilen Internet-Nutzung gemessen. Hier hatte die Swisscom mit 79,0 MBit/s die Nase vorn. Der schweizerische Mobilfunk-Marktführer kam auf der Teststrecke auch auf 98 Prozent LTE-Verfügbarkeit, Telefónica in Deutschland nur auf 87 Prozent. Rang zwei bei den Download-Übertragungsraten erreichte die Deutsche Telekom mit durchschnittlich 60,5 MBit/s.

Die beiden anderen deutschen Netze stellen bei den Downloads im mobilen Datennetz die Schlusslichter dar. Bei Vodafone ermittelten die Tester 35,8 MBit/s, bei Telefónica sogar nur 20,4 MBit/s. Davor lagen im Test neben Swisscom und Telekom auch Sunrise (58,8 MBit/s), A1 (52,0 MBit/s), Drei.at (51,3 MBit/s), T-Mobile Austria (42,7 MBit/s) und Salt (35,8 MBit/s). Hier besteht demnach zumindest für zwei der drei deutschen Anbieter noch "Ausbaupotenzial".

Abschließend betonten die Tester, in den drei Ländern identische Messverfahren verwendet zu haben, sodass sich die Ergebnisse gut miteinander vergleichen lassen. Allerdings wurden unterschiedliche Test-Smartphones eingesetzt. In Deutschland und der Schweiz wurden jeweils Smartphones vom Typ Sony Xperia XZ verwendet, in Österreich wiederum das Samsung Galaxy S8.

In einer weiteren Meldung finden Sie eine Zusammenfassung des teltarif.de-Netztests 2017.

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