Netz der Discounter

connect: So schneiden die Discounter beim Netztest ab

Welches Netzerlebnis bieten die Mobilfunk-Discounter und Provider in Deutschland? Die connect hat Netz­aus­wertungs­tests mit Lidl Connect,Tchibo, Blau, Aldi Talk, Drillisch, otelo, 1&1, Klarmobil, congstar und mobilcom-debitel durchgeführt.
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Die connect ist bekannt dafür, zusammen mit ihrem Partner P3 communications umfangreiche Tests der Mobil­funk­netze durch­zu­führen. In der Regel erfolgt dies mit SIM-Karten der Netz­be­treiber.

Nun haben die Tester allerdings einen umfangreichen Netz­aus­wertungs­test mit den SIM-Karten von Service-Providern und Mobilfunk-Discountern durchgeführt. Denn das Netzerlebnis kann für den Kunden mit einer Provider- oder Discounter-SIM ganz anders sein als direkt beim Netzbetreiber.

Tester empfehlen, immer LTE zu buchen

connect-Netzauswertungstest mit Discounter-SIM-Kartenconnect-Netzauswertungstest mit Discounter-SIM-Karten Die Unterschiede sind beispielsweise dadurch zu erklären, dass es immer noch zahlreiche Mobilfunk-Discounter gibt, die keine Freischaltung für LTE haben oder dies nur zu einem Aufpreis anbieten. Auch dann ist eine für LTE freigeschaltete SIM nicht immer mit der SIM eines Netzbetreibers gleichzusetzen. Drillisch und mobilcom-debitel beispielsweise bieten mitunter LTE-Tarife, die maximal 50 MBit/s oder 150 MBit/s bieten und nicht die maximale LTE-Geschwindigkeit.

Die Tester wollten durch ihre Datenauswertung also in Erfahrung bringen: Muss man mit einer Discounter-Karte deutliche Abstriche bei der Netzabdeckung und beim Surfen mit dem Smartphone hinnehmen? P3 analysierte über eine Crowdsourcing-Methodik die Netzabdeckung und den Datendurchsatz, die der Kunde bei der realen Alltagsnutzung erlebt. Die Tester empfehlen aufgrund des Ergebnisses, immer eine LTE-Option zu buchen, wenn sie verfügbar ist. Denn der 4G-Standard biete nicht nur höhere Daten­raten, sondern verbessere die Inter­net­nutzung durch schnellere Reaktions­zeiten. Außerdem hätten sich die Netz­be­treiber bei ihren Aus­bau­maßnahmen auf LTE konzentriert. Wer LTE nicht nutzen könne, müsse also mehrere Nachteile in Kauf nehmen. Dies lasse sich nicht durch günstigere Tarifkosten für UMTS/HSPA-Tarife kompensieren.

Verlierer sind Vodafone-Discounter ohne LTE

Interessanterweise schneiden nicht die Discounter im o2-Netz am schlechtesten ab, sondern günstige Anbieter im Vodafone-Netz, denen bis jetzt die LTE-Freischaltung verwehrt wird.

Abgeschlagen mit "ausreichend" auf dem letzten Platz landet Lidl Connect. Im Hinblick auf die Netzabdeckung sei die Wahl des Vodafone-Netzes zwar prinzipiell eine gute Entscheidung. Doch die Weigerung von Vodafone, die Nutzung des schnelleren LTE-Datenfunks zu erlauben, hat den Anbieter auf den letzten Platz befördert. Lidl Connect ist bislang auf UMTS/3G beschränkt. Dies hat sich im Test nicht nur bei den Datenraten niedergeschlagen, sondern auch Punkte in der Gesamtwertung gekostet.

Befriedigend bewertet wurde auf dem zweitletzten Platz Tchibo mobil. Die von dem Handelsriesen vertriebenen SIM-Karten funken zwar mit LTE, aber maximal mit 21,6 MBit/s. Die Datenraten lagen im Test leicht hinter Aldi und Blau, bei der Netzabdeckung und deren Qualität rangiert Tchibo natürlich gleichauf mit den anderen Anbietern im Teléfonica-Netz.

Ebenfalls befriedigend abgeschnitten haben Blau, Aldi und Drillisch. Aldi Talk und Blau leiden ebenfalls unter dem Speed-Limit von 21,6 MBit/s. Bei Drillisch mit einem höheren Speed-Limit konnten sich die durchschnittlichen Datenraten bei der Testauswertung sehen lassen.

Gute Anbieter mit Note 2 und Provider mit mehreren Netzen

Otelo erhielt die Note gut - wegen ordentlicher Netzabdeckung und guten Datenraten. Allerdings müssen die Kunden für die besseren LTE-Datenraten bei otelo 5 Euro Aufpreis gegenüber den HSPA-Tarifen bezahlen. Geringfügig besser schnitt congstar ab. Bei der Analyse der Crowd-Daten wunderten sich die Tester allerdings über die beobachteten geringen Datendurchsätze bei congstar trotz des starken Telekom-Netzes. Die Erklärung ist eher tariflicher Natur: Bei congstar sind offenbar noch viele Kunden in alten HSPA-Tarifen mit einem Speed-Limit von 7,2 MBit/s unterwegs. Diesen wird empfohlen, innerhalb des congstar-Angebots auf einen neueren Tarif zu wechseln.

Bei 1&1, Klarmobil und mobilcom-debitel erhoben die Tester Daten aus mehreren Mobilfunk-Netzen. Nur ausreichend bewertet wurden 1&1-SIM-Karten im Vodafone-Netz, denen gegenüber Telefónica-Karten die LTE-Freischaltung fehlt. Auch bei Klarmobil gibt es diese Diskrepanz: Während Vodafone-Karten sich mit HSPA begnügen müssen, erzielen Telekom-SIM-Karten mit LTE gegen Aufpreis bessere Werte.

Als Gesamtsieger ging mobilcom-debitel aus dem Test hervor, und zwar mit den SIM-Karten im Telekom-Netz. Auch bei den Kunden im Vodafone-Netz nutzen viele LTE, was zu einem besseren Abschneiden geführt hat. Mit "ausreichend" bewertet wurden allerdings o2-SIM-Karten bei mobilcom-debitel.

Auf einer speziellen Ratgeberseite finden Sie die Links zu den Netzabdeckungskarten der Netzbetreiber.

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