Netzausbau

Netzqualität: Telefónica will besser werden

In Sachen Netzqualität will Telefónica so gut werden wie die Telekom und Vodafone. Telefónica-Chef Thorsten Dirks verspricht gegenüber dem Handelsblatt, dass die Kunden bald erste Vorteile der Fusion von o2 und E-Plus spüren werden.
Kommentare (746)
AAA
Teilen (1)

Thorsten Dirks verspricht den Telefónica-Deutschland-Kunden eine bessere Netzqualität.Thorsten Dirks verspricht den Telefónica-Deutschland-Kunden eine bessere Netzqualität. Der neue Chef von Telefónica Deutschland setzt sich nach der Übernahme des Wettbewerbers E-Plus ehrgeizige Ziele: Spätestens 2017 will er die gleiche Netzqualität anbieten können wie die beiden Wettbewerber Telekom und Vodafone. "Wir werden im ersten Halbjahr kommenden Jahres unseren Kunden erste Vorteile aus der Netzfusion zeigen können", kündigte Thorsten Dirks im Gespräch mit dem Handelsblatt an. "Wir werden sehr schnell aufholen, was das Netz angeht. In den nächsten zwei Jahren möchten wir auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb sein", sagte er.

Die beiden Spätstarter im deutschen Markt E-Plus und o2 als Nummer Drei und Vier im deutschen Mobilfunkmarkt in Netzqualitätstests stets schlechter abgeschnitten als die Konkurrenz. Das lag unter anderem auch daran, dass sie ihre GSM-Netze am Anfang mit 1800-MHz-Frequenzen aufbauen mussten, während die Telekom und Vodafone die reichweitenstärkeren 900-MHz-Frequenzen zur Verfügung hatten und bereits Jahre beim Netzausbau voraus waren.

Aber auch beim Ausbau des Mobilfunkturbos LTE hinkt der fusionierte Anbieter hinterher. Der Anfang Oktober vollzogene Zusammenschluss der beiden Unternehmen schaffe jetzt die Voraussetzung zur Aufholjagd, sagte Dirks. Der 51-jährige Hamburger hatte zuvor schon E-Plus geleitet. "Wir brauchen die Skaleneffekte, um an die Investitionen heranzukommen."

Eine andere Strategie

Dirks, der schon lange als enfant terrible der Branche gilt, will sich strategisch außerdem anders positionieren als ein Großteil der Branche. Damit war er bei E-Plus durchaus erfolgreich: E-Plus setzte nicht in erster Linie auf Netzqualität, sondern auf ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis und ging mit zahlreichen Discount-Marken für unterschiedliche Zielgruppen an den Start. Auf diese Weise gelang es E-Plus zahlreiche Kunden zu gewinnen.

In Sachen Netzausbau hatten beide Anbieter bereits vor der Fusion ihre Anstrengungen verstärkt, den LTE-Ausbau voranzutreiben. Eine bessere UMTS-Abdeckung will das fusionierte Unternehmen schnell mit einer National-Roaming-Lösung erreichen. Was mit einer tatsächlichen Zusammenlegung der Netze auf das Unternehmen zu kommt, haben wir bereits in einer Hintergrund-Serie beschrieben.

Dem allgemeinen Trend zum Komplettangebot, also der Bündelung von Mobilfunk, Festnetz, schnellem Internet und TV, will er nur teilweise folgen. "Dem Kunden in Deutschland ist Flexibilität wichtig, er will einzelne Produkte auswählen und kombinieren." Dies sei bei den derzeit vermarkteten Bündelprodukten nicht so einfach. "Wir gehen den Trend zur Konvergenz ein Stück mit, aber anders als unsere Wettbewerber. Was am Ende zum Erfolg führt, werden wir sehen."

Wie Thorsten Dirks die ehrgeizigen Pläne seines Unternehmens nach der Fusion umsetzen will, haben wir bereits vor einigen Wochen berichtet. Heute wurde auch bekannt, wie es mit den Shops von Base und o2 ab 2015 weitergehtt.

Teilen (1)

Mehr zum Thema E-Plus-Übernahme