Aufklärung

Mobilfunk-Ausbau: Rheinland-Pfalz beschließt Clearingstelle

Die Landes­regie­rung Rhein­land-Pfalz möchte, dass der Netz­ausbau im Lande flotter voran geht. Eine Clea­ring­stelle soll Kommunen und Mobil­funk­anbieter besser zusam­menbringen. Funk­löcher gibt es mehr als genug.
AAA
Teilen (9)

Der bessere Ausbau des Mobil­funks in der Fläche steht in allen Bundes­ländern ganz oben auf der Agenda. Beispiels­weise in Rhein­land-Pfalz, wo es viele klei­nere, aber auch größere Funk­löcher gibt. Die Landes­regie­rung von Rhein­land-Pfalz hat heute die Einrich­tung einer "Clea­ring­stelle Mobil­funk" beschlossen, welche die Probleme bei der Errich­tung von Mobil­funk­masten vor Ort lösen soll. "Die Clea­ring­stelle ist ein Instru­ment, um den Ausbau dort voran­zubringen, wo es aktuell hakt", erklärte Wirt­schafts­minister und stell­vertre­tender Minis­terprä­sident Volker Wissing (FDP) nach dem Beschluss im Kabi­nett heute gegen­über der Presse.

Die in seinem Wirt­schafts­minis­terium noch einzu­rich­tende Clea­ring­stelle soll als zentraler Ansprech­partner für Mobil­funk­betreiber und Kommunen dienen. "Die Mitar­beiter leisten Unter­stüt­zung bei regio­nalen Hinde­rungs­gründen, die einen zügigen Mobil­funk­ausbau temporär oder dauer­haft behin­dern oder nach­haltig verzö­gern", teilte das Wirt­schafts­minis­terium dazu mit.

Keine Auskunft für Bürger in Funk­löchern

Warnhinweis: Auf 10 Kilometer haben Telekom Kunden kein Netz, Vodafone anfangs GSM, o2 höchstens mit Außenantenne und Verstärker
Warnhinweis: Auf 10 Kilometer haben Telekom Kunden kein Netz, Vodafone anfangs GSM, o2 höchstens mit Außenantenne und Verstärker
Eine Auskunfts­stelle, wann und wo bereits erkannte Funk­löcher endlich ausge­baut werden, ist diese Clea­ring­stelle eher nicht, sondern kann (viel­leicht) Gemeinden und Netz­betrei­bern dabei helfen, büro­krati­sche Hemm­nisse aus dem Weg zu räumen.

Nach einem Status­bericht zur Netz­abde­ckung, der im Oktober 2019 dem zweiten "Runden Tisch Mobil­funk" vorge­legt wurde, ist auf rech­nerisch 91,1 Prozent der Gemein­deflä­chen in Rhein­land-Pfalz Mobil­funk der 4. Genera­tion (also LTE) verfügbar.

Der drin­gende Ausbau­bedarf in Rhein­land-Pfalz wird durch den ersten Status­bericht Mobil­funk bestä­tigt. Der Status­bericht Mobil­funk wurde im Zuge des "Runden Tischs Mobil­funk" beim TÜV Rhein­land in Auftrag gegeben und bestä­tigt, dass Rhein­land-Pfalz vor allem im länd­lichen Raum noch Nach­holbe­darf hat.

Beim ersten Treffen vor etwa einem Jahr hatten das Land Rhein­land-Pfalz und die Netz­betreiber Telekom, Voda­fone und Telefónica/o2 eine enge Zusam­menar­beit mit dem Ziel verein­bart, auch die letzten weißen Flecken der Mobil­funk­versor­gung zu schließen.

Reihen­weise hart­näckige Funk­löcher

Gerade abseits der Ballungs­zentren gibt es in Rhein­land-Pfalz noch einige ärger­liche Mobil­funk­versor­gungs­löcher. Ein mehr­fach erwähntes Beispiel ist die Bundes­straße B37 zwischen 67098 Bad Dürk­heim und 67468 Fran­kenstein (Pfalz) (auch als "Jäger­thal" bekannt), die bei der Telekom auf etwa 10 Kilo­meter und bei Voda­fone und o2 auf etwa fünf bis sieben Kilo­meter über­haupt nicht oder nur unzu­verlässig versorgt ist. Die B37 ist an Wochen­enden bei Motor­radfah­rern sehr beliebt. Nur, in diesem roman­tischen Tal geht in Sachen Handy absolut nichts.

Verschär­fung durch ISDN-Kündi­gung

Durch die (bundes­weite) Kündi­gung der ISDN-Anschlüsse seitens der Telekom gehen die Hotels und Gast­häuser im Jäger­thal einer unge­wissen Zukunft entgegen, da noch nicht absehbar ist, ob die private Firma Inexio, welche die Ausschrei­bung des Land­kreises Bad Dürk­heim gegen die Telekom und andere gewonnen hat, zügig mit dem Ausbau des Fest­netzes beginnen kann und wird.

Für die Mobil­funker könnte das in dieser Region auch bedeuten, ihre Basis­stationen über eine "fremde" Glas­faser anbinden zu müssen. Dabei dürfte es mit hoher Wahr­schein­lich­keit zum Streit über die Anschluss- und Betriebs­kosten kommen ("viel zu teuer"), die Bürger warten derweil weiter auf eine stabile Verbin­dung.

Viele weitere Funk­löcher

Und das "Jäger­thal" ist kein Einzel­fall. Wenige Kilo­meter weiter zwischen 67691 Hoch­speyer und dem Motorrad-Treff­punkt Johan­niskreuz oder weiter auf der Bundes­straße 48 in Rich­tung Pirma­sens stehen die Mobil­funker noch vor einigen Heraus­forde­rungen, was eine durch­gehende Versor­gung betrifft.

Im Huns­rück, der Eifel und im Wester­wald warten weitere Funk­löcher auf eine umge­hende Versor­gung. Orte wie das abge­legene Eisen­schmitt wurden von der Telekom in Eigen­initia­tive mit Mobil­funk (und DSL) versorgt. Kunden anderer Mobil­funk­anbieter waren gezwungen den Anbieter zu wech­seln.

Teilen (9)

Mehr zum Thema Netzausbau