Zu wenig Netz?

Hinkt Telefónica Deutschland beim Netzausbau hinterher?

Nach einem Papier der Netzagentur soll o2 nur 80 oder noch weniger Prozent der Bevölkerung mit 50 MBit/s versorgen. Telefónica (o2) dementiert das.
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Während sich die Bieter in Mainz noch um ständig stei­gende Gebote „hauen“, kommt für den Aukti­ons­teil­nehmer Telefónica o2 neues Unheil am Hori­zont hoch. Das hat die Wirt­schafts­zei­tung Handels­blatt heraus­ge­funden. Demnach habe Telefónica Deutsch­land Schwie­rig­keiten, die Versor­gungs­auf­lagen der Bundes­netz­agentur zu erfüllen. Das Unter­nehmen erreiche mit seinem mobilen Breit­band­netz derzeit nur 80 Prozent der Bevöl­ke­rung mit einer Geschwin­dig­keit von mindes­tens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). In einigen Bundes­län­dern liege der Anteil sogar deut­lich unter 70 Prozent. Das gehe aus einer Analyse der Behörde hervor, die sie anläss­lich der nächsten Sitzung ihres Beirats am kommenden Montag erstellt hat. Das Doku­ment liegt dem Handels­blatt vor.

Ist die Netz­ab­de­ckung nicht ausrei­chend?

Neben hohen Frequenzkosten droht Telefónica o2 neues Unheil: Reicht der BNetzA der o2-Netzausbau nicht aus?Neben hohen Frequenzkosten droht Telefónica o2 neues Unheil: Reicht der BNetzA der o2-Netzausbau nicht aus? Damit droht der Mobil­funk­an­bieter die Vorgaben zu verletzen, die die Behörde den Netz­be­trei­bern bei der Frequenz­auk­tion 2015 gemacht hat. „Ich halte es nicht für machbar, dass Telefónica die Netz­ab­de­ckung inner­halb einiger Monate auf 98 Prozent stei­gert“, sagt Torsten Gerpott, Professor für Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­wirt­schaft an der Univer­sität Duis­burg-Essen und regel­mä­ßiger Gast­autor bei teltarif.de. Ange­sichts der nied­rigen Quoten in einigen Bundes­län­dern sei der Ausbau nicht so schnell zu bewerk­stel­ligen.

Telefónica ist zuver­sicht­lich

„Wir sind zuver­sicht­lich, die Versor­gungs­auf­lagen zu erfüllen“, erklärte Telefónica Deutsch­land auf eine Anfrage des Handels­blatts. „Dafür treiben wir den LTE-Ausbau vor allem in der Fläche aktuell massiv voran und werden diesen in den kommenden Monaten weiter beschleu­nigen.“ Das Unter­nehmen versorge nach eigener Berech­nung „über 90 Prozent der deut­schen Bevöl­ke­rung mit LTE“. Die mobile Breit­band­ver­sor­gung liege bei rund 95 Prozent, wobei darin auch der ältere, längere Mobil­funk­stan­dard 3G einge­schlossen ist. Zu den bemän­gelten Band­breiten äußerte sich das Unter­nehmen aber nicht, ebenso wenig dazu, wie die Diskre­panz zu den selbst gemel­deten Zahlen an die Bundes­netz­agentur zu erklären sei.

Welche Strafen wären denkbar?

Schon länger wird in Fach­kreisen darüber disku­tiert, welche Möglich­keiten die Bundes­netz­agentur über­haupt hat, den fehlenden Netz­ausbau zu „sank­tio­nieren“. Würde sie Bußgelder verhängen, würde das Geld erst Recht beim Netz­ausbau fehlen. Auch die momentan in Mainz gebo­tenen Milli­arden für künf­tige Frequenzen fehlen heute schon beim Netz­ausbau.

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