Netzausbau

Netzbetreiber stopfen weitere Funklöcher mit LTE und 5G

Wir werfen zum Ende der Woche wieder einen Blick auf den Netz­ausbau. Aktuell liegen Meldungen von Telekom und erst­malig auch von o2 vor.

Wo man wieder mehr auf Reisen gehen kann, steht fest: Die Mobil­funk­netze sind in den Ballungs­gebieten mitt­ler­weile relativ gut ausge­baut. Auch entlang wich­tiger Zugstre­cken kann man inzwi­schen mobil arbeiten, wenn die Züge gut einge­pen­delte Repeater an Bord haben. In länd­lichen Regionen gibt es weiterhin einiges zu tun. Aber nicht nur da, auch in Städten bleibt noch Bedarf für Verbes­serungen.

Ein wesent­licher Kritik­punkt: Den Kunden nutzt es nichts, wenn sie ein LTE-Signal mit "Voll­aus­schlag" auf dem Handy-Display sehen, der Daten­durch­satz aber zu wünschen übrig lässt. Hier müssen die Netz­betreiber Kapa­zitäten nach­rüsten und teil­weise neue (Glas­faser-)Leitungen mieten oder selbst verlegen, um dem immer größeren Bedarf für einen schnellen mobilen Internet-Zugang gerecht zu werden.

Alle Netz­betreiber melden uns neue Ausbauten

Die Netzbetreiber bauen weiter hin fleißig aus und stopfen Funklöcher Die Netzbetreiber bauen weiter hin fleißig aus und stopfen Funklöcher
Foto: Telefónica, Logos: Anbieter, Montage: teltarif.de
Telekom und Voda­fone haben in der Vergan­gen­heit zahl­reiche Verbes­serungen beim Netz­ausbau vermeldet. Neu dabei ist die Telefónica, die uns jetzt auch mit Ausbau­mel­dungen versorgt. o2 hat in den vergan­genen sieben Tagen alleine 180 5G-Antennen auf 3,6 GHz in Betrieb genommen. Zudem baue man "konti­nuier­lich 4G in der Fläche sowie als Kapa­zitäts­erwei­terungen an bestehenden Stand­orten" aus.

Der Netz­start des eigenen Netzes von 1&1 (vormals Dril­lisch) wird für 2022 oder 2023 erwartet. Zum Monats­wechsel gab es bereits einige detail­lierte Ausbau­mel­dungen von Telekom, die von Voda­fone liegen noch nicht vor, wir reichen sie nach.

Baden Würt­tem­berg

Die Telekom hat die Mobil­funk-Versor­gung in Schwanau (Orten­aukreis) verbes­sert, dafür wurde ein Standort neu gebaut. Im Orten­aukreis funken 180 Stand­orte, die 97 Prozent der Bevöl­kerung errei­chen. Bis 2024 sollen weitere 46 Stand­orte dazu kommen, 21 Stand­orte werden mit LTE erwei­tert.

Die Schmuck­stadt Pforz­heim wird jetzt "Am Haupt­güter­bahnhof" mit 5G auf 3,6 GHz von o2 versorgt.

Bayern

Im Land­kreis Kelheim wurde in den vergan­genen zwei Monaten ein Standort neu gebaut, einer mit LTE und einer mit 5G erwei­tert. Die Sender stehen in Bad Abbach, Herrn­giers­dorf und Kirch­dorf, wobei letz­terer die Auto­bahn A93 (München-Regens­burg) besser versorgt. Damit betreibt man im Land­kreis Kelheim aktuell 63 Stand­orte und erreicht rund 98 Prozent der Bevöl­kerung. Bis 2024 sollen weitere 19 neu Stand­orte hinzu­kommen, zusätz­lich soll an 15 Stand­orten LTE erwei­tert werden.

Im Land­kreis Neustadt an der Wald­naab hat die Telekom zwei Stand­orte mit LTE und zwei mit 5G erwei­tert. Besser versorgt sind jetzt Kirch­ent­hum­bach, Neustadt an der Wald­naab, Waid­haus und Weiher­hammer. Neustadt an der Wald­naab versorgt die A93 (Sachsen - Regens­burg - München) und Waid­haus die Auto­bahn A6 (Nürn­berg - Prag). Damit hat der Land­kreis jetzt 58 Stand­orte, die 98 Prozent Bevöl­kerung errei­chen. Bis 2024 sollen noch weitere elf Stand­orte kommen. An 17 Stand­orten wird LTE erwei­tert.

Im Land­kreis Frei­sing wurden zwei Telekom-Stand­orte mit LTE und drei mit 5G erwei­tert, die Sender stehen in Eching, Frei­sing, zwei in Hall­berg­moos und Marz­ling. Eching und Marz­ling versorgen die Auto­bahn A91, Hall­berg­moos erreicht die gut ausge­baute B301. Damit stehen 80 Stand­orte im Land­kreis und fast 100 Prozent der Bevöl­kerung werden erreicht. Bis 2024 soll es dort noch weitere 14 Stand­orte geben, 12 Stand­orte sollen um LTE erwei­tert werden.

Stadt Amberg und der Land­kreis Amberg-Sulz­bach bekamen zwei Stand­orte um LTE und vier um 5G erwei­tert. Gesendet wird in Amberg, Sulz­bach-Rosen­berg (zweimal), Ursen­sollen (zweimal) und Vilseck. Vier Stand­orte versorgen die Auto­bahn mit. Damit sind in Stadt und Land­kreis insge­samt 80 Stand­orte on air. Bis 2024 sollen es weitere 36 Stand­orte werden, an 24 Orten wird LTE erwei­tert.

In Stadt und Land­kreis Landshut hat die Telekom zwei Stand­orte mit LTE und vier mit 5G erwei­tert. Gesendet wird in Ergol­ding, Landshut (dreimal), Neufahrn in Nieder­bayern und Rotten­burg an der Laaber. Ergol­ding und Neufahrn versorgen Auto­bahn und Land­straße, zwei Stand­orte in Landshut tun das entlang einer Bundes-/Land­straße. Damit sind 97 Stand­orte aktiv, bis 2024 wird es 42 weitere geben. 13 Stand­orte bekommen LTE dazu.

In München hat o2 in der Seidl­straße, der Rena­tastraße und der Waltram­straße Stand­orte auf 3,6 GHz in Betrieb genommen. In Neusäß, Orts­teil Hammel (bei Augs­burg), wurde 4G erwei­tert.

Berlin

In der Bundes­haupt­stadt Berlin hat o2 je einen 3,6 GHz-Sender (5G n78) in der Stre­sow­straße und in der Gritz­ner­straße in Betrieb genommen.

Hamburg

In der freien und Hanse­stadt Hamburg funkt o2 mit 5G auf 3,6 GHz in der Danziger Straße (Stadt­teil St. Georg) und der Seewar­ten­straße (Stadt­teil St. Pauli).

Hessen

In Frank­furt am Mein hat die Telekom 44 Mobil­funk-Stand­orte mit LTE und 5G erwei­tert bzw. neu gebaut. Dadurch konnte die Versor­gung entlang der Auto­bahn und der Bahn­linien verbes­sert werden. Drei Stand­orte wurden neu gebaut, einer mit LTE und 40 mit 5G erwei­tert. Alleine 13 Stand­orte leuchten Auto­bahn oder Bahn­strecke besser aus. Damit hat die Telekom in Frank­furt/Main jetzt alleine 403 Stand­orte und bis 2024 sollen nochmal weitere 82 Stand­orte dazu­kommen. An 31 Stand­orten sind Erwei­terungen mit LTE geplant.

o2-Nutzer in Offen­bach empfangen in der Strah­len­ber­ger­straße jetzt 5G auf 3,6 GHz.

Meck­len­burg-Vorpom­mern

Der Land­kreis Meck­len­bur­gische Seen­platte (MSE, bei Neubran­den­burg, Waren/Müritz) bekam zwei neue Stand­orte der Telekom, sechs bestehende wurden mit LTE und einer wurde bereits um 5G erwei­tert. Das hat die Flächen­ver­sor­gung und die nutz­bare Band­breite verbes­sert. Neue Stand­orte befinden sich in Alt Schwerin, Burg Star­gard, Fried­land, Grabowhöfe und fünf alleine in Neubran­den­burg. Alt Schwerin, Fried­land, sowie ein Standort in Neubran­den­burg versorgen die Auto­bahn A19 (nach Rostock), Grabowhöfe versorgt auch die Bahn­strecke zwischen Berlin und Rostock.

Damit funken im Land­kreis jetzt alleine 149 Telekom-Stand­orte, womit 97 Prozent der Bevöl­kerung erreicht werden. Bis 2024 sollen weitere 91 Stand­orte dazu kommen, 37 Stand­orte sollen mit LTE erwei­tert werden.

Nieder­sachsen

Im Land­kreis Celle, genauer in Celle und Faßberg, hat die Telekom einmal neu gebaut und einmal mit LTE erwei­tert, macht unterm Strich 73 Stand­orte. In drei Jahren sollen weitere 17 Stand­orte hinzu­kommen. Neunmal soll LTE erwei­tert werden.

In Stade hoch im Norden hat die Telekom einen Standort mit 5G erwei­tert. Damit funken im Land­kreis Stade jetzt 60 Stand­orte, die zu nahezu 100 Prozent die Bevöl­kerung abde­cken. Bis 2024 sollen noch weitere 13 Stand­orte hinzu­kommen, neun Stand­orte sollen mit LTE erwei­tert werden.

In Braun­schweig wurde ein Standort um 5G erwei­tert. Jetzt funken dort 105 Stand­orte, bis 2024 sollen es weitere 29 Stand­orte werden, an 31 Stand­orten sind LTE-Erwei­terungen geplant.

o2-Kunden in Hannover können in der Gorch-Fock-Straße jetzt schnelles 5G auf Band n78 auspro­bieren. Auch an der Nord­see­küste gibt es 5G von o2, genauer in Weener bei Leer (Ostfries­land).

Nord­rhein-West­falen

Die Mobil­funk-Versor­gung im Rhei­nisch-Bergi­schen Kreis (östlich von Köln) ist jetzt noch besser, teilt das Bonner Unter­nehmen mit. Die Telekom hat dafür in den vergan­genen zwei Monaten zwei Stand­orte in Bergisch-Glad­bach und Burscheid gebaut, was die Mobil­funk-Abde­ckung im Land­kreis in der Fläche und in Gebäuden verbes­sert und die Auto­bahn versorgt.

Damit betreibt die Telekom im Rhei­nisch-Bergi­schen Kreis jetzt 98 Stand­orte, was nahezu 100 Prozent der Bevöl­kerung entspreche. Bis 2024 sollen weitere 23 Stand­orte hinzu­kommen. Zusätz­lich seien an 17 Stand­orten Erwei­terungen mit LTE geplant, teilte die Pres­sestelle mit.

In Schmal­len­berg (Hoch­sauer­land­kreis) wurde ein Telekom-Standort neu gebaut und einer mit LTE erwei­tert. Damit stehen im Hoch­sauer­land­kreis jetzt 175 T-Stand­orte. Bis 2024 sollen weitere 36 dazu­kommen, an 30 Stand­orten soll LTE erwei­tert werden.

Im Rhei­nisch-Bergi­schen Kreis (bei Köln) hat die Telekom zwei Stand­orte neu gebaut. Die Stand­orte in Bergisch Glad­bach und Burscheid verbes­sern den Empfang. Schon jetzt senden 98 Stationen, bald werden weitere 23 Stand­orte hinzu­kommen. Zusätz­lich sind an 17 Stand­orten Erwei­terungen mit LTE geplant.

In Münster sendet o2 in der Raels­feld­straße, in Bonn am Beueler Bahn­hofs­platz, in Essen in der Über­ruhr­straße und in Köln aus der Heidel­ber­ger­straße auf 3,6 GHz mit 5G.

Rhein­land-Pfalz

In Mehren (Vulkan­eifel) wurde ein Standort neu gebaut, der auch die Auto­bahn versorgt. Im Land­kreis senden 48 Stand­orte, aber es werden dort "nur" 92 Prozent der Bevöl­kerung erreicht. Bis 2024 sollen es 19 Stand­orte mehr werden, acht Stand­orte sollen LTE-Erwei­terungen bekommen.

o2 hat in Monzingen bei Bad Kreuz­nach einen 4G-Sender akti­viert.

Saar­land

o2 hat im saar­län­dischen Nonn­weiler, genauer im Orts­teil Prim­stal (beiSt. Wendel,) 4G in Betrieb genommen. In Merzig (bei Merzig-Wadern) - bekannt durch den Apfel­saft - wurde 4G-Kapa­zität aufge­rüstet.

Sachsen

In Leipzig sendet o2 auf dem Band n78 (3,6 GHz) neu in der "Straße des 18. Oktober". Das Datum erin­nert an den Sieg der alli­ierten Truppen über Napo­leon, am 18. Oktober 1813.

Ich hätte ein Grund­stück oder ein Haus­dach?

Wer in einem Funk­loch lebt und einen Beitrag zur Verbes­serung Netz­ver­sor­gung leisten möchte, kann sich an die Netz­betreiber bzw. deren Turm­gesell­schaften wenden. Das Netz der Telekom baut die Deut­sche Funk­turm (DFMG). Die Türme von Voda­fone werden von Vantage Towers und die Masten der Telefónica (o2) von American Tower Corpo­ration (ATC, nach Über­nahme der deut­schen Akti­vitäten von Telxius) gebaut und verwaltet.

In weiteren Meldungen lesen Sie, über welche Netz­ausbau-Projekte Telekom und Voda­fone in der vergan­genen Woche und der Woche davor infor­miert haben.

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