Digitalradio

DAB+ aus Österreich in weiteren Teilen Bayerns hörbar

Öster­reich zündet die zweite Stufe beim Ausbau von DAB+. Die Inbe­trieb­nahme der zweiten Phase des bundes­weiten Mux, die erst für Ende März 2020 geplant war, erfolgt bereits am kommenden Mitt­woch, 11. Dezember. Auch Hörer in Bayern profi­tieren.
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Öster­reich zündet die zweite Stufe beim Ausbau des digital-terres­trischen Radios DAB+. Die Inbe­trieb­nahme der zweiten Phase des bundes­weiten Mux, die erst für Ende März 2020 geplant war, erfolgt bereits am kommenden Mitt­woch, 11. Dezember 2019. Die Ausbau­stufe umfasst die Sende­anlagen Inns­bruck-Patscher­kofel, Salz­burg-Gais­berg und St. Pölten-Jauer­ling. 77 Prozent der Bevöl­kerung sind daher noch vor Weih­nachten mit DAB+-Empfang versorgt.

Test­signale reichten bis München

Vom Ausbau profi­tieren auch viele weitere DAB+-Hörer in Deutsch­land. Die aktuell neun Programme des bundes­weiten Multi­plexes sind künftig in Teilen Nieder- und Ober­bayerns zu hören. Wie erste Tests gezeigt haben, reichen die Signale im opti­malen Fall bis nach München. Schon heute können die Signale aus Öster­reich in der Bodensee-Region sowie Teilen des Allgäu und Ober­schwaben vom Standort Pfänder gehört werden.

Vom Gaisberg bei Salzburg wird ab Dezember DAB+ ausgestrahlt
Vom Gaisberg bei Salzburg wird ab Dezember DAB+ ausgestrahlt
Am 28. Mai 2019 wurde das digi­tale Zeit­alter des Hörfunks in Öster­reich - nach vorhe­rigem Test­betrieb im Groß­raum Wien - offi­ziell einge­läutet. Neun natio­nale und acht regio­nale Digi­talra­dios waren beim Start mit dabei, mitt­lerweile hat sich die Digi­talradio-Familie auf insge­samt 22 Sender vergrö­ßert. Neue Radio­stationen wie Radio Fantasy, High Live Radio, Hood Music oder Radio SOL erwei­tern das regio­nale Programm­angebot in Wien und bieten eine große inhalt­liche und musi­kali­sche Viel­falt.

Durch die vorge­zogene Netz­abde­ckung und die Planung von zwei neuen regio­nalen Multi­plexen im kommenden Jahr entstehe laut dem Betreiber Digi­talradio Austria laut eigenen Angaben ein zukunfts­sicheres, kosten­loses Radio­erlebnis für ganz Öster­reich. In welchen Städten die neuen Regio­nalmuxe ans Netz gehen, verriet der Betreiber jedoch noch nicht. Denkbar sind Graz und Linz - nach Wien die beiden nächst größeren Städte in der Alpen­repu­blik.

2020 über 30 digi­tale Radio­sender

Fest steht dafür, dass schon am 26. Mai 2020 die Sender Bruck an der Mur-Mugel sowie Rech­nitz-Hirschen­stein im bundes­weiten Multi­plex dazu kommen, womit dann bereits das ganze Burgen­land und weitere Teile der Stei­ermark DAB+-Radio­programme empfangen können.

Die letzte Ausbau­stufe in Kärnten wird eben­falls vorge­zogen und erfolgt am 25. August 2020, womit 83 Prozent der Öster­reicher digi­talen Klang erleben können. "Das Sender­angebot entwi­ckelt sich stetig weiter, etliche Radio­sender bereiten sich unseres Wissens bereits intensiv auf die digi­tale terres­trische Verbrei­tung vor oder stehen wie beispiels­weise Radio NJOY 91.3 kurz vor dem Markt­eintritt. Ich rechne im Laufe des nächsten Jahres mit rund 30 Digi­talra­diosen­dern in Öster­reich", freut sich der Vorsit­zende von Digi­talradio Öster­reich, Wolf­gang Struber, über die immer größer werdende Digi­talradio-Familie. Immer wieder wird von Hörern der Wunsch geäu­ßert, dass auch die Programme des öffent­lich-recht­lichen Öster­reichi­schen Rund­funks (ORF) über DAB+ starten sollen. Doch der ORF will nach wie vor erst ins Digi­talradio einsteigen, sobald die Politik ihm zusätz­liche, digital verbrei­tete Programme wie eine massen­attrak­tive Jugend­welle erlaubt.

Programme des ORF auch über DAB+

Voraus­sicht­lich ab 2020 bekommen zumin­dest Hörer in Tirols Landes­haupt­stadt Inns­bruck die Programme des ORF auch über DAB+. Dafür ist dann aber nicht der ORF selbst verant­wort­lich, sondern die Rund­funk Anstalt Südtirol (RAS), die Programme aus dem Ausland zur Versor­gung der deutsch­spra­chigen Bevöl­kerung ausstrahlt und im kommenden Jahr den grenz­nahen, expo­nierten Sender Hühner­spiel nahe des Bren­nerpasses in Betrieb nehmen möchte. Dessen Signale sollen das gesamte Wipptal von Ster­zing bis eben Inns­bruck versorgen.

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