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Telekom: Viele Investitionen bei steigenden Cashflows

Die Deutsche Telekom baut bis nächstes Jahr noch verstärkt FTTC (Vectoring), dann geht es gleitend mit FTTH/FTTB bis zum Haus und hinein.
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Mit 6,1 Milliarden Investitionen im 1. Halbjahr 2018 sieht sich die Deutsche Telekom als größter Investor unter den integrierten Telekommunikations-Unternehmen in Deutschland und Europa. Darauf wies heute der Finanzvorstand der Deutschen Telekom, Thomas Dannenfeldt, in einem "Conference Call" zu den aktuellen Quartalszahlen hin, an dem teltarif.de teilnahm.

Mehr Glasfaser - mehr Mobilfunk

Telekom Finanzchef Thomas Dannenfeldt verdeutlichte die Strategie der Deutschen Telekom: Hohe Investitionen ins Netz sind dennoch profitabel.Telekom Finanzchef Thomas Dannenfeldt verdeutlichte die Strategie der Deutschen Telekom: Hohe Investitionen ins Netz sind dennoch profitabel. In Deutschland sind 32 Millionen Haushalte an das Glasfasernetz (FTTC oder FTTH/FTTB) angeschlossen, 4 Millionen mehr als im Vorjahr.

Letztes Jahr wurden 1000 neue Sendestationen für Mobilfunk in Betrieb genommen werden, das Tempo soll erhöht werden nächstes Jahr werden es 2000 neue Stationen pro Jahr sein. In Deutschland deckt Telekom mit LTE etwa 95 Prozent der Bevölkerung ab, europaweit sind es gut 96 Prozent oder in Zahlen 108 Millionen Einwohner.

USA auf 600 MHz - schon in 1000 Städten

In den USA hat T-Mobile US Frequenzen bei 600 MHz erworben und bereits in etwa 1000 Städten aufgebaut. 12 Smartphones, die speziell für den amerikanischen Markt gedacht sind, können bereits mit 600 MHz umgehen. Darunter sind verschiedene Modelle von LG und Samsung (z.B. J3, J7, S8 Active und S9 oder S9 Plus). Mit 700 MHz kommen unter anderem alle aktuelle iPhones von Apple (Versionen SE, 6(s), 7 (Plus), 8 (Plus) und X ) klar.

Netzausbau in Europa

Europaweit sind 1,5 Millionen Kunden mehr über Glasfasernetze angebunden als Mitte 2017. Beim Mobilfunk kamen in Europa eine halbe Million neue Kunden dazu. In den USA sogar 2,8 Millionen neue Vertrags-Kunden mit Handy im Jahresvergleich.

Der Neu-Ausbau mit DSL-Vectoring wird in Deutschland im Jahre 2019 seinen Höhepunkt erreichen und dann langsam zurückgehen. Gleichzeitig steigt der Aus- und Umbau von Glasfaser bis ans Haus (FTTB) oder ins Haus hinein (FTTH). Das wird sich ab 2020 bemerkbar machen und im Jahre 2021 die "volle Schlagzahl" erreichen.

Steigender Cashflow - trotz Investitionen

An die Börse gerichtet betonte Dannenfeldt, dass sich hohe Investitionen und steigende Cashflows nicht ausschließen. Unter Cashflow wird in der Betriebswirtschaft der gesamte Fluss der finanziellen Mittel verstanden, die sich innerhalb eines Unternehmens bewegen. Er beschreibt den "Überschuss an Zahlungsmitteln, die ein Unternehmen durch seine Tätigkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums erwirtschaften konnte".

BNetzA gibt grünes Licht - warten auf das Kartellamt

Die Bundesnetzagentur hat der Kooperation zwischen EWE und der Telekom grünes Licht gegeben, bevor es richtig losgehen kann, muss das Kartellamt noch zustimmen. "Wir stehen bereit", betonte Dannenfeldt auf die Frage von teltarif.de. "Wir wollen den Glasfaser- und damit auch den 5G-Ausbau beschleunigen und sehen die Kooperation als richtigen Schritt." Die Deusche Telekom stehe bereit, für eine weitere Kooperation mit einem zweiten oder dritten Spieler.

MVNO, Service-Provider, vierter Netzbetreiber und National Roaming?

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte Kartellamtschef Andreas Mundt für Aufmerksamkeit gesorgt, als er einen "vierten Netzbetreiber" in Deutschland als "wünschenswert" bezeichnet hatte. Außerdem hatte Mundt für National Roaming plädiert. Dannenfeldt lehnt National Roaming nicht grundsätzlich ab, es brauche aber eine ausgewogene Balance, um den Investionsanreiz nicht zu ersticken.

Geld nur einmal ausgeben

Für Finanzchef Dannenfeldt ist wichtig, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden könne. „Ein vierter Netzbetreiber entzieht dem Markt Kräfte, die für 4G und 5G gebraucht werden.“, betonte Dannenfeldt. Im Übrigen habe der Koalitionsvertrag der Bundesregierung klar vorgegeben, Investitions-Anreize zu schaffen. Die Telekom sei nicht gegen Wettbewerb - aber irgendwann werde es kontraproduktiv, wenn Anreize vernichtet würden.

Dannenfeldt verwies auf den renommierten britischen Telekommunikations-Analysten Redburn, dessen Argumentation wir in einem eigenen Artikel noch vorstellen und erläutern werden.

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