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Mobilfunk-Lücken: Telekom baut in Bayern aus

Die Telekom ist dabei, die letzten Netz-Lücken im Frei­staat Bayern zu versorgen. 99 Prozent der baye­rischen Auto­bahnen sind versorgt, der Rest ist knifflig. Auch an den Bahn­stre­cken fehlen noch ein paar Kilo­meter.

Dass Deutsch­land in Sachen Mobil­funk­abde­ckung einiges zu tun hat, berichten wir täglich. Eine wich­tige Vorgabe der Bundes­netz­agentur ist die Versor­gung von Verkehrs­wegen wie Auto­bahnen und Bahn­stre­cken.

Nicht nur die Bundes­regie­rung und verschie­dene Bundes­behörden machen Druck, auch die Bundes­länder sind stark daran inter­essiert, dass sich etwas tut. Feiern den Lückenschluss (von links): Tobias Gotthard (MdL), Tanja Schweiger (Landrätin), Hubert Aiwanger (stellv. Ministerpräsident), Conrad Fuchs (Europoles), Peter Unger (Telekom), Andrea Dobsch (Bürgermeisterin), Bruno Jacobfeuerborn (DFMG/Deutsche Funkturm). Feiern den Lückenschluss (von links): Tobias Gotthard (MdL), Tanja Schweiger (Landrätin), Hubert Aiwanger (stellv. Ministerpräsident), Conrad Fuchs (Europoles), Peter Unger (Telekom), Andrea Dobsch (Bürgermeisterin), Bruno Jacobfeuerborn (DFMG/Deutsche Funkturm).
Foto: Deutsche Telekom
Wie Deut­sche Telekom heute berichtet, hat sie "eine der letzten Lücken entlang der baye­rischen Auto­bahnen" geschlossen. Das Unter­nehmen nahm in der Gemeinde Zeit­larn (bei Regens­burg) an der Auto­bahn A93 (Regens­burg-München) einen neuen Standort in Betrieb. Wegen der Bedeu­tung dieses Ausbaus schauten zahl­reiche Gäste, darunter der Baye­rische Staats­minister für Wirt­schaft, Landes­ent­wick­lung und Energie, Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vorbei.

46 Meter Höhe stopft 300-Meter Lücke

Gebaut wurde ein 46 Meter hoher Mast aus Schleu­der­beton, der eine rund 300 Meter lange Versor­gungs­lücke auf der Auto­bahn schließt. Damit sind jetzt rund 99 Prozent der Auto­bahnen in Bayern mit schnellem Internet versorgt. „Wir sind beim Ausbau entlang der Auto­bahnen in Bayern in diesem Jahr ein gutes Stück voran­gekommen. Wir haben letzte Lücken geschlossen und die Kapa­zität entlang der Strecke weiter erhöht. Allein in diesem Jahr haben wir 41 Stand­orte neu gebaut und 76 mit LTE erwei­tert“, sagt Mathias Poeten, Leiter Mobil­funk bei der Telekom Deutsch­land. „2515 Kilo­meter Auto­bahn­strecke in Bayern sind mit schnellem Mobil­funk versorgt."

35 Kilo­meter fehlen noch

Infografik der Telekom Infografik der Telekom
Grafik: Deutsche Telekom
Poeten weiter: "Es fehlen ledig­lich knapp 35 Kilo­meter, damit wir einen Haken an die Sache machen können und auf die 100 Prozent kommen.“ Und genau diese etwa 20 Lücken haben es richtig in sich. Hier sucht die Telekom teil­weise seit vielen Jahren nach geeig­neten Flächen, für einen Sender-Standort. Aber man werde hart­näckig bleiben: „Wir bleiben hier natür­lich dran und danken der Politik für die Unter­stüt­zung bei behörd­lichen Geneh­migungen“, so Mathias Poeten.

Minister zufrieden

Auch Bahnstrecken sollen jetzt besser werden. Auch Bahnstrecken sollen jetzt besser werden.
Grafik: Deutsche Telekom
Den Minister freut es, dass langsam etwas vorwärts geht: „Die baye­rische Mobil­funk-Initia­tive zeigt Wirkung. Ich freue mich, dass die Mobil­funk­betreiber rasch die letzten Kilo­meter ausbauen, damit Auto­bahnen und ICE-Stre­cken zum Jahres­ende lückenlos versorgt sind, wie es von den Versor­gungs­auf­lagen verlangt wird“ und betont, was die Politik landauf landab immer wieder fordert: „Unser Wirt­schafts­standort ist auf leis­tungs­fähige digi­tale Netze auch an Verkehrs­wegen ange­wiesen."

Um den Ausbau zu beschleu­nigen, hat der Frei­staat Bayern die Mobil­funk­betreiber mit verbes­serten Rahmen­bedin­gungen und zusätz­lichen Mitteln für das Mobil­funk-Förder­pro­gramm unter­stützt.

Messungen: Telekom am besten?

Die Telekom hat viel vor, auch mit 5G. Die Telekom hat viel vor, auch mit 5G.
Grafik: Deutsche Telekom
Im vergan­genen Jahr ergaben Messungen des baye­rischen Wirt­schafts­minis­teriums, dass die Telekom in punkto Mobil­funk­ver­sor­gung entlang der Auto­bahnen am besten abschneidet. Stolz verweist die Telekom darauf, dass ihr Ausbau von Mobil­funk mit großen Schritten voran­komme. Entlang der ICE-Stre­cken sei der Versor­gungs­grad ähnlich hoch wie entlang der Auto­bahnen.

Von den insge­samt 1107 Kilo­meter ICE-Strecke in Bayern wurden 1077 Kilo­meter als "versorgt" gemeldet. Hier fehlen ledig­lich noch "30 Kilo­meter Rest­strecke". Bundes­weit gesehen war Bayern im vergan­genen Quartal mit 1760 Stand­orten, die entweder ganz neu gebaut oder mit LTE erwei­tert wurden, an der Spitze im Bundes­län­der­ver­gleich. Und auch beim 5G-Ausbau soll Bayern vorne mit dabei sein: 1700 Stand­orte funken schon jetzt mit dem neusten Mobil­funk­stan­dard, zumeist mit 5G-DSS auf 2100 MHz (Band n1). Bis Ende des Jahres werden es rund 2900 Stand­orte sein, von denen einige auch im "C-Band" (zwischen 3,4 und 3,7 GHz) funken werden.

Und es reicht immer noch nicht

Eigene Erfah­rungen des Autors im Zuge einer Bayern-Reise zeigen, dass der Netz­ausbau spürbar fort­geschritten ist, es aber beispiels­weise in touris­tisch beliebten Orten noch einiges zu tun gibt.

Auf der Rück­seite des Chiem­sees an einem beliebten Bade­strand wird in Kürze ein noch fehlender LTE-Sender der Telekom aufge­baut werden. Die Netz­ver­sor­gung im nörd­lichen Teil der Eislauf-Gemeinde Inzell (Chiemgau) war mit o2 deut­lich besser als mit der Telekom versorgt.

Dafür wird der Touris­ten­magnet Königssee (bei Berch­tes­gaden) derzeit nur von der Telekom (mit EDGE) erreicht, hier sollte sich auch noch einiges tun.

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