Trenching

Hier wird gebaut: Fräsen für mehr Bandbreite

Wenn die Deutsche Telekom dem Bürgersteig mit Fräsen beikommt, nutzt sie das Trenching-Verfahren, um Glasfaser zu verlegen. Auch Unitymedia und Deutsche Glasfaser bauen ihre Netze weiter aus.
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Telekom Breitbandausbau Trenching
In Kiel-Altenholz nutzt die Telekom für den Breitbandausbau erstmals das Trenching-Verfahren, bei dem die Glasfaser in schmale Gräben verlegt wird
Zum ersten Mal setzt die Telekom das Trenching-Verfahren ein. Im Ge­werbegebiet Kiel-Altenholz werden schmale Gräben und Schlitze in den Asphalt gefräst, um das Glasfaserkabel in der Erde zu verlegen. Die Vorteile des Trenchings: Auf Tiefbau­arbeiten kann weitgehend verzichtet werden. Diese Methode ist zudem schneller als übliche Verfahren. Dadurch verkürzt sich die Ausbauzeit und Anwohner werden weniger durch Baustellen beeinträchtigt.

Im Gewerbegebiet Kiel-Altenholz wird die Telekom rund acht Kilometer Glasfaser verlegen und zwei Netzverteiler aufstellen. Ab dem dritten Quartal 2018 sollen dann knapp 40 Unternehmen über ein reines Glasfasernetz mit symmetrischen Bandbreiten bis 1 GBit/s im Internet surfen können. Die Telekom hat ein Video zum Breitbandaus­bau mit Trenching in Kiel-Altenholz auf YouTube hochgeladen.

Erstmals flächendeckendes FTTH-Netz in bayerischer Gemeinde

Über Surf-Geschwindigkeiten von bis zu 1 GBit/s können sich auch die rund 1000 Einwohner der bayerischen Gemeinde Schwabbrück freuen. Hier hat die Telekom Glasfaser bis in jede Wohnung gelegt (FTTH). Schwabbruck ist in Bayern die erste Gemeinde, in der es ein flächendeckendes FTTH-Netz gibt. In Zukunft könnten auch Fuldabrück und Plettenberg ein solches Netz besitzen. Vom 2. Mai bis zum 31  Juli 2018 testet die Telekom in diesen Orten ein neues Vermarktungskonzept. Haus- und Woh­nungsbesitzer können sich in diesem Zeitraum für einen kostenlosen FTTH-Anschluss registrieren. Nach Ablauf der Aktion müssen für den Anschluss 799,95 Euro bezahlt werden.

Darüber hinaus treibt die Telekom auch den FTTC-Ausbau voran, bei dem die Glasfaser bis zum Kabelverzweiger verlegt wird. Seit dem 17. April können in 194 Städten, darunter Paderborn, Hagen oder Bad Pyrmont, über 189 000 Haushalte mit mindestens 50 und maximal 100 MBit/s im Internet surfen. Alle Städte hat die Telekom hier aufgelistet. Hinzu kommt noch Wadern. Haushalte in den Stadtteilen Lockweiler, Löstertal und Wedern können jetzt ebenfalls mit bis zu 100 MBit/s das World Wide Web durchforsten. In Neuried, genauer gesagt in den Ortsteilen Altenheim und Müllen sowie den Vorwahlbereich 07807, startete die Telekom den Ausbau ebenso wie in neun weiteren Städten. Des Weiteren hat der Bonner TK-Konzern in mehreren Orten mit Ausbauplanungen begonnen.

Immerhin bis zu 50 MBit/s bekommen die Orte Langenaltheim (Teilausbau im Vorwahlbereich 09145), Schwabach (Stadtteile Dietersdorf, Oberbaimbach, Schaftnach, Untereichenbach und Wolkersdorf) und Waldstetten (im Vorwahlbereich 08223). Hier wurden die Ausbauarbeiten abgeschlossen. In Görisried, Kraftisried und Unterthingau schloss die Telekom Verträge zur Versorgung mit bis zu 50 MBit/s ab. Teilweise ist auch ein FTTH-Ausbau geplant. In Ronnenberg (Stadtteile Ihme-Roloven, Linderte sowie Vörie und im Vorwahlbereich 05109) begannen die Ausbauarbeiten für Surf-Geschwindigkeiten bis maximal 50 MBit/s. Gleiches gilt auch für Markt Türkheim (Ortsteil Berk). Auch hier wird es einen FTTH-Teilausbau geben.

Deutsche Glasfaser Breitbandausbau Planung
In den Gewerbegebieten Lechenich beginnt die Deutsche Glasfaser nach erfolgreicher Vorvermarktung mit den Ausbauplanungen

Hohe Quote bei Vertragsabschlüssen

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia geht mit seiner Glasfaser einen Schritt vom Kabelver­zweiger weiter und verlegt sie in Lampertheim bis zu den Gebäuden (FTTB). Im Ortsteil Hüttenfeld erhalten 560 Haushalte Internet-Speed mit bis zu 400 MBit/s. Dafür investiert Unitymedia 750 000 Euro. Für die Erschlie­ßung des Ortsteils werden rund acht Kilome­ter Leitungen im Tiefbau verlegt. Umsonst ist der Anschluss ans Unitymedia-Netz nicht. Er kostet knapp 400 Euro.

Derlei Baukosten kommen auf die Kunden der Deutschen Glasfaser in Schuby und Lürschau nicht zu. „Keine unserer Kunden im Ausbaugebiet, die während der Nachfragebündelung abgeschlossen haben oder es bis zum Baubeginn noch tun, werden Baukosten zahlen müssen“, verspricht Projektleiter Andreas Dankert, nach­dem in der Vorvermarktung die Vertragsabschlussquote von 40 Prozent erreicht wurde. Nun stehen die Planungen für das FTTH-Netz an. Dagegen feierte die Deutsche Glasfaser im sächsischen Thallwitz bereits den Spatenstich. Bis zum Spätsommer 2018 soll das FTTH-Netz in der 3500-Einwohner Gemeinde stehen. Bei einer Vertragsabschlussquote von 63 Prozent kann die Deutsche Glasfaser davon ausgehen, dass das Highspeed-Internet bereits sehnlichst erwartet wird.

Darüber hinaus will das Unternehmen aus dem westfälischen Borken Gewerbe­gebiete in Lechenich und Frechen mit Glasfaser anschließen. In Lechenich wurde die Vorvermarktung erfolgreich abgeschlossen. „Über die einzelnen Phasen der anste­henden Planungs-, Bau- und Anschlussarbeiten werden die Unternehmen von Deutsche Glasfaser in den kommenden Wochen detailliert informiert“, erklärt Ge­schäftskundenberater Thomas Pantazidis. Im Frechener Gewerbegebiet Europaallee startete Deutsche Glasfaser unlängst die Vorvermarktung. Die Unternehmen können symmetrische Bandbreiten von 200 MBit/s bis zu 10 GBit/s erhalten.

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