Fernsehen

Netflix-Chef: Lineares TV ist noch lange nicht tot

Netflix will unter anderem in den USA weiter wachsen. Dort fehlen in den Haus­halten oft noch die tech­nischen Voraus­set­zungen für Strea­ming.

Netflix will weiter wachsen Netflix will weiter wachsen
Foto: Netflix
Strea­ming nimmt in den Wohn­zim­mern einen immer höheren Stel­len­wert ein. Spiel­filme und Serien nutzen viele Zuschauer nicht mehr im linearen Fern­sehen, sondern unab­hängig von festen Sende­zeiten bei Anbie­tern wie Netflix und Amazon Prime Video, Disney+ und TVNOW, um nur einige Beispiele zu nennen. Selbst Live-Sport wird verstärkt vom "echten" Broad­cast ins Strea­ming verla­gert.

Mit einem schnellen Aus für das lineare Fern­sehen rechnet Netflix-Chef Reed Hastings dennoch nicht. Gegen­über dem Nach­rich­ten­magazin Der Spiegel erklärte Hastings, es werde noch zehn oder sogar 20 Jahre dauern, bis lineares Fern­sehen ganz verschwindet. Im Strea­ming sieht der Netflix-CEO weiterhin einen Wachs­tums­markt.

Vor allem in den USA gebe es noch Luft nach oben, so Hastings. In den Verei­nigten Staaten kommt Strea­ming den Angaben zufolge derzeit nur auf einen Markt­anteil von 27 Prozent. Dazu sagte Hastings dem Spiegel: "Man darf nicht vergessen, dass in den USA die Hälfte der Haus­halte immer noch keine Smart-TVs besitzt, also mit dem Internet verbun­dene Fern­seher."

Netflix will keinen Live-Sport - oder doch?

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Foto: Netflix
Netflix will den Angaben zufolge auch in Zukunft nicht auf Nach­richten oder Live-Sport setzen, um weitere Abon­nenten zu gewinnen. Der CEO des Strea­ming-Spezia­listen sieht sein Unter­nehmen als "Unter­hal­tungs­kon­zern, der keinen Jour­nalismus macht". Als global agie­rende Firma sei es schwierig, Nach­richten zu produ­zieren, ohne sich Feinde zu machen.

Für den Sport behält sich der Netflix-Chef dann doch eine Hintertür auf. Er sagte im Inter­view einer­seits, die Fußball-Bundes­liga sei für seinen Konzern nicht inter­essant: "Wir besitzen ja nicht die Bundes­liga, die kann Deals abschließen, mit wem sie will. Diese Art von Kontrolle wäre aber eine Voraus­set­zung für uns, damit wir unseren Kunden ein sicheres Angebot machen können." Auch habe Netflix in der Vergan­gen­heit nicht bei der Formel-1-Rech­tever­gabe mitge­boten. "Heute würden wir darüber nach­denken", so Hastings.

Neben Serien und Filmen will Netflix auch mit Video­spielen weitere Kunden gewinnen. Wie in einer weiteren Meldung bereits berichtet gibt es bereits einen Test­lauf für Games in der Netflix-App.

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