Geoblocking

Netflix gegen Unblocker: Erste VPN-Anbieter geben auf

Erste VPN-Anbieter wollen die Umgehung des Geoblockings von Netflix nicht mehr anbieten. Der Streaming-Provider konnte unterdessen positive Quartalszahlen vermelden.
Von mit Material von dpa
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Zu Jahresbeginn hatte der Streaming-Anbieter Netflix angekündigt, verstärkt gegen VPN-Anbieter und Unblocker vorzugehen, die dafür sorgen, dass Kunden Filme und Serien des Streaming-Portals sehen können, die in dem Land, in dem der Kunde den Dienst nutzt, offiziell nicht zugänglich sind. Wenige Wochen später waren erste Kunden von den Sperrmaßnahmen von Netflix betroffen. Inhalte, die beispielsweise nur für die USA bestimmt sind, konnten in Übersee nicht mehr empfangen werden.

Die VPN-Anbieter verkündeten zunächst, Lösungen zu finden, um die Blockaden durch Netflix zu umgehen. Nun geben erste Unblocker auf, wie der öffentlich-rechtliche kanadische Rundfunk CBC berichtet. Das australische Unternehmen U-Flix teilte beispielsweise in seinem hauseigenen Blog mit, immer dann, wenn der Anbieter ein neues Netzwerk in Betrieb genommen oder andere Maßnahmen ergriffen habe, seien die Kunden innerhalb weniger Stunden erneut von Netflix ausgesperrt worden.

Der auf Barbados beheimatete Anbieter Unblock-US will dem Bericht zufolge ebenfalls die Unterstützung bei der Umgehung der Ländersperren von Netflix einstellen. Andere Firmen werben nach wie vor damit, über die eigenen VPN-Dienste auf Inhalte des Streaming-Providers zugreifen zu können, die für eine andere Region bestimmt sind. Netflix hat die verschärften Geoblocking-Regelungen nicht etwa auf eigenen Antrieb, sondern auf Drängen der Filmindustrie eingeführt, die Einnahmenverluste befürchtet, wenn Interessenten über Netflix die Möglichkeit haben, auf Inhalte zuzugreifen, die in ihrem Land eigentlich an andere Streaming-Anbieter oder Pay-TV-Sender lizenziert wurden.

Netflix weiter auf Erfolgskurs

Netflix erfolgreichNetflix erfolgreich Der Plan von Netflix, Kunden mit Eigenproduktionen anzulocken, geht unterdessen offenkundig auf. Der Videostreaming-Dienst konnte im vergangenen Quartal 3,57 Millionen neue Abo-Nutzer gewinnen. Das war über eine Million mehr als erwartet. Netflix hat nun 47,5 Millionen Kunden in den USA und 39,25 Millionen Abonnenten im Rest der Welt.

Damit kam auch das Vertrauen der Anleger auf einen Schlag zurück: Die Aktie schoss um rund ein Fünftel hoch. Es störte sie nicht, dass Netflix einen Start in China nun auch offiziell auf die lange Bank schob. Die regulatorischen Hürden im Reich der Mitte seien zu hoch, so die Begründung.

2017 rund 1000 Stunden exklusive Inhalte

Den Ausschlag für das Wachstum hätten populäre Eigenproduktionen wie die Mystery-Serie "Stranger Things" gegeben, sagte Netflix-Chef Reed Hastings am Montag. Das bleibt auch der Fokus: Im kommenden Jahr will Netflix rund 1000 Stunden exklusive Inhalte ins Programm bringen. Dafür will das Unternehmen 6 Milliarden Dollar investieren.

Auch der Umsatz übertraf im vergangenen Quartal mit einem Plus von 32 Prozent auf 2,29 Milliarden Dollar (2,08 Milliarden Euro) die Erwartungen der Börsianer. Der Gewinn schoss im Jahresvergleich um 75 Prozent auf 51,5 Millionen Dollar hoch, wie Netflix nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte. Das war ebenfalls deutlich besser als erwartet.

Für das laufende vierte Quartal stellte Netflix einen Zuwachs von 5,2 Millionen Kunden in Aussicht - 1,45 Millionen im Heimatmarkt und 3,75 Millionen im Rest der Welt. Netflix hatte den Dienst im Januar auf einen Schlag in 130 neue Länder gebracht und deckt damit fast die ganze Welt bis auf China und Nordkorea ab.

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