Streaming 2019

Neue Streaming-Konkurrenz: Disney+ & Warner vor dem Start

Film- und Serienfans dürfen sich auf ein spannendes Streaming-Jahr 2019 freuen. Die beiden großen Studios Disney und Warner haben einige Überraschungen im Gepäck. Auch in Deutschland wird der Markt deshalb noch einmal gehörig in Bewegung kommen.
Von Björn König
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Diverse Medienexperten hatten schon 2014 mit dem Deutschland-Start von Netflix prophezeit, dass das Rennen in Sachen Streaming-Dienste bereits mehr oder weniger gelaufen ist. Amazon und Netflix teilen den Markt weltweit unter sich auf. Regionale Konkurrenten, zum Beispiel die deutsche ProSiebenSat1-Tochter maxdome, kommen im harten Kampf der US-Giganten förmlich unter die Räder.

Disney Ganz so einfach wird das Spiel allerdings wohl doch nicht laufen. Große Filmstudios wie Disney und Warner haben bereits vor einiger Zeit damit begonnen, ihre Lizenzware von der Plattform des US-Marktführers Netflix abzuziehen. Der Grund: Im Jahr 2019 gehen beide Studios mit eigenen Streaming-Diensten auf den Markt. An Bord sind nicht nur Micky Maus und Donald Duck, sondern vor allem zahlreiche große Blockbuster. Auch die Qualität der Warner-Inhalte weiß zu beeindrucken.

Disney+

Der wohl interessanteste Newcomer am Streaming-Markt wird eindeutig Disney+ sein. Die Rechte-Bibliothek des wohl wichtigsten US-Studios ist in der Tat gigantisch. Im Bereich der Kinderunterhaltung, Animation und Zeichentrick kann Disney so richtig auftrumpfen. Hinzu kommen noch weitere Lizenzen durch Übernahmen des Konkurrenten Fox sowie Marvel mit seinen Superhelden-Sagen wie Spider Man, Avengers, X-Men, Hulk und Black Panther. Auch alle künftigen Disney-Produktionen werden dann exklusiv auf dem hauseigenen Streaming-Dienst verfügbar sein.

Allerdings kündigte Disney-Chef Bob Iger bereits an, dass man sich zunächst preislich unterhalb des Niveaus von Netflix bewegen werde, da das Angebot zumindest zum Start noch deutlich kleiner als beim Mitbewerber sein soll. Realistisch scheint hier wohl ein Preis merklich unter der 10-Euro-Marke zu sein. Zum Vergleich: Netflix berechnet deutschen Kunden für ein HD-Abo auf zwei Geräten aktuell 10,99 Euro im Monat. Wer hingegen auf vier Geräten in Ultra-HD schauen will, zahlt 13,99 Euro. Das ist vergleichsweise teuer, wenn man bedenkt, dass bei Amazon Ultra-HD-Inhalte in der Prime-Mitgliedschaft für monatlich 7,99 Euro enthalten sind. Hinzu kommt aber noch der kostenlose Premium-Versand und weitere Services.

Warner

Ziemlich eindrucksvoll dürfte auch der zum Ende des Jahres 2019 geplante Streaming-Dienst von WarnerMedia werden. Zur Tochter des US-Telekommunikationsriesen AT&T gehört unter anderem das bekannte Studio HBO mit Produktionen wie Game of Thrones, Westworld, True Detective sowie natürlich die DC-Comics Superhelden Aquaman, Wonder Woman und Batman. Hier wird es allerdings interessant, denn die HBO-Produktionen laufen hierzulande aktuell exklusiv bei Sky. Nachdem der Pay-TV-Sender bereits Sportrechte in erheblichem Umfang verloren hatte, wäre der Start eines eigenen HBO-Angebots in Deutschland wohl eine Hiobsbotschaft für die mittlerweile zum Comcast-Medienkonzern gehörende Tochter aus Unterföhring.

Sky hatte erst vor Kurzem seinen eigenen Streaming-Dienst Sky Ticket einem umfangreichen Relaunch unterzogen, um zu Netflix und Amazon aufschließen zu können. Dennoch halten sich positive Reaktionen der Kunden bezüglich des neuen Angebots in Grenzen, vor allem die Usability, der Funktionsumfang und fehlende Nutzungsmöglichkeiten auf verschiedenen Plattformen, wie dem Amazon Fire-TV-Stick, werden von Nutzern moniert.

Mehr Wettbewerb, günstigere Preise?

Zunächst einmal ist Konkurrenz grundsätzlich eine positive Sache. Den Zuschauer erwarten mehr Auswahl und günstigere Preise. So sollte man zum Beispiel bedenken, dass insbesondere Netflix aufgrund milliardenschwerer Eigenproduktionen wie House Of Cards, Orange Is The New Black, Stranger Things etc. in letzter Zeit die Preise weltweit erhöht hat. Netflix-CEO Reed Hastings und sein Content-Chef Ted Sarandos stehen unter Druck, weiter in herausragende Eigenproduktionen zu investieren, um für Abonnenten attraktiv zu bleiben und sich inhaltlich von der Konkurrenz abzuheben.

Auf der anderen Seite scheinen monatliche Streaming-Gebühren über 10 Euro eine symbolische Schmerzgrenze für Zuschauer zu sein, denn mittlerweile stehen die Zeichen für Netflix beim Kundenwachstum eher auf Stagnation. Zur Diskussion stand deshalb erst kürzlich sogar eine abgespeckte und günstigere mobile Variante des Dienstes. Im Endeffekt könnte der zusätzliche Wettbewerb aber auch zum Bumerang werden. Bekamen potenzielle Zuschauer bislang auf Netflix das Komplettpaket aus Eigenproduktionen und Lizenzware ist damit demnächst Schluss. Wer alles sehen will, muss dann mehrere Abos abschließen. Im Gesamtbild wird der Streaming-Spaß wohl trotz zusätzlichem Wettbewerb eher teurer als günstiger (Breitbandanschluss und Rundfunkbeitrag natürlich nicht mitgerechnet).

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