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Netflix macht ernst: So wird jetzt Account-Sharing verhindert

Netflix will künftig kontrol­lieren, ob Kunden ihren Account an mehr als einem Standort auf einem Fern­seher nutzen. Betrof­fene Nutzer müssen sich auf Extra­kosten einstellen.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Kunden ihre Netflix-Zugänge mit Freunden und Bekannten teilen. So wird die Nutzung des Strea­ming­dienstes für alle Betei­ligen güns­tiger. Netflix verdient aller­dings auch weniger Geld. Mitt­ler­weile sind die rosigen Zeiten beim Strea­ming-Anbieter vorbei. Die Kunden­zahlen stagnieren bzw. sind sogar rück­läufig. Kein Wunder also, dass Netflix verstärkt gegen das Teilen von Zugangs­daten vorgehen will.

In einigen Ländern testet der Strea­ming­dienst ab sofort eine Rege­lung, die das Unter­nehmen bereits vor einigen Monaten ange­deutet hat. Wer den Service an mehreren Stand­orten nutzen möchte, wird zusätz­lich zur Kasse gebeten. Das gilt zumin­dest für den Fall, dass die Zuschauer den Service auf dem Fern­seher nutzen. Das mobile Strea­ming mit Smart­phone oder Tablet bleibt davon unbe­rührt.

Netflix via Smart-TV nur noch an einem Ort Netflix via Smart-TV nur noch an einem Ort
Foto: picture alliance/Nicolas Armer/dpa
Bis zu zwei Wochen pro Jahr sollen Netflix-Kunden ihren Account auch abseits der eigenen vier Wände mit dem Smart-TV nutzen können. Damit will der Anbieter Nutzern entge­gen­kommen, die im Urlaub beispiels­weise die Möglich­keit haben, den Fern­seher im Hotel­zimmer oder Appar­tement für Video­strea­ming zu nutzen. Die Lösung eignet sich hingegen nicht für Pendler, die beispiels­weise nur am Wochen­ende zuhause sind, oder für Besitzer von Wochen­end­häu­sern oder ähnli­ches.

Das kündigt Netflix für den 22. August an

Ab 22. August will Netflix für die statio­näre Nutzung des Strea­ming­dienstes an weiteren Stand­orten zusätz­liche Gebühren erheben. Auto­matisch findet diese Berech­nung nicht statt. Viel­mehr muss sich der Kunde dafür aktiv entscheiden. Die Höhe der Extra-Kosten ist regional unter­schied­lich und richtet sich vermut­lich auch daran, welche Gebühren für das Basis-Abon­nement des Strea­ming­dienstes anfallen.

Der Test für das neue Abo-Modell wird einem heise-Bericht zufolge in Argen­tinien, der Domi­nika­nischen Repu­blik, El Salvador, Guate­mala und Honduras durch­geführt. Dort kostet ein "zweites zuhause" zum Basis-Tarif von Netflix zwischen 1 und 3 US-Dollar pro Monat. Dabei ist im Basis-Abo nur ein Zweit-Standort möglich. Kunden, die den Stan­dard-Tarif nutzen, können bis zu zwei weitere Orte hinzu­fügen, im Premium-Abon­nement sind bis zu drei zusätz­liche Nutzungs­orte vorge­sehen.

Bereits seit März testet Netflix in weiteren latein­ame­rika­nischen Ländern die Möglich­keit, gegen Extra-Gebühren weitere Nutzer zum Account hinzu­zufügen. Beim jetzt gestar­teten Test­lauf über­prüft Netflix aber auch, ob Anwender den Dienst wirk­lich nur an einem Standort auf dem Smart-TV nutzen. Indi­zien hierfür können die IP-Adresse und Device-IDs der für das Strea­ming genutzten Geräte sein. Abzu­warten bleibt, ob und wann die Rege­lung auch in Deutsch­land einge­führt wird.

In einem weiteren Beitrag zeigen wir auf, dass die Frag­men­tie­rung für Strea­ming-Dienste zum Problem wird.

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