Schwarze Zahlen

Netflix: "Stranger Things" bringt viele neue Kunden

Vor drei Monaten jagte Netflix seinen Aktio­nären einen gehö­rigen Schre­cken ein - das Nutzer­wachstum kam fast zum Erliegen. Im vergan­genen Quartal lief es wieder deut­lich besser. Doch nun eröffnen Disney und Apple die Jagd auf den Strea­ming-Markt­führer.
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Der Strea­ming-Riese Netflix hat im dritten Quartal dank Hits­erien wie "Stranger Things" wieder etliche neue Kunden hinzu­gewonnen. Unterm Strich stieg die Anzahl der Bezah­labos in den drei Monaten bis Ende September welt­weit um 6,8 Millionen, wie der Online-Video­dienst mitteilte. Damit blieb Netflix zwar unter seiner eigenen Prognose von sieben Millionen neuen Nutzern, über­traf aber die Markt­erwar­tungen.

Insge­samt beliefen sich die bezahlten Mitglied­schaften zum Quar­tals­ende auf knapp 158 Millionen. Die Entwick­lung kam bei Anle­gern gut an, die Aktie stieg nach­börs­lich zeit­weise um rund elf Prozent. Dabei strebt Netflix für das laufende Vier­teljahr mit 7,6 Millionen neuen Kunden weniger Wachstum an als von Analysten ange­nommen, obwohl das Weih­nachts­quartal eigent­lich meist sehr stark ist.

Netflix unter Druck, Gewinn klet­tert trotzdem

Serien wie "Stranger Things" bescheren Netflix NutzerwachstumSerien wie "Stranger Things" bescheren Netflix Nutzerwachstum Netflix steht vor dem Start neuer Strea­ming-Dienste der finanz­kräf­tigen Rivalen Disney und Apple unter Druck und hatte Aktio­näre im Vorquartal mit relativ schwa­chem Wachstum enttäuscht. Beson­ders schlecht kam damals ein Rück­gang der Nutzer­zahlen im wich­tigen US-Heimat­markt an. Im jüngsten Quartal sah es jedoch wieder besser aus - in den USA kamen immerhin 517 000 neue Abon­nenten hinzu

Insge­samt bleibt der US-Markt für Netflix aber schwierig, in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres abon­nierten ledig­lich 2,7 Millionen neue Nutzer den Service. Eine kräf­tige Preis­erhö­hung dürfte dabei eine wich­tige Rolle gespielt haben. Künftig will das Unter­nehmen sein US-Wachstum nicht mehr separat ausweisen, sondern zusammen mit den Zahlen für den kana­dischen Markt bündeln.

Finan­ziell lief es indes zuletzt rund: Der Gewinn klet­terte im Jahres­vergleich von 403 Millionen auf 665 Millionen Dollar (600,5 Millionen Euro) und damit deut­lich stärker als von Analysten erwartet. Der Umsatz legte um kräf­tige 31 Prozent auf 5,2 Milli­arden Dollar zu. Aller­dings rechnet das Unter­nehmen ange­sichts hoher Produk­tions- und Marke­ting­kosten mit deut­lich weniger Über­schuss zum Jahres­ende.

Stranger Things ist sehr erfolg­reich

Dass der Strea­ming-Dienst von Anfang Juni bis Ende September bei Kunden punkten konnte, war nicht zuletzt "Stranger Things" zu verdanken. Mit 64 Millionen Zuschauern in den ersten vier Wochen war es laut Netflix die bislang erfolg­reichste Staffel der beliebten Mystery-Serie. Im vierten Quartal baut Netflix vor allem auf Film­produk­tionen wie etwa Martin Scor­seses "The Irishman" mit den Holly­wood-Stars Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci.

Dem Angriff der Konkur­renten Disney und Apple, deren Video­dienste jeweils im November starten und deut­lich weniger kosten als die Abos von Netflix, begegnet der Strea­ming-Markt­führer demons­trativ selbst­bewusst. Die neuen Ange­bote würden zwar viel Lärm machen und Netflix kurz­fristig womög­lich etwas belasten, heißt es im Brief an die Aktio­näre. Doch kein Wett­bewerber habe eine vergleich­bare Viel­falt und Qualität, deshalb werde Netflix weiter wachsen.

Die Video-on-demand-Platt­form Rakuten TV startet kosten­lose Strea­ming-Ange­bote. Details lesen Sie in einer weiteren News.

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