Live-Test

NetCologne & ZTE: Neuer Rekord per G.fast mit 1,8 GBit/s

NetCologne und ZTE haben auf der Anga Com bei einem Live-Test gezeigt, dass per G.fast sogar mehr als 1 GBit/s erreichbar sind. Fast wurde bei der Demonstration die 2-GBit/s-Grenze geknackt.
Von der Anga Com in Köln berichtet
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NetCologne und ZTE haben auf der Anga Com in Köln ihr gemeinsames G.fast-Projekt vorgestellt. Wir hatten die Möglichkeit, bei einer Live-Vorführung am Messestand dabei zu sein. ZTE unterstützt den regionalen Netzbetreiber mit seinen Technologien bei der Weiterentwicklung des bestehenden VDSL-Netzes bis zu G.fast mit Gigabit-Geschwindigkeiten. Bei den Messungen wurde ein neuer Rekord erreicht. So wurden mehr als 1,8 GBit/s im Test geschafft und - zwar außerhalb des Labors. Ein kurzer Weg über die Kupferleitung ist bei der G.fast-Technologie ideal, um solch hohen Datenraten zu erreichen.

Anders als bei M-net, wird für den Datenversand bei NetCologne nicht mehr mit dem Frequenzband bis 106 MHz, sondern dem neuen 212-MHz-Profil gearbeitet, wodurch die hohen Geschwindigkeiten realisierbar sind. Möglich macht dies ein neuer Chipsatz in den ZTE-DSLAMs. Mit den Frequenzen bis 106 MHz hatte NetCologne bisher Geschwindigkeiten von bis zu 850 MBit/s im Realbetrieb in der Summe erhalten. Der NetCologne-Geschäftsführer Timo von Lepel sagt: "Durch die erneute Verkopplung des Frequenzspektrums zur Datenübertragung kommen wir erstmals in die Nähe der zwei Gigabit-Marke." Am Stand wurden für den Live-Test fünf bis 10 Meter Kupferkabel verwendet - ein sehr kurzer Weg.

Live-Test auf der Anga Com von NetCologne
Live-Test auf der Anga Com von NetCologne
Sun Jie, Geschäftsführer von ZTE Deutschland, sagt zum Gemeinschaftsprojekt: "Als führender Anbieter von G.fast-Technologie demonstriert ZTE, wie Netzbetreiber jeder Größenordnung von der aktuellen Entwicklung ultraschneller, sicherer und wartungsfreundlicher erstklassiger Breitband­technologien profitieren können. ZTE hat in den letzten Jahren seine Präsenz im deutschen Breitbandmarkt erfolgreich ausbauen können. Dass wir im zweiten Jahr in Folge mit einem eigenen, diesmal noch größeren Stand auf der Anga Com vertreten sind, unterstreicht das starke Engagement von ZTE im deutschen ebenso wie im europäischen Breitband-Markt."

Noch kein fertiges Tarif-Portfolio, aber erste Infos

In der zweiten Hälfte dieses Jahres werden laut Horst Schmitz, dem Technik-Chef von NetCologne, der neue Chipsatz sowie die ersten kompatiblen Endgeräte zur Verfügung stehen. Noch gibt es auch kein fertiges Tarif-Portfolio, aber immerhin teilte das Unternehmen auf Nachfrage mit, dass Stück für Stück die Bandbreite für den Kunden erhöht werden soll. Die Preise für die möglichen Tarife seien ebenfalls noch nicht fix, aber ein 500-MBit/s-Tarif werde mehr kosten als ein Angebot mit einem 100-MBit/s-Anschluss. Zudem schätzt NetCologne, dass in ein paar Jahren Internet-Verbindungen mit bis zu 100 MBit/s im Downstream Standard sein werden – dies sei realistisch.

NetCologne schafft fast 2 GBit/s per G.fast
NetCologne schafft fast 2 GBit/s per G.fast
Die G.fast-Technologie soll dem Netzbetreiber zufolge im Laufe des Jahres bereits im eigenen Netz für 260 000 Haushalte verfügbar sein. Dafür wird in den jeweiligen Gebäuden aber auch ein entsprechender Glasfaser­direktanschluss von NetCologne benötigt. Die Inhouse-Verkabelung wird wohl zwischen 10 und 25 Meter betragen. Feldversuche haben gezeigt, dass die kurze Distanz seriös sei. Allerdings gilt: Die Länge des Kabels hängt auch von dem Gebäude und dessen Höhe ab; mit der Länge des Kabels nimmt die Datenrate bei G.fast ab. Zudem will das Unternehmen in den kommenden Jahren das G.fast-Netz stetig ausbauen.

Auch M-net hat zusammen mit Huawei sein G.fast-Projekt vorgestellt und bekannt gegeben, dass die FRITZ!Box 7582 bei dem Netzbetreiber erhältlich sein wird.

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