Nest Hello

Nest Hello: Digitale Video-Türklingel mit Cloud-Anbindung

Der Smarthome-Spezialist Nest bringt mit Hello seine erste digitale Video-Türklingel mit 2K-Aufzeichnung und Cloud-Anbindung auf den Markt.
Von Jan Rähm
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Keine Angst: Die neue Nest „Hello“ klingt ganz genauso wie Ihre bisherige Türklingel daheim. Ansonsten wird einiges anders, falls Sie zugreifen. Mit Hello bringt Nest jetzt zwar nicht die erste Video-Türklingel auf den Markt, wohl aber eine vernetzte Video-Türklingel samt Ökosystem.

Kind drückt auf den Klingelknopf der Nest Hello.
Kein Touch: Die Nest Hello hat einen richtig echten Klingelknopf, der auch den herkömmlichen Tür-Gong auslöst.
Die Alphabet-Tochter Nest Labs ist bisher für seine vernetzten Rauchmelder und Überwachungskameras bekannt. Mit beiden teilt sich die neue Hello das Cloud-Ökosystem. So will der Hersteller in Hello den gewohnten Komfort einer Türklingel mit den Technologien verbinden, die die Kameras bieten.

2K-Video und HD-Audio

Die Nest Hello zeichnet Videomaterial hochaufgelöst in doppelter HD-Qualität 2K auf. Der Bildsensor arbeitet mit einem Seitenverhältnis von 4:3 und nimmt Video mit einem Erfassungswinkel von 160 Grad auf. So sollen Besucher, wenn sie vor der Tür stehen und klingeln, in ganzer Größe gesehen werden können. Mit HDR-Bildverarbeitung (High Dynamic Range) sollen wichtige Details auch bei schlechten Lichtverhältnissen sichtbar sein. Nachts sorgt der Nachtsichtmodus mit Infrarot-LEDs dafür, dass Besucher auch im Dunkeln gut zu sehen sein sollen. Neben Bewegtbild bietet die Nest Hello dem Hersteller zufolge auch Ton in HD-Qualität. So sollen über die Video-Türklingel auch Gespräche möglich sein. Echo- und Rauschunterdrückung sollen dafür sorgen, dass Straßengeräusche die Wortwechsel nicht übertönen.

Smartphone-Screenshot zeigt Bild eines Paketboten aus der Perspektive der Nest Hello.
Sehen wer vor der Tür steht: Mit der Nest Hello können Anwender auch aus der Entfernung sehen, wer geklingelt hat und auf Wunsch auch direkt mit der Person vor der Tür reden.
Die Kommunikation erfolgt über das Smartphone des Bewohners. Die Video-Türklingel meldet über die Netzwerk- und Cloud-Anbindung, dass Besucher vor der Tür stehen. Kann man grade nicht sprechen, bietet die App eine Liste vorher aufgezeichneter Kurzantworten, aus denen man wählen und so dem Gast antworten kann. Über die App lässt sich die Türklingel auch stumm schalten beispielsweise für den Fall, dass das Baby schläft oder der Hund nicht aufgeschreckt werden soll. Benachrichtigungen erhält der Anwender über sein Smartphone weiter und verpasst so auch nicht den Paketboten.

App- und Sprach-Unterstützung

Wie die anderen Kameras des Herstellers auch zeichnet die Video-Türklingel das Geschehen vor der Tür pausenlos auf. Aus der Ferne lässt sich auch der Live-Stream jederzeit betrachten. Über die App kann kostenlos bis zu drei Stunden rückwärts im Verlauf geschaut werden, ob alles mit rechten Dingen zuging. Wer seine Hello-Videotürklingel mit einem „Nest Aware“-Abo kombiniert, kann weitere intelligente Funktionen nutzen und Videoaufnahmen rund um die Uhr in der Cloud speichern. So soll eine noch präzisere, nützlichere und einfachere Videoüberwachung möglich sein, meint der Hersteller. Dank fortgeschrittener Gesichterkennungstechnologie soll die Hello schnell lernen und erkennen, ob ein Bekannter oder ein Fremder vor der Tür steht.

Als Tochter des Suchmaschinen-Betreibers Google gehört die Interaktion mit dessen Google Assistant natürlich zur Pflicht. Die Integration ermöglicht, dass der smarte Lautsprecher nicht nur meldet, dass es geklingelt hat, sondern auch den Namen erkannter Personen nennt. Auch über Googles Speaker lässt sich durch die geschlossene Tür kommunizieren, sei es weil man noch eine Minute braucht oder grade keine Zeit für ein Verkaufsgespräch hat.

Was die Nest allerdings nicht kann - weder direkt noch über die Cloud: Sie kann keine Türen öffnen. Der Anschluss ein Schließanlagen ist nicht vorgesehen.

Abbildung des Lieferumfangs der Nest Hello.
Alles dabei: Die Nest Hello kommt mit allem, was für die Montage nötig ist.

Das Geschehen im Blick

Bevor überhaupt etwas passiert, muss der Hightech-„Klingelknopf“ an die Wand. Positiv: Das gesamte notwendige Montagematerial samt Steinbohrer ist im Lieferumfang. Außerdem ist ein Montagewinkel dabei, mit Hilfe dessen sich der Blickwinkel um 15 Grad in der Vertikalen anpassen lässt. Durch die Montage führt ein Assistent in der Nest-App. Strom bekommt der Kamera-Klingel-Knopf über ein Kabel, das an den bestehenden Türgong angeschlossen wird. Von dort zweigt sich die Hello ihre Energie ab und nutzt den Gong weiter. Wer sich nicht sicher ist, was die Montage angeht, findet auf der Website des Herstellers ein kleines Widget, mit dessen Hilfe eine Empfehlung gegeben wird, ob es sich um eine einfache Installation handelt, bei der es ausreicht, die Anleitungen in der App zu befolgen, oder ob ein Monteur beauftragt werden sollte. Für die Datenverbindung dagegen reicht die Anbindung ans heimische WLAN. Die Daten werden über die Luftschnittstelle im 2,4-GHz-Band übertragen. Der Bereich um 5 GHz werde nicht genutzt, erklärt Nests Produkt Manager Joost van Hoof im Gespräch. Es habe wegen der stärkeren Dämpfung deutlich weniger Reichweite und sei auch weniger zuverlässig.

Bild eines Monteurs, der die Nest Hello installiert.
Schrauben oder schrauben lassen? Nest empfiehlt bei Unsicherheit einen professionellen Monteur zu beauftragen.
Die Nest Hello kann seit Ende Mai für 279 Euro auf der Website des Herstellers bestellt werden. Ab Mitte Juni wird die digitale Video-Türklingel im Einzelhandel erhältlich sein. Der Cloud-Dienst Nest Aware schlägt mit mindestens weiteren 5 Euro bei monatlicher Zahlung beziehungsweise 50 Euro bei jährlicher Zahlung zu Buche. Damit lassen sich bis zu fünf Tage Videoaufzeichnung speichern. Wer mehr Rückschau benötigt, kann einen teureren Tarif wählen.
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