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Telekom + Vodafone: Gemeinsame Roamingtests erfolgreich

Für Privatkunden eher ein Traum, beim Internet der Dinge Standard: Netze helfen sich gegenseitig, keine Konkurrenz und keine Sperren - globales Roaming überall.
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In Deutschland sind sie mitunter erbitterte Konkurrenten, doch international arbeitet man durchaus zusammen. Die Rede ist von der Deutschen Telekom und der Vodafone Group. Die haben den ersten Roaming-Test in Europa für den im LTE-Netz realisierten NB-IoT (Schmalband-Internet-der Dinge) erfolgreich abgeschlossen. Das teilte der Dachverband GSMA mit.

Gemeinsam mit Global SIM

Gemeinsam unter dem Dach der GSMA erproben Telekom und Vodafone die Möglichkeiten im Internet of ThingsGemeinsam unter dem Dach der GSMA erproben Telekom und Vodafone die Möglichkeiten im Internet of Things Die gemeinsamen Tests fanden mit sogenannten "Global SIM"-Karten der Deutschen Telekom im spanischen Netz von Vodafone statt. Im Gegenzug wurden "Global-Vodafone-SIM"-Karten im Netz von T-Mobile Austria (Österreich) mit kommerziell erhältlichen NB-IoT-Modulen getestet. Der Dienst soll lückenlose Netzabdeckung für Millionen von Verbindungen erlauben, die im Netz mit niedriger Leistung und über große Flächen funken (LPWA - low power wide area networks). Der Test soll auch ein Vorbild für andere Netzbetreiber sein, um konstant die Netze weiter auf- und umzubauen und diese neuen Dienste einzuführen.

Zukunftsmarkt IoT

Für den GSMA-Dachverband ist das weltweite grenzenlose Roaming bei IoT wichtig, weil die Kunden eine möglichst unterbrechungsfreie Abdeckung brauchen, um ihre Produkte oder Waren oder Geräte verfolgen, beziehungsweise deren Zustand erkennen und übermitteln zu können. Für LPWA-Geräte wird daher ein riesiger weltweiter Markt erwartet.

Funktionierendes, zuverlässiges Roaming ist bei NB-IoT absolut wichtig. Ein Container überschreitet auf seiner Reise mehrfach Netz- und Landesgrenzen, da würden langwierige Anmeldungen in neuen Netzen oder gar der manuelle SIM-Karten-Tausch nur stören, also muss das vollautomatisch gehen. Auch "Smart-Meter", die vielleicht die Kühlkette einer Bananenlieferung oder von anderen empfindlichen Gütern sicherstellen sollen, profitieren vom Roaming.

Für Alex Sinclair, den Technik-Chef der GSMA, waren diese erfolgreichen Versuche "ein wichtiger Meilenstein auf der Entwicklung einer zuverlässigen Roaming-Umgebung für mobile IoT-Netze. Der Markt hat sich in kürzester Zeit gefestigt und jetzt sehen wir, dass die Gerätezahlen spürbar steigen werden. Nur lizenzierte und gemanagte Mobile-Dienst erlauben sichere Verbindungen, die in Zukunft gebraucht werden.

„Die Deutsche Telekom hat NB-IoT-Netze in den meisten europäischen Ländern erfolgreich eingeführt und entwickelt", freut sich Ingo Hofacker, verantwortlich für das IoT-Geschäft im Konzern Deutsche Telekom. „Erste kommerzielle Angebote sind bereits auf nationaler Ebene verfügbar". Stefano Gestaut, Director of IoT bei Vodafone, ist zuversichtlich: „Diese Entwicklung zeigt die erfolgreiche Evolution der Technologie. Sie wird zu einer Reihe neuer Anwendungen für NB-IoT führen, wie zum Beispiel der Kühlkettenüberwachung von Warentransporten über Grenzen hinweg.“ Lückenlose Sendungsverfolgung: Ist der Beton schon hart, die Banane noch frisch, wo bleibt der Kaffee?Lückenlose Sendungsverfolgung: Ist der Beton schon hart, die Banane noch frisch, wo bleibt der Kaffee?

NB-IoT mit SIM vs. lizenzfrei von SigFox oder LoRa

In Konkurrenz zu den auf SIM-Karten basierenden IoT-Endgeräten gibt es auch lizenzfreie Angebote der Unternehmen "SigFox" und "LoRa", wo die Geräte nach dem "nächstbesten" Netz schauen und auf allgemein genehmigten Frequenzen funken, wo neben Funkfernsteuerungen, Autoschlüsseln, Funkkopfhörern oder Fernsteuerungen alles mögliche unterwegs ist. Besonders zuverlässig können solche Netze nicht sein, dafür sind die Kosten gering. Bei NB IoT hingegen zahlt man einen monatlich oder jährlich abgerechneten Preis, weiß aber, dass die notwendigen Informationen jederzeit übermittelt werden können, solange wenigstens ein Netz zur Verfügung steht.

Deutsche Telekom und Vodafone haben während ihrer gemeinsamen Tests Anwendungsfälle entwickelt und ausprobiert. Dzu gehören energiesparende Verfahren, wobei das NB IoT-Gerät in eine Art Schlafmodus versetzt wird und sich nur nach sehr langen Perioden wieder beim System meldet. Dadurch kann das Modul über lange Zeiträume mit nur einer Batterieladung (beispielsweise bis zu 10 Jahre) auskommen.

Neben dem schmalbandigen und dafür reichweitenstarken NB-IoT gibt es auch das LTE-M. Beides sind zwei standardisierte LPWA-Technologien, die mit "Sigfox" oder "LoRa" konkurrieren. Vodafone kündigte letzten Monat an, dass sie neben NB-IoT in Kürze auch den Maschinen-Standard "LTE-M" (LTE M2M) in Betrieb nehmen wollen.

Die GSMA Mobile IoT Initiative

Die Mobile IoT Initiative der GSMA hat dazu beigetragen, lizenzierte LPWA-Technologien wie NB-IoT und LTE-M in 3GPP (Entwicklungskomitee für 3G, 4G, 5G und künftige Normen) zu standardisieren. Bis heute haben 29 Mobilfunkbetreiber weltweit 51 kommerzielle Mobile IoT-Netze eingeführt. Die GSMA arbeitet daran, die Einführung von Mobile IoT durch 36 offene IoT Labs zu beschleunigen, sodass Betreiber, Modulhersteller und Anwendungsanbieter LPWA-Geräte und -Anwendungen für eine Vielzahl von Branchen entwickeln können. Die Mobile IoT Innovators Community der GSMA wird von einer wachsenden Gemeinschaft von über 900 Organisationen unterstützt. Nach Prognosen von GSMA Intelligence wird es bis 2025 rund 3,1 Milliarden mobile IoT-Verbindungen geben, darunter 1,8 Milliarden lizenzierte LPWA-Verbindungen.

Die GSMA Mobile IoT Initiative wird von über 70 globalen Mobilfunkbetreibern, Geräteherstellern und Chipsatz-, Modul- und Infrastrukturunternehmen weltweit unterstützt und hilft der Industrie bei der Standardisierung und Bereitstellung kommerzieller Low Power Wide Area-Technologien im lizenzierten Spektrum, insbesondere der komplementären Technologien NB-IoT und LTE-M.

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