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MWC: Software-Neuerungen bei den Navi-Herstellern

Navigationshersteller sparen mit herausragenden Neuerungen
Von Marc Thorwartl
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Im Planet App, der Halle 7 auf dem Mobile World Congress in Barcelona, hatten sich dieses Jahr die Hersteller von Handynavigationssoftware zum gemütlichen Stelldichein eingefunden. Das Rad wurde dabei nicht neu erfunden. Vielmehr gab es in vielen Bereichen kleine Änderungen oder Zusatzfunktionen, die die eigenen Produkte von der der Mitbewerber abheben sollen.

Navigon - Reality Scanner für den Mobile Navigator 7

Den Mobile Navigator 7 gibt es jetzt auch für das Samsung-Betriebssystem Bada. Vorerst allerdings nur für Australien und NeuseelandMobile Navigator 7 für Samsung Bada Das Hamburger Unternehmen zeigte für seine iPhone-Version des Mobile Navigator 7 (MN7) zwei Teaser. Zukünftig wird die Version den Reality Scanner – eine bisher lediglich den Android-Handys vorbehaltener Applikation - beinhalten. Wer dann die Umgebung fotografiert, hinterlegt das Bild automatisch mit den Geodaten. Der Mobile Navigator gleicht das Bild dann mit seiner Datenbank ab und es werden POIs, wie beispielsweise Bankautomaten, Restaurants, Apotheken oder Hotels auf dem Bild angezeigt. Auch auf der Rückseite der Gebäude. Ebenfalls ist der Mobile Navigator fürs iPhone dann mit dem Camping- und Caravan-Mode erhältlich. Dort lassen sich die fahrzeugspezifischen Daten wie Gewicht, Breite, Höhe, Länge, Achslast oder Achsanzahl eingeben und der Weg zum Zielort führt dann nur über Wege, die den Dimensionen des Fahrzeuges angepasst sind. Weitere Applikationen für die iPhone-Variante sind laut Navigon bereits im Endstadium der Entwicklung und werden sukzessive in den nächsten Monaten dazukommen.

Bei Android-Mobiltelefonen ist der MN7 jetzt auch für die Gingerbread-Version 2.3 erhältlich und im Fußgängermodus lässt sich das LED-Blitzlicht jetzt als Taschenlampe direkt aus der Applikation heraus ansteuern. Zudem hat Navigon den MN7 erstmals auf Bada, dem proprietären Betriebssystem von Samsung vorgestellt. Vorerst allerdings nur in einer Version für Australien und Neuseeland. Beim MN7 für Windows Phone 7 wird demnächst die 2. Phase eingeläutet. Bisher konnten User dieser Handys exklusiv bei der Telekom die Select-Version kostenlos nutzen. Noch im Q1 sind dann zusätzliche Applikationen, wie Traffic Live, einem Mix aus Floating Car Data, Probe Data, historischen Verkehrsdaten, TMC-pro oder das Relax- und Safety-Paket erhältlich. "Die Kunden können dann wählen und zahlen nur für die Services, die sie wirklich benötigen", erklärte Angela Obermaier, Pressesprecherin Navigon. Die Pakete kosten zwischen zehn und 20 Euro.

ALK-Technologies - CoPilot als LKW-Variante

Die amerikanische Firma zeigte mit dem CoPilot Live 8 eine Navigationslösung, die für Android, iPhone, Windows Mobile und Windows CE teilweise bereits seit eineinhalb Jahren nahezu unverändert auf dem Markt ist. Immerhin hat das Programm bereits Live-Services inkludiert, wie beispielsweise den Verkehrsservice, der bisher in acht europäischen Ländern erhältlich ist. Im Laufe dieses Jahres soll er allerdings auf insgesamt 15 Länder ausgeweitet werden. Bei Local Search bedient sich CoPilot der Microsoft-Suchmaschine Bing und länderspezifisch stehen weitere Dienste wie Wetter oder günstige Tankstellen zur Verfügung. Für Social-Network-Fans ist eine Anbindung an Facebook gegeben, die so ihren Aufenthalt quasi unentwegt posten können. Der CoPilot in der Version 9, der ab Juni erhältlich ist, berechnet bis zu drei Routen für eine StreckeCoPilot 9: Drei Routen für eine Stecke

Ab Ende Februar soll laut Angaben von Alk-Technologies auch eine CoPilot LKW-Variante erhältlich sein. Bei dieser können dann Länge, Breite, Höhe, Gesamtgewicht, Gewicht pro Achse oder die Gefahrgutklasse als Parameter festgelegt werden. Erst im Mai bzw. Juni kommt die Nachfolgeversion CoPilot Live 9 auf den Markt. Diese bietet dann eine optimierte Fußgängernavigation und bei der Benutzerführung steht "Look and feel" im Vordergrund, die vor allem den Bedürfnissen der Android- und iPhone-Nutzer angepasst ist. Auf Wunsch berechnet der CoPilot dann bis zu drei Routen für eine Strecke: Schnell, kurz und optimiert. Preislich bietet der CoPilot durchaus eine attraktive Alternative. Die D,A,CH-Version ist derzeit beispielsweise für das iPhone für 19,95 Euro, als Europaversion für 49,95 Euro zu haben und dies soll sich laut ALK auch in der neuen Version nicht wesentlich ändern.

Navteq - Neuer Standard TPEG

Bei dem Kartenspezialist Navteq drehte sich auf dem MWC alles vornehmlich um den Verkehrsdienst Navteq Traffic. Der RDS-Kanal, der bisher zur Übertragung von Meldungen verwendet wird, stößt so langsam an die Belastungsgrenzen, deshalb setzt man bei dem Unternehmen auch auf den zukünftigen Standard TPEG.

"Schätzungsweise wird das noch zwei Jahre dauern, aber dann werden Meldungen über TPEG gesendet", äußerte sich Andreas Erwig, Director Real-Time-Traffic Europe von Navteq gegenüber teltarif.de zuversichtlich. Bis dahin will Navteq seine Verkehrsdienste auch bis zu den so genannten arteriellen Straßen ausgebaut haben. "Autobahnen und Bundesstraßen sind Pflicht, aber auch die Hauptverkehrsstraßen in Großstädten und andere, noralgische Verkehrsknotenpunkte müssen abgedeckt werden", sagte Erwig. Ebenso sollen dann nicht nur Staus sondern auch die Prognosen über ihre Entwicklung möglich sein. Dazu greift Navteq auf FCD, Probe Data, historische Verkehrsdaten, Schleifen im Fahrbahnbelag, TMC-pro-Dienste und zusätzliche Rohdaten von Fremdanbietern zurück. "Unser Ziel ist es, eines Tages weltweit Verkehrsinformationen zur Verfügung stellen zu können."

Ndrive - Navigationssoftware für 9,99 Euro

Dass es sogar noch günstiger geht, beweist das erst 2007 gestartete portugiesische Unternehmen Ndrive mit dem gleichnamigen Die Navigation erfolgt wahlweise in 2D- oder 3D-Ansicht. Das Icon unten links öffnet ein Short-Cut-MenüALK CoPilot: wahlweise in 2D- oder 3D-Ansicht Navigationsprogramm, das unter iOS, Android, Windows Mobile, Bada, webOS und Symbian läuft. Gerade einmal 9,99 Euro werden für die D, A, CH-Variante und 29,99 Euro für die Europaversion mit Lane-Assist und Turn-by-Turn-Anweisungen fällig. Bisher ist Ndrive vor allem in den südeuropäischen Ländern verbreitet, doch angesichts der Preispolitik, dürften sich auch hierzulande User mit dem Gedanken eines Kaufs anfreunden können, zumal Ndrive den Local Traffic Support nahezu flächendeckend für ganz Europa anbietet, dieser allerdings zusätzliche Kosten verursacht. Brandneu zur Messe hat Ndrive jetzt den NDrive 11 für Android-Mobiltelefone vorgestellt, im Laufe des Monats soll die Bada-Version folgen und iPhone-Freunde müssen sich noch bis Mitte des Jahres gedulden, bis sie in den Genuss der neuen Variante kommen. Dann können sie aber auch auf zusätzliche Applikationen wie Facebook, Foursquare oder automatischer Check-In zurückgreifen.

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