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Navi als Alleskönner: Fernseher und Internet-Zugang

Navigon, Garmin oder TomTom bieten zusätzliche Live-Dienste
Von Marleen Frontzeck-Hornke mit Material von dpa
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Den Weg finden sie alle - doch mittlerweile können Navigationsgeräte mehr als Routenplanung. Einige Geräte lassen sich etwa als Fernseher nutzen. Die jüngste Generation bietet zudem dank Internetanbindung Funktionen wie Parkplatzsuche und Benzinpreisvergleich. Der Trend geht zu sogenannten Live-Dienste. "Das Navi erhält dabei seine Daten über ein GSM-Modul", erklärt Dirk Gulde von der Zeitschrift "auto motor und sport" in Stuttgart. Die Geräte bekommen also über das Mobilfunknetz Informationen. Hersteller wie Navigon, Garmin oder TomTom bieten bereits solche Dienste an.

TomTom, Navigon und Garmin, Navigations-DiensteTomTom, Navigon und Garmin: Navigations-Dienste Gerade wenn es darum geht, Staus zu umfahren, bietet eine Mobilfunk-Verbindung Vorteile. Denn Stauwarndienste wie TMC und TMCpro, die über UKW ausgestrahlt werden, übermitteln Infos zur Verkehrslage nur mit zeitlichen Abstand.

TomTom-Angebot schlägt Konkurrenz im Vergleich

Bei einer Prüfung der Live-Dienste durch die Stiftung Warentest ("test" 06/2010) hat das Angebot von TomTom am besten abgeschnitten. "TomTom HD Traffic" bietet detaillierte Staumeldungen und laut Dirk Gulde ein genaues Abbild der aktuellen Verkehrslage. Möglich wird dies durch eine Kooperation mit Vodafone, bei der TomTom anonyme Daten aus dem Mobilfunknetz des britischen Unternehmens zieht und zusammen mit den Auswertungen der TMC- und TMCpro-Dienste ein dynamisches Verkehrsbild erzeugt. Ein weiterer Trend sind ortsbezogene Dienste, sogenannte "Location Based Services". "So können Fahrer zu ihrer geplanten Route freie Parkplätze oder Benzinpreise abrufen", sagt Auto-Redakteur Gulde. Diese Echtzeitinformationen dienen vor allem Vielfahrern. Navigon bietet etwa Dienste wie "Clever Parking Live" oder "Wetter Live" an.

Viele Navis haben zudem Reise- und Städteführer an Bord, bei denen Erklärungen zu Sehenswürdigkeiten auf der Karte erscheinen. Gulde hält die Zusatzelemente allerdings für nicht sonderlich relevant: "Bei Cityguides hat man das Gefühl, dass es niemanden interessiert. Der gedruckte Reiseführer kostet im Gegensatz dazu auch nur ein paar Euro mehr."

Navis gehören nicht mehr nur ins Auto

Navigon Navigation 2310Navigon Navigation 2310 Auch außerhalb des Autos können Navis nützlich sein. Das Feature "StadtAktiv" von Falk bietet Reisenden in Großstädten Informationen zum öffentlichen Nahverkehr. So sind Haltestellen, nicht aber Fahrpläne von U-Bahn, S-Bahn oder Bus abrufbar. Zusätzlich kann der Nutzer auf das Netz der Deutschen Bahn zugreifen. Und die integrierte Google-Suche in Navigon-Geräten ermöglicht es, Restaurants, Museen oder Läden in der Umgebung zu finden. "Google Local Search" ist allerdings auf die Ortsuche beschränkt, eine wirkliche Internetnutzung ist nicht möglich. Meist können Fahrer das Live-Angebot des Herstellers kostenlos testen. So bietet TomTom beim Gerätekauf ohne Aufpreis ein Probe-Abo von zwölf Monaten an. Danach werden 4,95 Euro im Monat oder rund 50 Euro im Jahr fällig. Bei Navigon kostet der Service nach einer dreimonatigen kostenfreien Testphase rund 60 Euro pro Jahr.

Der Navigationsmarkt bleibt auch mit den Live-Diensten umkämpft. Zahlreiche Navi-Apps für Smartphones oder Handys gibt es derzeit auf dem Markt. Diese können jedoch ein vollständiges Navigationsgerät nur schwer ersetzen. Selbst die großen Navi-Hersteller wie Navigon, TomTom oder Garmin bieten eigene Apps an. So gibt es beispielsweise auch für das Apple iPhone spezielle Navigations-Software im AppStore.

Dank eingebauten DVB-T-Empfängern bringen einige Navis Fernsehbilder ins Auto. "Die Ausstattung mit DVB-T wird aber ein Gimmick bleiben", meint aber Dirk Gulde. Zum Zeitvertreib während der Fahrt eignet sich die Funktion nicht - weil DVB-T während der Fahrt gesperrt ist, denn der Fahrer soll sich ja auf den Verkehr konzentrieren.

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