Untergrund

Test: National Roaming von o2 in der Berliner U-Bahn

o2-Kunden profitieren in Berlin vom National Roaming im UMTS-Netz von E-Plus vor allem in der U-Bahn. Wir haben die Telefonie und auch den mobilen Internet-Zugang in der U9 getestet und unsere Ergebnisse zusammengefasst.

Telefónica hat in den vergangenen Monaten das National Roaming in den Mobilfunknetzen von E-Plus und o2 auf- und ausgebaut. Seit Ende Mai ist der Service deutschlandweit verfügbar. o2-Kunden können so auf das in der Fläche wesentlich weiter ausgebaute UMTS-Netz von E-Plus zurückgreifen, so dass sie in vielen Gegenden, wo bislang nur GPRS oder EDGE verfügbar waren, jetzt mit 3G-Performance surfen können. E-Plus-Kunden profitieren vom in Städten oft dichter ausgebauten o2-Netz, so dass sich beispielsweise die Versorgung innerhalb von Gebäuden verbessert.

BlackBerry Passport

In Berlin kommt als Sonderfall hinzu, dass E-Plus als einziger Mobilfunk-Netzbetreiber die unterirdischen Abschnitte der verschiedenen U-Bahn-Linien mit UMTS und LTE ausgebaut hat. Kunden der Deutschen Telekom, von Vodafone und o2 haben hier nur ein GSM-Netz zur Verfügung. Das mag für Telefonate ausreichend sein. Der mobile Internet-Zugang ist jedoch sehr langsam - falls er überhaupt funktioniert und die Netze nicht völlig überlastet sind.

Mit Blackberry Passport und o2-SIM im Berliner Untergrund

National Roaming in der Berliner U-Bahn im Test National Roaming in der Berliner U-Bahn im Test
Foto: dpa
o2-Kunden haben zwar vorerst noch keinen Zugriff auf das LTE-Netz von E-Plus. Hier ist erst in rund einem Jahr die Netzzusammenschaltung geplant. Vom National Roaming über UMTS profitieren dagegen auch diejenigen Kunden, die in Berlin mit der U-Bahn unterwegs sind. Wir waren mit dem Blackberry Passport - ausgestattet mit einer o2-Vertragskarte - in der U-Bahn-Linie U9 unterwegs und wollten wissen, wie gut das National Roaming im Untergrund funktioniert.

Wir haben die U-Bahn-Station Turmstraße betreten und waren zunächst noch im LTE-Netz von o2 eingebucht. Etwa auf halbem Weg zur unterirdischen Haltestelle verlor das Smartphone den Netzkontakt. Fast unterbrechungsfrei erfolgte ein Wechsel ins UMTS-Netz von E-Plus - erkennbar an der Netzanzeige o2-de+ anstelle von o2-de im Heimatnetz. Einen Zwischenschritt - etwa im UMTS- oder GSM-Netz von o2 - gab es dabei nicht.

Guter UMTS-Empfang dank National Roaming

o2-de+ lieferte im Test guten UMTS-Empfang o2-de+ lieferte im Test guten UMTS-Empfang
Foto: teltarif.de
Wir sind nach Süden bis zur Endhaltestelle am Rathaus Steglitz gefahren. Dabei war der UMTS-Empfang nahezu durchgehend sehr gut. Lediglich kurz vor der Haltestelle Bundesplatz riss der Netzkontakt für wenige Sekunden ab. Danach waren wir erneut im UMTS-Netz von E-Plus eingebucht.

Telefonate konnten im Rahmen unseres Tests im National Roaming problemlos und in guter Qualität geführt werden. Allerdings war der Verbindungsaufbau sehr lange. Unabhängig davon, in welchem Netz der Gesprächspartner telefoniert, dauerte es bis zum ersten Freizeichen bis zu zehn Sekunden. Das war teilweise verwirrend, da bis dahin lediglich eine "tote Leitung" stand, was auch auf einen Verbindungsabbruch hätte hindeuten können.

Auf Seite 2 berichten wir darüber, welche Erfahrungen wir mit dem mobilen Internet-Zugang im National Roaming in der Berliner U-Bahn gemacht haben und welchen Nebeneffekt das Roaming noch für viele Stunden nach Verlassen der U-Bahn hatte.

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