Kooperation

Bericht: Bundesnetzagentur offen für National Roaming

Die designierte Große Koalition will durch eine Änderung des Kartellrechts National Roaming in ländlichen Regionen ermöglichen. Auch die Bundesnetzagentur ist nicht gegen eine derartige Kooperation der Mobilfunk-Netzbetreiber.
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Die deutschen Mobilfunknetze sind nach wie vor nicht flächendeckend verfügbar. Vor allem in dünn besiedelten, ländlichen Regionen müssen Kunden teilweise auf Handyempfang verzichten oder aber das Signal kommt von einer weiter entfernten Basisstation, so dass es zwar im Freien, nicht aber innerhalb von Gebäuden empfangen werden kann.

Perspektivisch könnte sich die Situation durch eine Zusammenarbeit der drei deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber ändern. Würden Telekom, Vodafone und Telefónica die letzten weißen Flecken auf der Netzabdeckungskarte schließen, so würde sich der finanzielle Aufwand für jedes einzelne Unternehmen reduzieren.

Das Onlinemagazin Golem hat nun bei der Bundesnetzagentur angefragt, wie der Regulierer zu einem National Roaming stehen würde. "Grundsätzlich ist eine Einigung der drei Mobilfunknetzbetreiber zur Versorgung der ländlichen Räume durch National Roaming auf freiwilliger Basis denkbar", zitiert Golem eine Sprecherin der Bundesnetzagentur. Dabei sei zu berücksichtigen, "dass dies einen erheblichen Eingriff in die Rechte der bestehenden Wettbewerber darstellen würde".

GroKo will Kartellrecht ändern

National Roaming denkbarNational Roaming denkbar Die designierte Große Koalition von CDU/CSU und SPD plant dem Bericht zufolge, das Kartellrecht zu ändern, um eine Zusammenarbeit der Mobilfunk-Netzbetreiber für National Roaming in dünnbesiedelten und strukturschwachen Gebieten zu ermöglichen. Die Mobilfunkgeräte der Kunden hätten dann die Möglichkeit, sich automatisch in das am Aufenthaltsort bestempfangbare Netz einzubuchen.

Neu wäre National Roaming in Deutschland nicht. So hatte Viag Interkom schon 1999 einen entsprechenden Vertrag mit der Deutschen Telekom abgeschlossen, sodass die Kunden außerhalb der eigenen Netzabdeckung des Münchner Betreibers über das Telekom-Netz telefonieren konnten. Mit dem Ausbau der eigenen Abdeckung wurde das Telekom-Roaming zunächst immer weiter eingeschränkt und schließlich ganz eingestellt.

Eine Neuauflage von National Roaming gab es nach der Übernahme der E-Plus Gruppe durch Telefónica. So wurden zunächst die UMTS-Netze von E-Plus und o2 für die Kunden aus dem jeweils anderen Telefónica-Netz geöffnet, später wurde das Roaming auf die GSM-Netz ausgeweitet. Nun legt der Münchner Betreiber seine beiden früher getrennten Netze zusammen. Eine einheitliche Betreiberkennung gibt es bereits seit dem vergangenen Jahr.

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