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In Zeiten von Prism & Co.: Datensicherung per NAS zuhause

Professionelle NAS-Geräte oder Datenspeicher im Eigenbau?
Von Kaj-Sören Mossdorf mit Material von dpa
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Ob automatisches Datenbackup, Streaming von Musik und Filmen im ganzen Haus oder der Abruf von Dokumenten oder Fotos aus der Ferne: Netzwerkfestplatten, auch NAS für Network Attached Storage genannt, bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Unter bestimmten Voraussetzungen eignen sie sich sehr gut für die Datensicherung. Dafür müssen in dem NAS mindestens zwei Festplatten verbaut sein. Konfiguriert der Nutzer den Speicher dann so, dass die Daten sowohl auf der einen als auch auf der anderen gespeichert werden (RAID 1), sind seine Daten auch dann noch sicher, wenn eine der Festplatten ausfallen sollte.

Ein NAS mit zwei Festplatten von Buffalo Ein NAS mit zwei Festplatten von Buffalo Die NAS-Gehäuse werden sowohl mit, als auch ohne die nötigen 3,5-Zoll-Desktop-Festplatten verkauft. Verbraucher müssen leere NAS aber nicht meiden. Der Einbau in die Geräte ist meist recht einfach zu bewerkstelligen. Die Einrichtung übernehmen Programme, die die Hersteller mitliefern. Auf den Installations-CDs findet sich auch meist Software, die später die automatische Datensicherung der Rechner im Netzwerk anstoßen kann.

NAS-Geräte können auch als Druckserver eingesetzt werden

Die Technik in den NAS-Gehäusen besteht vor allem aus einem Prozessor und einem Netzwerk-Controller. Sie beeinflussen maßgeblich, wie schnell die Geräte arbeiten. NAS können nicht nur als Server für Musik, Videos oder Daten, sondern meist auch als Druckerserver fungieren. Wird der Drucker per USB an die Netzwerkfestplatte angeschlossen, können alle Geräte im Netzwerk Druckaufträge an ihn senden. Manche bieten auch eine automatische Kopierfunktion, wenn ein USB-Speicherstick angedockt wird.

Praktisch für Eltern oder WGs: Auf NAS-Geräten lassen sich übers Konfigurationsmenü bestimmte Ordner freigeben oder sperren. Software zur Steuerung und Nutzung der Netzwerkfestplatten bieten die Hersteller übrigens nicht nur für mobile iOS- oder Android-Geräte, sondern oft auch für den Windows-PC. Musik oder Filme können nicht nur an Rechnern, sondern auch auf Smart-TVs oder mobilen Geräten wiedergegeben werden. Dazu muss nur der Streaming-Standard DLNA im NAS-Menü aktiviert sein.

Router oder Raspberry Pi zum NAS machen

Wer einen Router mit USB-Anschluss besitzt, kann übrigens auch diesen mit einer externen Festplatte zum NAS ausbauen. Das hat aber einen Haken: Das Tempo ist deutlich geringer als bei den reinrassigen Netzwerkfestplatten. Auch an einen Router kann ein Drucker angeschlossen werden. Je nach Hersteller ist dies jedoch mit einiger Detailarbeit verbunden.

Wem die Einstellungsmöglichkeiten der Software seines Routers nicht genügen, für den empfiehlt sich eine Suche nach einer alternativen Firmware. Für viele Geräte von Herstellern wie TP-Link, Netgear oder Linksys bietet sich die mittlerweile etablierte alternative Firmware DD-WRT als Alternative an.

Der Kleinstcomputer Raspberry Pi der britischen Firma element14 hat sich zumindest unter Bastlern mittlerweile den Kultstatus gesichert. Er kann entweder über die integrierte Netzwerkschnittstelle oder einen WLAN-Stick in das heimische Netz integriert werden. Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen wie sich der Rechner dann in ein NAS umwandeln lässt.

Der Raspberry Pi der sich im Internet schon für teilweise 40 Euro erwerben lässt, bietet zudem zwei USB-Anschlüsse, an die sich, je nach Konfiguration, externe Festplatten anschließen lassen. Im Vergleich zu einem teuren NAS muss der Nutzer aber unter Umständen Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen. Der Prozessor des Computers taktet mit nur 700 MHz. Auch der Arbeitsspeicher ist mit 512 MB eher begrenzt.

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