NB-IoT

Telekom führt Schmalband-LTE-Netz auf 800- & 900-MHz ein

Narrowband-IoT ist für die Mobilfunkanbieter die Zukunft der Maschinen-Kommunikation. In Kürze will die Telekom ihr neues Netz starten - in acht Ländern Europas.
Von Thorsten Neuhetzki
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In gleich acht Ländern beginnt die Telekom in den kommenden Wochen mit der Einführung eines neuen Mobilfunknetzes, das wegweisend sein soll für das Internet der Dinge. Narrowband-IoT heißt die Technik abstrakt. Praktisch aber soll sie die mobile Kommunikation von Sensoren ermöglichen. Ein Faktor dafür: Die Batterien der Endgeräte sollen durch die neue Technik bis zu zehn Jahre halten.

Deutschland, Niederlande, Griechenland, Polen, Ungarn, Österreich, Slowakei und Kroatien stehen auf der Roadmap der Telekom. In Deutschland ist der kommerzielle Start ab dem zweiten Quartal geplant, Pilotprojekte mit Großkunden wurden in den Bereichen Smart Metering, Smart Parking und Asset Tracking bereits gestartet. In den Niederlanden soll 2017 die landesweite Einführung des NB-IoT-Netzes mit mehreren Kunden abgeschlossen werden, darunter ist auch der Raumklimaspezialist Itho Daalderop. Auch das auf die Überwachung von Schienen spezialisierte Unternehmen Dual Inventive und der Sensorhersteller Smartsensors wollen das Netz nutzen. In den anderen europäischen Märkten, einschließlich Österreich, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Polen und der Slowakei, plant die Deutsche Telekom, die bereits vorhandene Versorgung mit NB-IoT 2017 auf weitere Städte auszuweiten.

Frequenzen um 800 und 900 MHz kommen zum Einsatz

Die Telekom schraubt an ihrem Netz und will in Kürze Narrowband-IoT startenDie Telekom schraubt an ihrem Netz und will in Kürze Narrowband-IoT starten "Wir werden die Aufrüstung unserer Basisstationen in ganz Europa fortsetzen, um NarrowBand-IoT im 900-MHz- und 800-MHz-Bereich zu ermöglichen", sagt Claudia Nemat, Vorstand Technologie & Innovation bei der Deutschen Telekom. "Die Versorgung konnte mit dieser Technologie wie versprochen um 20 dB verbessert werden." Man sei daher zuversichtlich, dass die Kunden "jetzt schnell die Vorteile von NarrowBand-IoT erkennen und für sich nutzen, um im Innovationsbereich weiter an der Spitze zu bleiben."

Der europaweite Rollout durch die Deutsche Telekom erfolgt nur vier Monate nachdem das Unternehmen im Oktober 2016 in Bonn das weltweit erste NB-IoT-End-to-End-System und eine Smart-Parking-App im Live-Betrieb präsentierte. Nach Angaben der Telekom entstehen durch die neue Technologie nur geringe Kosten. Aber auch die Versorgung in Gebäuden sei deutlich besser als mit GSM, obwohl zumindest mit 900 MHz das gleiche Frequenzspektrum zum Einsatz kommt. Außerdem sorge die Nutzung von lizenziertem Spektrum und 3GPP-Standardisierung für Sicherheit auf LTE-Basis. Diese spezifischen Eigenschaften ermöglichen Anwendungen im Internet der Dinge auf breiter Ebene.

Heizungsableser per LTE

Nutzer könnten künftig unter anderem durch ista in Verbindung mit Narrowband-IoT kommen. Das Unternehmen ista ist ein in Deutschland ansässiger Energie-Serviceanbieter mit derzeit über 15 Millionen vernetzten Geräte in Mehrfamilienhäusern in ganz Europa. Dazu gehören batteriebetriebene digitale Geräte vorwiegend zur Messung des Wärme- und Wasserverbrauchs sowie intelligente Rauchmelder. Auf Basis des NB-IoT-Netzes der Deutschen Telekom konzentriert sich ista zunächst auf die intelligente Erfassung, Visualisierung und Abrechnung des Energieverbrauchs. "Die Nachfrage von Eigentümern und Vermietern nach vernetzten digitalen Geräten steigt stetig", sagt ista-Geschäftsführer Jochen Schein. "Derzeit kommen im Portfolio von ista Monat für Monat rund 400 000 dieser Geräte hinzu."

Auch Telekom-Mitbewerber Vodafone hat Narrowband-IoT für sich entdeckt. Über erste Pläne zur Anwendung in Mülleimern der Deutschen Bahn hatten wir schon berichtet. Dass die Telekom die bisherigen GSM-Frequenzen um 900 MHz künftig auch für LTE nutzen wird, ist keine Überraschung. Anfang des Monats hatten wird über die LTE-900-Pläne der Telekom bereits berichtet.

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