Musik-Streaming

Napster will sich durch Partnerschaft mit Telefónica stärken

Der Streaming-Dienstleister will den lateinamerikanischen Markt erobern
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Im massiven Wettbewerb um Online-Musikdienste will sich Napster mit einem neuen Partner im Mobilfunk stärken. Der Streaming-Dienstleister hat dafür eine globale Kooperation mit Telefónica geschlossen. Telefónicas Tochter­gesell­schaft Terra wird demnach seinen eigenen Musik­service Sonora mit dem von Napster ersetzen. Zugleich werde Telefónica Digital eine Aktien­beteiligung an Rhapsody Inter­national, der Mutter von Napster, erwerben, teilten die Unter­nehmen heute mit.

Allen Landes­gesellschaften des Mobil­funk­konzerns stehe es in der nicht exklusiven Verein­barung künftig frei, Napster für ihre Angebote zu nutzen, sagte Europa-Chef Thorsten Schliesche der dpa. "Wir gehen davon aus, dass sich viele Länder­gesell­schaften für Napster entscheiden werden." Strategisch zielt Rhapsody mit seiner Marke Napster in der neuen Partner­schaft vor allem auf Lateinamerika, das als nächste wichtiger Markt für Streaming-Dienste gilt. Sonora zählt zu den großen An­bietern dort mit Kunden in Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Chile, Peru und Mexiko.

In Deutsch­land, wo Telefónica durch die Marke o2 vertreten ist, wird die Partner­schaft aller­dings keine Aus­wirkungen haben. Hier­zu­lande kooperiert das Unter­nehmen seit rund einem halben Jahr mit E-Plus. "Und wir wollen die Partnerschaft fortsetzen", betont Schliesche. "Wir sind mit der Zusammen­arbeit mit E-Plus sehr zufrieden." Außer­dem will das niederländische Telefon­unter­nehmen KPN ohnehin seine Deutschland-Tochter E-Plus an Telefónica verkaufen.

Entwicklung auf dem Musik-Streaming-Markt

Napster will mit Hilfe von Telefónica den lateinamerikanischen Markt erschließenNapster will mit Hilfe von Telefónica den lateinamerikanischen Markt erschließen Der Markt mit Musik-Streaming-Angeboten wächst derzeit rasant - und die Popularität von Smart­phones hat daran einen guten Anteil. Laut Schliesche liegt die mobile Nutzung von Musik­diensten in Europa und den USA bei rund 60 Prozent. Bis zu 160 Millionen Nutzer würden dieses Jahr weltweit erwartet, sagte Schliesche.

Vor allem die wachsende Nutzung von Musik unterwegs etwa über das Smartphone treibt den Streaming-Markt derzeit an. Streaming-Dienste sehen deshalb Mobil­funk­betreiber als ideale Partner an. Der neue Dienst Ampya von ProSiebenSat.1 etwa geht seit Kurzem mit Vodafone zusammen. Wie das Manager Magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, ist die Deutsche Telekom an einem Einstieg an Spotify, einem Streaming-Dienst aus Schweden, interessiert. Ein Sprecher dementierte zwar aktuelle Pläne, das Magazin berief sich allerdings auf eine mit der Sache vertrauten Person.

Weltweit hat Napster nach eigenen Angaben 1,2 Millionen zahlende Abonnenten. Größter Konkur­rent in Deutschland ist Spotify mit etwa 5 bis 6 Millionen Nutzern. Zuletzt hatte Napster sein Angebot in Europa aus­gebaut und ist inzwischen in 16 europäischen Ländern verfügbar.

Von dem einstigen Schreck der Musik­industrie ist von Napster nur noch der Name geblieben. 2011 wurde die einst illegale Tauschbörse nach einer bewegten Geschichte vom Online-Dienst Rhapsody übernommen.

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