Fernsehen

NBC Sky World News: Neuer Nachrichtensender vorm Start

Nach der Über­nahme von Sky durch den US-Medi­enkon­zern Comcast im Jahr 2018 entsteht ein neuer Nach­rich­tengi­gant. NBC News und Sky bündeln ihre Kräfte, im Sommer startet "NBC Sky World News" als Konkur­renz zu CNN und BBC.
Von Björn König
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Die Über­nahme von Sky durch den Medi­enkon­zern Comcast wird nun auch für Zuschauer sichtbar: Im Sommer verschmelzen das US-Nach­rich­tenge­schäft der Comcast-Tochter NBC News und Sky zu einem neuen, globalen Nach­rich­tensender. Dieser trägt den Namen "NBC Sky World News" und wird nach einem Bericht der Finan­cial Times welt­weit zehn neue Büros eröffnen. Dabei kann sich die Redak­tion laut NBC News-Chef Andy Lack auf ein Netz­werk von 3.500 Mitar­beitern stützen, weitere bis zu 200 Mitar­beiter sollen neu einge­stellt werden.

Außer­halb der Verei­nigten Staaten wird der neue Kanal schon zu Beginn 130 Millionen Zuschauer errei­chen, in den USA ist eben­falls mit einer flächen­deckenden Verbrei­tung zu rechnen. Comcast selbst betreibt dort bereits eines der größten Kabel­netze. Weiterhin kann das Unter­nehmen in Europa auf bestehende Ressourcen von Sky zurück­greifen. So ist beispiels­weise Sky News euro­paweit unver­schlüs­selt über das auch in Deutsch­land häufig genutzte Astra-Satel­liten­system zu empfangen. In Italien exis­tiert der Ableger Sky TG24 sowie im arabi­schen Raum Sky News Arabia, ein Joint Venture zwischen Comcast und Abu Dhabi Media Invest­ment.

Konkur­renz zu CNN, BBC und Al Jazeera

Foto: Comcast Corp.NBC Sky World News gehört zum US-Medienkonzern Comcast Vor allem der NBC News-Vorsit­zende Andy Lack gilt als trei­bende Kraft hinter dem globalen Nach­rich­tensender. Das Angebot stößt dabei in eine Lücke, denn CNN hat sich aus London zurück­gezogen und fokus­siert mit der eigenen Bericht­erstat­tung nun verstärkt auf die USA. BBC World News hingegen hat eher eine rein briti­sche Perspek­tive, schließ­lich sah man auch aufgrund aufkom­mender Wett­bewerber wie Al Jazeera aus Katar den Bedarf an einem inter­natio­nalen Nach­rich­tenkanal.

Geleitet wird die Einheit voraus­sicht­lich von NBC News Inter­national-Mana­gerin Deborah Turness, welche bislang unter anderem für Euro­news tätig war. NBCUniversal hält am paneu­ropäi­schen Nach­rich­tensender aktuell eine 25-Prozent-Betei­ligung. Ursprüng­lich wollte man auch Euro­news optisch enger an NBC binden und den Sender in "EuronewsNBC" umtaufen, doch davon wurde wieder Abstand genommen, da die Marke aus Sicht des Manage­ments bereits eine hohe Repu­tation und Bekannt­heit genieße. Ob Comcast vor dem Hinter­grund der erfolgten Sky-Über­nahme und damit neuen Ambi­tionen aller­dings mehr Geld in Euro­news inves­tiert, ist zumin­dest frag­lich.

Schwie­riges Nach­rich­tenge­schäft

Inter­natio­nales Nach­rich­tenfern­sehen gilt gemeinhin als schwierig refi­nanzierbar, da es unter anderem sehr perso­nalin­tensiv ist. Man denke beispiels­weise an das Korre­spon­denten­netz und Büros rund um die Welt. Zudem gibt es Sprach­barrieren in Ziel­märkten, denn Kanäle wie CNN oder BBC World News werden übli­cher­weise ausschließ­lich in engli­scher Sprach­version verbreitet. Eine große Ausnahme ist hier Euro­news, das über loka­lisierte Ableger in diversen euro­päischen Ländern verfügt.

Zumin­dest im Hinblick auf die inter­natio­nale Verbrei­tung hat NBC Sky World News aller­dings einen sehr großen Vorteil gegen­über seinem briti­schen Mitbe­werber BBC. Comcast betreibt nämlich eben­falls den neuen Strea­ming-Dienst "Peacock". Es ist sehr wahr­schein­lich, dass der Nach­rich­tensender auch dort verbreitet wird. Wenn Peacock also voraus­sicht­lich ab Juli auch außer­halb der USA startet, verfügt man unmit­telbar über einen direkten Zugang in die Wohn­zimmer von Millionen Zuschauern abseits des klas­sischen Kabel- und Satel­liten­empfangs.

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