IFA-Neuheit

mypio: Deutsche Handy-Nummer per App ohne SIM

Nach der sipgate SatelliteApp kommt mit mypio nun die nächste virtuelle deutsche Handynummer auf den Markt. Statt über VoIP funkt die App-basierte Rufnummer im GSM-Netz. Eine SIM-Karte ist nicht erforderlich.
Von der IFA in Berlin berichtet
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Die SatelliteApp von sipgate war eine der ersten Möglichkeiten, an eine deutsche Handy-Nummer zu kommen, ohne gleichzeitig eine SIM-Karte erwerben zu müssen. Allerdings gibt es die SatelliteApp nur für iOS und noch nicht für Android - und wie fast alle VoIP-Dienste wird zwingend eine Internetverbindung benötigt, was in Deutschland beileibe noch nicht in allen Regionen der Fall ist.

Der heute auf der IFA neu vorgestellte Dienst mypio geht daher einen anderen Weg: Die Digital Privacy GmbH mit Sitz in Wien/Österreich hat mypio auf Basis von GSM-Telefonie entwickelt. Nach Angaben des Dienstleisters werden auch UMTS, LTE und VoLTE unterstützt. Benötigt wird allerdings nur die App, eine SIM-Karte ist nicht erforderlich. Netzpartner in Deutschland ist Vodafone - die Zuteilung einer Rufnummer soll maximal zwei Minuten dauern. mypio agiert also als MVNO im Vodafone-Netz.

Rufnummernwechsel ist jederzeit möglich

mypio: Virtuelle deutsche Handynummer per App
mypio: Virtuelle deutsche Handynummer per App
mypio startet nach Angaben des Unternehmens offiziell am 12. September zur Messe DMEXCO in Köln, dann soll die App für Android und iOS bereitstehen. Interessenten können den Dienst zunächst für 90 Tage gratis testen, dann muss ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen werden. In der Testversion sind 30 Minuten für Telefonate eingeschlossen. Um den Dienst zu finanzieren, werden laut mypio auch für ankommende Anrufe Kosten berechnet, nicht nur für abgehende Telefonate. Das genaue Abrechnungsmodell wurde aber noch nicht veröffentlicht.

Für die Nutzung der App wird selbstverständlich eine Internetverbindung benötigt, für das Telefonieren dann allerdings nicht. Ab dem 24. September soll es möglich sein, sich in der mypio-App auch mehrere Rufnummern zuteilen zu lassen. Zusätzlich zur Telefonie gibt es eine Sprachbox, ein Adressbuch und die Möglichkeit zum SMS-Versand. Jede Rufnummer kann in der App auf Wunsch stumm geschaltet werden. Wer auf einer Nummer belästigt wird, kann diese in der App zurückgeben und sich sofort eine neue zuteilen lassen. Auch unerwünschte Anrufer lassen sich blockieren.

Der Account kann aber nicht nur in der App, sondern auch über eine Weboberfläche verwaltet werden, was für Geschäftskunden interessant sein dürfte. Per Voicemail-Abschrift lässt sich eine Sprachnachricht in Text umwandeln. Die drei Zusatzpakete mypio S (3,95 Euro), mypio M (8,95 Euro) und mypio L (16,95 Euro) mit einer Laufzeit von jeweils 28 Tagen werden weitere Features bieten, hierzu hält sich mypio allerdings noch bedeckt. mypio fürchtet die eSIM übrigens nicht, diese werde dem Dienst zukünftig sicherlich weitere Möglichkeiten bieten. Dass VoIP zukünftig unterstützt wird, schließt der Dienst ebenfalls nicht aus.

Alle unsere Berichte zur IFA finden Sie auf unserer IFA-Übersichtseite.

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