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MWC 2018: Das Auto wird zum rollenden Smartphone

Auf dem MWC in Barcelona präsentieren unter anderem BMW und Mercedes-Benz ihre Visionen vom autonomen Fahren und die Einbindung von Augmented Reality. Sogar ein virtueller Autoschlüssel soll nicht länger Fiktion bleiben.
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Vom 26. Februar bis zum 1. März wird auf dem Mobile World Congress in Barcelona wieder gezeigt, wie sich mehr als 2 000 Aussteller die Zukunft des Mobilfunks vorstellen. Weil das Auto mehr und mehr zum rollenden Smartphone wird, wollen sich auch die Automobilhersteller sich die Messe nicht entgehen lassen und präsentieren ihre Visionen in der katalanischen Hauptstadt. Unter anderem wird es fahrerlose Fahrzeuge, künstliche Intelligenz in einem Multimediasystem und den größten, in einem Auto verbauten Bildschirm zu sehen geben. Wir stellen Ihnen erste Highlights der Unternehmen vor. Eingang zur MesseDer Mobile World Congress in Barcelona.

Ein BMW ohne Fahrer

Der bayerische Automobilproduzent lässt sich noch nicht vollständig in seine Karten schauen, verrät aber schon einmal "eine neue Dimension und Vision für autonomes Fahren". BMW Personal CoPilot Experience soll das ganze heißen und seinem Besitzer unter anderem ermöglichen, über eine App sein Auto zu rufen, um völlig autonom von ihm abgeholt zu werden. Dazu gibt es eine fahrerlose Fahrzeugdemonstration der i-Marke der Bayerischen Motoren Werke .

Die A-Klasse kommt mit künstlicher Intelligenz

Der Konkurrent mit dem Stern hingegen lässt etwas tiefer blicken. Der Stuttgarter Automobilhersteller setzt vor allem auf künstliche Intelligenz. Bereits im Januar präsentierte Mercedes-Benz sein Multimediasystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience) auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Dieses ist lernfähig, intuitiv, individualisierbar und stellt sich auf den Nutzer ein.

Auf dem MWC wird es nun in der neuen A-Klasse verbaut vorgestellt. Inklusive riesigem Touchscreen, Gesten- und Sprachsteuerung, App Connect und OTA-Updates. Die Nutzung künstlicher Intelligenz ist für Daimler ohnehin ein zentrales Zukunftsthema in der Entwicklung, der Produktion und bei der Nutzung von Fahrzeugen. Des Weiteren wird die um Augmented Reality erweiterte Kartendarstellung vorgestellt.

Der Seat-Simulator und Alexa

Auch der spanische Automobilhersteller präsentiert sich auf der Mobilfunkmesse und zeigt dort seine Visionen für das Auto der Zukunft. Im Seat Simulator wird mittels einer 360-Grad-Vision dargestellt, wie das Fahren in Zukunft aussehen und welche Dimensionen die Fahrzeugdigitalisierung annehmen wird. Außerdem präsentieren die Spanier Sprachassistentin Alexa in ihrem neuen Seat Ateca. Diese kann Termine verwalten, interessante Orte lokalisieren oder auch Echtzeit-Nachrichten abrufen.

Vorausschauender Verbindungsmanager

Vor allem eigentlich für seine Autoreifen bekannt, ist die Firma Continental aus Hannover einer der größten Automobilzulieferer der Welt. Vor dem Hintergrund, dass ab April 2018 jedes in Europa hergestellte Auto eine integrierte SIM-Karte besitzen muss, wird es für Continental damit selbst zu einem Smartphone auf vier Rädern. Ausreichend Qualifikationen, um auf dem MWC seine Visionen für die Zukunft des Fahrens vorzustellen.

Dabei geht es laut Vorstandsmitglied Helmut Matschi vor allem darum, dass das Fahrzeug in diesem Jahr endgültig zum Teil der vernetzten Welt wird und sich nahtlos in den digitalen Alltag integrieren muss. Um das zu gewährleisten, hat Continental einen vorausschauenden Verbindungsmanager entwickelt, der für eine hochwertige Netzabdeckung bei der Autofahrt sorgen soll. Dieser sammelt mittels Crowdsourcing Daten über die Netzqualität der voraus liegenden Strecke und sucht nach verfügbaren Funknetzen und deren Qualität aus der Umgebung. So soll verhindert werden, dass zum Beispiel laufende Telefonate oder das Streamen von Musik abgebrochen wird.

Virtueller Autoschlüssel soll den mechanischen ersetzen

Virtueller SchlüsselFür das Auto soll ein virtueller Schlüssel kommen. Ebenso stellt Continental einen virtuellen Autoschlüssel auf dem Smartphone vor. Bestehen soll dieser aus einem fälschungssicherem Datensatz und den mechanischen Schlüssel überflüssig machen. Ohnehin soll das Smartphone als mobiles Element der Mensch-Maschine-Schnittstelle werden. Beispielsweise soll der Fahrer Fahrzeug-Funktionen wie das Öffnen oder Schließen der Fenster oder das Ein- und Ausklappen der Seitenspiegel aus der Ferne steuern können.

Damit der Akku des mobilen Endgerätes dabei nicht schlapp macht, stellt Continental sein multifunktionales Smart Device Terminal vor. Mit dem ist nicht nur kabelloses Laden im Auto möglich. Dank drahtloser Antennenkopplung erhält das Smartphone auch eine bessere Signalqualität beim Senden und Empfangen.

Breitbildformat im Armaturenbrett

"Bytes on Wheels" nennt sich die Automobilmarke aus China, die im Januar auf der CES allen anderen Fahrzeugherstellern den Rang abgelaufen hat. Die von einem ehemaligen BMW-Manager gegründete Firma hat ein Auto hergestellt, welches andere Fahrzeuge der Zukunft schon wieder leicht altbacken aussehen lassen dürfte. Das Innere des Wagens kommt komplett ohne Schalter aus. Stattdessen gibt es am Lenkrad einen Touchscreen.

Display im Armaturenbrett
Innenansicht des Byton aus China mit dem riesigen Display.
Doch das wahre Highlight befindet sich im Armaturenbrett. Der größte Bildschirm, der bislang in einem Auto eingebaut wurde. Auf 1,25 Meter Breite und 25 Zentimeter Höhe erstreckt sich der Monitor in dem Wagen, der anstelle von Rück- und Seitenspiegeln nur Kameras besitzt.

2020 soll der SUV als autonom fahrendes Elektroauto auch in Europa und Amerika verkauft werden, angeblich für unter 40 000 Euro.

Ebenfalls vertreten sind Ford und Toyota. Aber ähnlich wie BMW sind noch keine näheren Informationen zu den Präsentationen durchgesickert. Bereits ab Samstag befinden sich die Redakteure von teltarif.de in Barcelona vor Ort und berichten live von der Messe.

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